Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Zurück zu alten Höhen

Der Aufwärtstrend der Ölpreise wirkt beängstigend stabil. Das wird am Chart für Rohöl Brent deutlich. Das Bild legt die Frage nach der Ursache für das heftige Ab und Auf sehr nahe. Am Beginn, das heißt im Frühjahr, standen die politische Entspannung im Irankonflikt, die Bereitschaft der OPEC zu preissenkenden Maßnahmen und die sich zuspitzende Schuldenproblematik in Europa. Die politische Entspannung war gemäß dem Deal zwischen den USA und Israel bis Ende Juni begrenzt. Die Preissenkungspolitik der OPEC wurde aus Sorge über konjunkturtötende Ölpreise eingeleitet. Das europäische Schuldendrama erzeugte allgemeine Konjunkturängste. Ende Juni kam die Wende. Politische Lösungsversuche mit dem Iran schlugen fehl. Das Embargo begann und Israel steigert seitdem die Drohgebärden. Die OPEC nahm ihre Preissenkungspolitik aus Sorge über zu heftig fallende Preise ein wenig zurück. Am letzten Wochenende im Juni wurde eine neue Ära im Umgang mit den Schulden in der Eurozone eingeleitet. Ziel ist es, sie zu vergemeinschaften und das Gelddrucken im Stil der amerikanischen FED einzuführen. Im weiteren Verlauf kam der Stellvertreterkonflikt in Syrien hinzu, der eigentlich ein Krieg gegen den Iran ist. Er hat das Potenzial, sich in der Region auszubreiten. Was ist nun zu erwarten? Das Ölembargo gegen den Iran bleibt auf lange Zeit bestehen. Der Stellvertreterkrieg wird weitere Kreise ziehen. Die OPEC wird keine besonderen Maßnahmen zur Ölpreissenkung vornehmen. Die EZB wird das Mandat bekommen, so zu agieren wie die FED. Die Politik wird versuchen, das Euro-Schuldendrama mit der Gelddruckmaschine zu lösen. Damit wächst die Geldmenge, mit der Ölpreise in die Höhe getrieben werden können. Irgendwann, wenn die Preise über ihre Frühjahrshöhen hinaufgestiegen sind, wird die Konjunktursorge so groß werden, dass ein Abwärtstrend einsetzt. Der wird vermutlich nicht als Absturz, sondern als Abgang daherkommen. Das könnte dann so aussehen wie zwischen April und Dezember 2011.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Stützungsaktionen von Politik und Notenbanken erwartet
Kalter Krieg um iranisches Atomprogramm wird heißer
Krieg in Syrien destabilisiert Nahen Osten
Irans Öllieferungen werden boykottiert
Nordseeölanlagen im Wartungszyklus
Zu viele Ölkäufer in Europa
Knappe Reservekapazitäten der Förderländer

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Schwache Konjunkturaussichten
IEA senkt Prognosen zur Ölnachfrage
Schuldenkrise in Europa
OPEC produziert noch über Quote
Hohe Ölbestände weltweit (noch)
China importiert Öl aus dem Iran

Unsere Heizölpreise stiegen gestern weiter an. Gegenüber dem Vortag ist die Bewegung moderat. Die Ölbörsen geben die Richtung nach oben vor. Die Dollarkurse bremsen sie ein wenig ein. Der Euro wird stärker. Das deutet darauf hin, dass sich die Finanzszene ihrer Sache derzeit recht sicher ist. Der Aufwärtstrend der Heizölpreise wird fortgesetzt. Wer genug Heizöl im Tank hat, kann versuchen, bis zum Ende der sich aufbauenden Blase durchzuhalten. Das kann Monate dauern. Und der große Knall wird nicht kommen. Die Luft wird eher geordnet entweichen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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