Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Zurück zu hohen Preisen

Entgegen vieler Erwartungen setzt sich der Aufwärtstrend der Heizölpreise gegen den Abwärtstrend der Rohölpreise durch. Die Sorge über Versorgungsengpässe mit Brennstoff dominiert die Märkte und treibt sie zurück in den überzogenen Trend. Die Gefahr ist groß, dass sich eine neue Preissteigerungswelle etabliert, die die alten Höchstpreise übertrifft.

Der Markt wird von wenigen Themen beherrscht. Die geopolitische Lage spielt dabei kaum eine Rolle. Rohöl ist weitgehend aus den Schlagzeilen. Das Angebot wird seit Wochen als ausreichend angesehen. Dieser Umstand half den Märkten, die vollkommen überzogenen Preise auf ein realistischeres Niveau zu drücken. Allenfalls die erneute Runde in der Yukosaffäre bringt einen bullischen Impuls in das Geschehen. Der Konzern wird zerschlagen. Die wichtigste Produktionstochter Yuganskneftegas wird am 19. Dezember versteigert.

Das Thema der Woche ist die Heizölversorgung in den USA. Enttäuschende Vorratszahlen haben die Stimmung verhagelt. Nachdem sich die Rohölvorräte prächtig entwickelten, ging man davon aus, das gleiches mit dem Heizölbestand geschieht. Das ist nicht der Fall. Die Vorräte sind so niedrig wie nie im November. Statt eines Aufbaus setzt sich der Abbau fort. Damit wird die Versorgung zum Spielball des Wetters. Für einen milden Winter könnte der Vorrat ausreichen. Einer Kältewelle hielte er womöglich nicht stand. In aktuellen Prognosen wird ein kalter Winter in den USA vorhergesagt.

Man muss davon ausgehen, dass in den kommenden Wochen jedwede Wetterprognose für die USA schwerer wiegt als irgend ein anderes Ereignis auf der Welt. Das Thema wird extrem emotional behandelt. Das wird besonders deutlich, wenn man sich die reale Bedeutung von Heizöl für die USA vor Augen führt. Lediglich 8% aller Haushalte heizen mit Heizöl. Während jeder Haushalt mit ein bis zwei Fahrzeugen ausgerüstet ist. Dennoch dominiert Heizöl die Preisbildung des gesamten Ölkomplexes.

Charttechnisch ist die aktuelle Formation äußerst unfreundlich. Der Vorangegangene Preisrückgang reichte exakt bis zu dem Punkt, der laut Lehrbuch als Tiefpunkt einer Gegenreaktion in einem bestehenden Trend gilt. Die übertriebene Preissteigerung hat ihren Ursprung im Juli. Sie verlief in zwei Wellen. Eine dritte Welle mit neuen Höchstwerten wäre eine lehrbuchhafte Konstellation.

Es ist zwar zu erwarten, dass der Dollar weiter nachgibt. Doch während hier 10% eine sehr große Veränderung wäre, ist dies bei einem laufenden Trend im Heizöl eher eine kleine bis mittlere Zahl. Die Verhältnisse reichen wahrscheinlich nicht aus, um der möglichen Preissteigerung hierzulande Paroli zu bieten.

Heute Morgen zieht der Gasölpreis weiter an. Nachdem der Preis für die Tonne in der abgelaufenen Woche kurz unter die Marke von 400$ fiel, steht er aktuell bei 466$.

Unsere Heizölpreise können sich dem Weltmarkt nicht widersetzen. Sie steigen rasant an. Die Spekulation auf weiter fallende Preise barg das Risiko aus den unzureichenden Beständen. Es entlud sein Gift voll. Sehr viele Verbraucher hatten zuvor die Möglichkeit genutzt, sich relativ günstig einzudecken. Für andere wird das ?Überspekulieren? nun teuer. Inzwischen sind die Preise im Bundesdurchschnitt bei 3000 Liter Liefermenge bereits um 9% gestiegen. Angesichts der für die kommenden Wochen zu befürchtenden Preissteigerungen, sollten Verbraucher mit fast leeren Tanks schnell ordern, um nicht weiter den Preisen hinterherlaufen zu müssen.

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