Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Zuschlag für Bayern

Ruhig ging es gestern am Weltmarkt zu. Die Preise bewegten sich kaum. Sie stecken zwischen Überversorgung und Spekulationssucht fest. Die Überversorgung des Marktes drückt. Die Spekulationssucht der Geldhäuser hebt. Die Zeichen mehren sich, dass die Spekulationssucht nicht länger geduldet wird. Damit wird eine Fortsetzung des Aufwärtstrends der Preise auf längere Sicht unwahrscheinlich. Sie wird auf eine Zeit vertagt, in der die Versorgung erneut eine Spur von Mangel erkennen lässt. Ein Indikator, wie stark die Ölpreise durch Finanzspekulanten beeinflusst sind, ist ihre Reaktion auf den Devisenmarkt. Je stärker eine Gegenreaktion der Ölpreise auf Dollarbewegungen ist, umso höher ist der Einfluss der Finanzwelt. Im Extremfall wird Öl ausschließlich als Anlageprodukt und nicht als Ware gehandelt. Momentan sinkt der Anlageanteil. Heute Morgen bleibt die Preisbewegung verhalten. Überzeugende Chancen für einen weiteren Preisrückgang sind im Augenblick nicht evident. Die Tonne Gasöl kostet 541 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 68,80 Dollar. Der US-Dollar wird zu 68,32 Eurocent gehandelt. Das war es zum Weltmarkt. Nun geht es ins Inland.

Bayern ist ein besonderes Bundesland. Ob das nun Image oder Fakt ist, spielt keine Rolle. Mindestens das Image wird von den Bayern gepflegt und vom Rest der Republik bestätigt. Im Heizölgeschäft ist die sprichwörtliche Besonderheit in den letzten Jahren Fakt geworden. Denn in Bayern werden die Heizölpreise anders geschrieben als im restlichen Deutschland. In Bayern gibt es einen Zuschlag. Der heißt GGVS. Die Abkürzung bedeutet „Gefahrgutverordnung Straße“. Bisweilen wird auch von ADR gesprochen. Das ist die internationale Mutter der entsprechenden Verordnungen. Sie hat den wohlklingenden Titel „Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route“. Die GGVS ist mittlerweile ungültig. Sie wurde durch die GGVSEB ersetzt. Der Vollständigkeit halber sei auch hierfür der Klartext genannt. Er lautet „Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt“. Aber das alles sollte einen Heizölkunden eigentlich gar nicht interessieren, zumindest nicht wenn er sich nur für den Preis der Ware interessiert. Denn wie beispielsweise die Mineralölsteuer und der Erdölbevorratungszuschlag müsste auch ein GGVSEB-Aufschlag im ausgewiesenen Preis enthalten sein. Im Gegensatz zu den beiden letzt genannten gibt es gar keinen gesetzlich festgelegten GGVSEB-Aufschlag. Bei der Verordnung handelt es sich um Vorschriften für den Frachtumgang. Zweifels ohne kann eine Vorschrift Kosten verursachen wie alles andere bei der Abwicklung einer Heizölbestellung auch. Warum nun gerade diese Kosten gesondert genannt werden, ist ein bayrisches Rätsel. Man könnte auch eine Reifenabnutzungspauschale oder einen Verkehrsstauaufschlag verlangen.

Wenn man es mit der Preisangabenverordnung (PAngV) genau nimmt, kann man das allerdings nicht. Denn diese Verordnung schreibt gewerblichen Anbietern vor, vergleichbare Preisauszeichnungen vorzunehmen, die alle Preisbestandteile enthalten. Im Heizölgeschäft ist das der komplette 100-Liter-Preis. Dieser Preis ist deshalb die Grundlage des Geschäfts, weil Endverbraucher eine beliebige Angebotsmenge erfragen können. Der Preis dieser Angebotsmenge muss in allen Angeboten direkt vergleichbar sein. Das ist er nicht, wenn nach Angabe des Preises ein willkürlich gewählter Zuschlag addiert wird.

Der Sinn dieses Zuschlags erschließt sich dem geneigten Verbraucher sofort. Er soll die Preisgestaltung günstig erscheinen lassen. Wenn am Ende etwas draufgerechnet wird, kann der Zwischenpreis tiefer angegeben werden. Als die Idee vor Jahren in Bayern geboren wurde, wendete man sie sehr behutsam an. Zunächst wurden von dem einen oder anderen Verkäufer ein paar wenige Euro zugeschlagen. Bei einer Rechnung von 1500 Euro waren das wirklich Peanuts. Verbrauchern schien es abwegig, dagegen zu protestieren. Mittlerweile ist der Zuschlag zur gängigen Praxis geworden, immerhin mit einer weiten Spanne. In der Spitze beträgt er über 25 Euro. Wohin die Sache führen wird, ist absehbar. Bald werden 30 und 40 Euro verlangt werden, nur damit der 100-Liter-Preis möglichst niedrig angegeben werden kann. Ist das nicht absurd? Wir meinen, dass es das ist. Wenn die Preise nicht ausreichen, um die Kosten zu decken, müssen sie angehoben werden. Das ist doch klar. Wenn sich die Händler in ganz Bayern einig sind, dass ein Zuschlag erhoben werden muss, sollen sie diesen einpreisen. Wo ist das Problem? Der Kunde hat jedenfalls ein Recht darauf, vergleichbare Preise präsentiert zu bekommen, egal wie hoch diese auch immer sein werden. Bei esyoil gibt es übrigens keinen GGVS-Zuschlag, nicht in Bayern und nicht in Deutschland.

Unsere Heizölpreise geben nach. Sie haben ein passables Niveau erreicht. Im Jahresverlauf erwarten wir zeitweise tiefere Preise. Als Durchschnittswert könnten die aktuellen Preise für einige Zeit bestehen bleiben. Wer dringend Heizöl braucht, sollte mit dem Kauf nicht zögern. Wer Dispositionsspielraum hat, weil ausreichend Heizöl im Tank ist, sollte auf tiefere Preise spekulieren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com .

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