Preisvergleich:

Ölpreis visiert die 50-Dollar-Marke an

Internationaler Markt

Die Marke von 50 Dollar je Barrel ist jetzt in Sichtweite. Am frühen Morgen stand Brent-Rohöl bei 49,5 Dollar je Barrel. Der Ölmarkt reagiert damit vor allem auf die gestrige OPEC-Entscheidung. Aber auch der schwache Dollar und neue Hoffnungen auf ein Konjunkturpaket in den USA beflügeln die Rohstoffpreise.

Das Ölkartell OPEC+ konnte sich gestern nach mehrtägigen Verhandlungen auf einen Kurs für das erste Quartal 2021 einigen. Die Förderkürzungen von bisher 7,7 Mio. Barrel pro Tag sollen demnach nur leicht auf 7,2 Mio. aufgeweicht werden. Einmal pro Monat soll überprüft werden, ob eine weitere Erhöhung der Förderziele angemessen ist, also ohne die Ölpreise wieder nach unten zu treiben und ohne der Konkurrenz in den USA oder Brasilien größere Marktanteile überlassen zu müssen.

Der Markt reagierte positiv. Brent-Rohöl kletterte zunächst auf knapp 49 Dollar je Barrel und über Nacht dann weiter Richtung 50 Dollar.

Ob geplant oder nicht, die OPEC hat das Ruder im Ölmarkt wieder in der Hand. Das Schreckgespenst Schieferöl ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Eine Firma nach der anderen rutscht in den Konkurs. Die Investoren wenden sich nach einem Jahrzehnt roter Zahlen ab. Der Wechsel im Weißen Haus wird die Lage weiter erschweren, wenn das Biden/Harris-Duo die amerikanische Klima- und Umweltpolitik aus ihrem Tiefschlaf zurückholt.

Das große Fragezeichen bleibt jedoch die Erholung der Ölnachfrage. Das ist in Asien zum Teil gelungen, aber auch dort ist der Preis der Pandemiebekämpfung eine eingeschränkte Mobilität. Das verheißt also nichts Gutes für die Nachfrage nach Benzin oder Kerosin.

Hinzu kommt die Elektromobilität. Der Marktanteil der Elektroautos überschreitet in Europa bereits die Marke von 10 Prozent und wird wohl weiterhin rasch zulegen, auch wenn der Effekt auf den Benzin- oder Dieselverbrauch im Moment noch gering ist.

Kurzfristig sind hingegen die Marktkräfte der stärkste Gegner der OPEC. Sollten die Ölpreise weiter zulegen, werden auch andere Ölproduzenten wieder auf den Markt zurückkehren. Norwegen hat bereits angekündigt, seine freiwilligen Kürzungen um 0,3 Mio. Barrel pro Tag ab Januar zu streichen.

Doch im Moment überwiegen die preistreibenden Kräfte. Der Handel startet heute Morgen fest. Der Ölmarkt wartet auf die neuen Arbeitsmarktdaten aus den USA und Neuigkeiten zum Konjunkturpaket in den USA.

Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht aktuell bei 46,29 US-Dollar je Barrel Tendenz: steigend. Die Nordseesorte Brent kostet 49,51 US-Dollar je Barrel Tendenz: steigend. Rotterdamer Gasöl notiert bei 403,00 Dollar je Tonne Tendenz: steigend. Der US-Dollar ist 0,8226 Euro wert Tendenz: fallend. Damit steht der Euro bei 1,2153 Dollar Tendenz: steigend. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise steigen weiter. Am frühen Morgen stehen sie bereits deutlich über 45 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3000 Liter). Die Heizölpreis-Tendenz zeigt den doppelten Effekt aus höheren Rohölpreisen und den ersten Ausläufern der CO2-Steuer zum Jahreswechsel.

Auch die steigenden Frachtkosten auf dem Rhein belasten. Noch ist keine Besserung bei den Wasserpegeln in Sicht. Lediglich der starke Euro mildert den Effekt der höheren Rohölpreise etwas ab.

Der deutsche Heizölmarkt ist entsprechend nervös. Die Bestellmengen sind nach wie vor sehr hoch. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Kaufbereitschaft nach Preisanfragen misst, steht noch immer auf dem zweithöchsten Wert.

Der Preisoptimismus ist mittlerweile im Keller. Nur noch die Hälfte der Kundschaft erwartet laut der tagesaktuellen Lesereinschätzung einen Rückgang der Heizölpreise – ein ungewöhnlich tiefer Wert. Die Preischarts treiben den Verbrauchern zusätzlichen Angstschweiß auf die Stirn. In den letzten Wochen hat sich ein steiler Aufwärtstrend herausgebildet, dessen Endpunkt noch nicht absehbar ist.

Was tun? Auch wenn der Ölmarkt die Schlagzeilen beherrscht, sollten die Verbraucher ihre Aufmerksamkeit vor allem auf den Preissprung zum 1. Januar richten. Wer es noch rechtzeitig schafft, sollte den Tank bis dahin füllen (siehe: “Spartipp”).

Wenn Sie die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen wollen, sollten Sie aber in jedem Fall genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab plus hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

Spartipp: Fossile Energieträger werden ab dem 1.1.2021 mit einem CO2-Aufschlag belegt. Für Heizöl beträgt er gut 8 Cent pro Liter. Darüber hinaus wird die Mehrwertsteuer wieder auf 19 Prozent angehoben. Insgesamt ist eine Preiserhöhung von 9 Cent pro Liter zu erwarten. Für eine 3.000 Liter Bestellung ergibt sich damit ein Aufschlag von 270 Euro. Planen Sie also Ihren Heizölkauf vorausschauend und behalten Sie die Lieferfristen im Blick! Für Lieferungen bis zum 31.Dezember 2020 entfallen CO2-Aufschlag und Mehrwertsteuererhöhung.

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Heizölpreise-Chart vom 04 Dezember 2020

Heizölpreise-Chart vom 2020-12-04
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 04 Dezember 2020, pro 100 Liter (links) und 3.000 Liter (rechts). Preise inkl. MwSt.

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