Preisvergleich:

Ölpreise schwächeln erneut

Internationaler Markt

Die Rohölpreise (Brent) gaben gestern den fünften Tag in Folge nach. Der Rückzug erfolgt nur in kleinen Schritten und scheinbar in ruhigen Bahnen, doch an den Ölbörsen geht es ungewöhnlich hektisch zu.

Seit Tagen findet ein heftiges Tauziehen zwischen Ölpreisbullen und Ölpreisbären statt. Nachdem Anfang der Woche der zweite Anlauf auf die 70-Dollar-Marke scheiterte, treten nun die Skeptiker auf den Plan: Wird sich die Ölnachfrage tatsächlich so zügig erholen wie erwartet? Das Impfchaos in der EU, die Ankündigung neuer Lockdowns, sowie die relativen schwachen Zahlen zur Ölnachfrage aus den USA lassen Zweifel aufkommen. Hinzu kommt die These, dass sich der Benzinmarkt auch nach der Pandemie nicht erholen wird. Vor allem die hohen Preise an den Zapfsäulen und die immer schneller steigenden Absatzzahlen für Elektroautos könnten das verhindern.

Auch die Großwetterlage auf den Finanzmärkten spielt nicht mehr in dem Maße mit wie noch zum Jahresstart. Die Zinsen für US-Anleihen steigen wegen der Inflationsrisiken immer höher. Einige Experten munkeln, dass die Zentralbanken bereits hinter den Kulissen eingreifen, um den Zinsanstieg abzubremsen. Der Konjunkturaufschwung, der auch den Ölverbrauch beschleunigen soll, könnte also ins Stolpern kommen, noch bevor er richtig Fahrt aufgenommen hat.

Endgültig verdarb dann der gestrige Wochenbericht des US-Energieministeriums die Laune. Positiv war zwar die allmähliche Normalisierung im amerikanischen Ölmarkt. Die texanischen Raffinerien nehmen nach den Ausfällen durch die Kältewelle ihre Arbeit wieder auf. Die Schiffskanäle und Pipelines können wieder genutzt werden.

Doch der leichte Anstieg der Rohölvorräte und Produktlager passte nicht in das Bild der Ölpreisoptimisten. Dasselbe gilt für die schwachen Nachfragezahlen. Weder der Benzinmarkt, noch der Kerosinmarkt kommen in Schwung.

Hier die Zahlen des DOE und des US-Branchenverbandes (API) im Überblick:

Rohöl: -1,0 Mio. Barrel (API) bzw. +2,4 Mio. Barrel (DOE)

Heizöl und Diesel: +0,9 Mio. Barrel (API) bzw.+0,3 Mio. Barrel (DOE)

Benzin: -0,9 Mio. Barrel (API) bzw. +0,5 Mio. Barrel (DOE)

Ölproduktion: 10,9 Mio. Barrel pro Tag (2,2 Mio. unter Vorjahreswert)

Nachfrage (4-Wochen-Durchschnitt): 18,8 Mio. Barrel pro Tag (2,4 Mio. unter Vorjahreswert).

Kein Wunder also, dass der monatelange Aufwärtstrend der Ölpreise pausiert. Gewinnmitnahmen und zusätzliche Wetten auf fallende Ölpreise (Shorts) prägen am heutigen Morgen das Bild.

Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht aktuell bei 64,00 US-Dollar je Barrel Tendenz: fallend. Die Nordseesorte Brent kostet 67,33 US-Dollar je Barrel Tendenz: fallend. Rotterdamer Gasöl notiert bei 527,75 Dollar je Tonne Tendenz: fallend. Der US-Dollar ist 0,8364 Euro wert Tendenz: fallend. Damit steht der Euro bei 1,1952 Dollar Tendenz: steigend. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Heizöl steht am frühen Morgen zwei Euro unter dem Jahreshoch. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt einen durchschnittlichen Preis von 62 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3000 Liter). Die Preisdelle der letzten Tagen folgt den fallenden Rohölpreisen und dem schwächelnden Dollar.

Darauf haben viele Verbraucher offenbar gewartet. Die Bestellaktivität zieht seit einigen Tagen an, von Hektik aber noch keine Spur. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Kaufbereitschaft nach Preisanfragen misst, bleibt auf der mittleren Stufe.

Viele warten ab, da sie mit noch niedrigeren Heizölpreisen rechnen. Knapp 80% der abgegebenen Stimmen in der täglichen Lesereinschätzung zeigen diesen Preisoptimismus.

Die Preischarts passen allerdings noch nicht dazu. Die kurz- und mittelfristigen Preiskorridore weisen nach wie vor nach oben. Vor allem der steile Aufwärtstrend seit dem letzten Herbst sticht hervor.

Was tun? Wer ohnehin bald ordern muss, sollte die aktuelle Preisdelle nutzen. Ein größerer Preiseinbruch auf den Ölmärkten ist jedoch nicht in Sicht. Die Preisrisiken bleiben hoch.

Wenn Sie die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen wollen, sollten Sie aber in jedem Fall genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab plus hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

Klarstellung: Es gibt immer wieder Missverständnisse über die Zukunft der Ölheizung. Daher der Hinweis, dass das Heizen mit Öl durch den Gesetzgeber nicht verboten wurde, auch nicht ab 2026. Ab diesem Stichjahr müssen neue Ölheizungen mit einem regenerativen Anteil ausgestattet sein, beispielsweise mit Solarkollektoren für die Erwärmung von Brauchwasser. Weitere Informationen

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt an meine E-Mail-Adresse: SteffenBukold@esyoil.com

Heizölpreise-Chart vom 18 März 2021

Heizölpreise-Chart vom 2021-03-18
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 18 März 2021, pro 100 Liter (links) und 3.000 Liter (rechts). Preise inkl. MwSt.

Lesereinschätzungen der Heizölpreis-Entwicklung am

Insgesamt wurden Stimmen gezählt.

Preis fällt (0%)

Preis steigt (0%)

Unsere Leser prognostizieren eine tendenzielle Seitwärtsbewegung.