esyoil-Logo Heizöl-Aktuell: Kratzen am unteren Rand

Kratzen am unteren Rand

Ein Kommentar von Klaus Bergmann (Geschäftsführer)

Als die Ölpreise Anfang der letzten Woche wieder zu steigen begannen, waren Sorgen über einen möglichen Höhenflug unangebracht. Angesichts der Konjunkturaussichten und der Lage am Ölmarkt war klar, dass der Aufwärtsdrang eine technische Reaktion ist, die in der Realwirtschaft keine Verankerung hat. Nun sinken die Preise wieder. Aktuell befinden sie sich erneut am unteren Rand ihres Seitwärtstrends. Es ist durchaus möglich, dass sie diesen in Kürze durchbrechen und in einen moderaten Abwärtstrend übergehen. Finanzjongleure scheinen aufgrund hartnäckiger Rezessionstendenzen in den USA für einen solchen Schritt weichgeklopft zu sein. Ihre typischerweise bullischen Interessen könnten momentan nur mit Hilfe einer Überraschung bei den US-Bestandsdaten gerettet werden. Sollte der Abgang der Ölpreise gelingen, wird der Dollar steigen.

preistreibende (bullische) Einflüsse:
Mal was Positives aus der Datenflut zur US-Wirtschaft
FED gibt der Wirtschaft weiterhin billigstes Geld
Spekulation auf harte Hurrikansaison

preisdrückende (bärische) Einflüsse:
Schwache US-Konjunktur
Hohe US-Lagerbestände
Ölnachfrage der OECD-Länder schwach
OPEC liefert zuviel Öl
Sorge um Staatsverschuldungen

Unsere Heizölpreise drehten gestern abwärts. Die Vorgabe von den Ölbörsen war freundlich. Sie könnte es bleiben. In dem Fall wird die Dollarentwicklung allerdings einen Teil der Verluste, die für Verbraucher natürlich Gewinne sind, neutralisieren. Nach wie vor erwarten wir keinen großartigen Preisrückgang. Bevor wir über einen solchen schwadronieren, muss die untere Grenze des Seitwärtstrends der Heizölpreisentwicklung erreicht werden. Sie ist nicht mehr fern, aber fern genug um den Weg dorthin durch bullische Impulse zu stören. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

Leser-Kommentare

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  • Euro gut alles gut

    dieses aufbäumen des Ölpreises zum weiter stetigen abmelken der westlichen Industrienationen ist mehr als ärgerlich. Hoffentlich implodiert der jahrelang aufgeblasene "Kunst" - Hochpreis....!

  • Bellheim

    Sehr geehrter Herr Bergmann,

    ich schätze Ihre Kommentare und Ihre Sicht des Wirtschaftsgeschehens sehr. Sie zeugen immer wieder von fundamentaler und vor allem sehr umfachreicher Sachkenntnis.
    Vielleicht können Sie in einem Ihrer nächsten Kommentare einmal den Zusammenhang von Ölpreis und Dollarkurs näher beleuchten. Mir leuchtet es noch nicht ein, warum der Dollar gerade beim Einbrechen der US-amerikanischen Wirtschaft als "vermeintlich sicherer Hafen" erscheint. Da können doch die Versprechungen eines Notenbankchefs kaum ausschlaggebend sein.

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