Powerplay der Finanzindustrie
Noch halten die Ölpreise.
Die Finanzszene ist in hervorragender Spiellaune. Mit konzentrierten Angriffen versucht sie, das Abwehrbollwerk des hohen Ölangebots zu knacken. Seit einigen Tagen erleben wir ein Powerplay, das allerdings noch nicht zu zählbarer Preiserhöhung geführt hat. Am Ende der Handelstage gingen die Angreifer in Deckung, um nicht unerwartet von den Ölmassen, die der Markt derzeit zu bieten hat, weggespült zu werden. Zur guten Laune tragen ein paar freundliche Wirtschaftsdaten und die Aussicht auf Hilfe für Griechenland bei. Auf der Gegenseite wird immer mehr Öl in die Abwehrmauer gepumpt. Der Irak hat die höchste Exportmenge seit 1990 erreicht und Saudi Arabien hat Mühe, das viele Öl loszuwerden. Bei Abnehmern in Fernost steht das Land im Wettbewerb mit Russland. BP verschafft sich neue Quellen, die in den nächsten Jahren mehr Öl liefern sollen, als durch den Wegfall alter Bohrlöcher verloren geht. Das alles wird die Finanzindustrie nicht daran hindern, auf höhere Preise zu spekulieren. Sie muss aufpassen, nicht selbst ausgekontert zu werden. Böse Zungen behaupten, sie könne das Spiel nicht verlieren, weil die Schiedsrichter gekauft sind.
preistreibende (bullische) Einflüsse:
Finanzhilfen für notleidendes Griechenland in Aussicht gestellt
Spekulanten wollen hohen Ölpreis
Atomstreit mit dem Iran
IEA und OPEC sehen Nachfragebelebung in 2010
preisdrückende (bärische) Einflüsse:
Sorge um Stabilität des Finanzsystems
OPEC liefert zuviel Öl
Heizölschwemme
Schwache Nachfrage in alten Industrieländern
China strafft Geldpolitik
Unsere Heizölpreise dümpeln mehr oder weniger seitwärts. Der erwartete Abgang ist einstweilen auf Eis gelegt. Grund ist die Tatsache, dass die Finanzindustrie relativ furchtlos gegen das Überangebot im Markt wettet. Derzeit zieht sie Gewinne aus Tagesschwankungen. Einen Aufwärtstrend konnte sie noch nicht etablieren. Aber dieser hat momentan mehr Chancen als ein Abwärtstrend. Die Lage ist außerordentlich instabil. Sie kann in weinigen Wochen vollkommen anders aussehen. Wer demnächst Heizöl benötigt sollte nicht auf tiefere Preise spekulieren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.
- 3. März 2010
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