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HEIZÖL: Jahresendrallye


Auf den Aktienmärkten findet sie nicht statt, aber auf dem Ölmarkt. Da läuft eine Rallye, die den Namen verdient hat. Rasanter als erwartet jagen die Preise in die Höhe. Es wird gekauft, als gäbe es morgen kein Öl mehr.

Inspiriert wird die Jagd auf die Ölkontrakte von den Vorgängen in Venezuela und im Irak. Die vor drei Wochen begonnenen Streiks beim größten Produzenten in Südamerika kappen die Versorgung dramatisch. Händler rechnen fest damit, dass die Auswirkungen der Unruhen bereits in der kommenden Nacht in den Zahlen über die Entwicklung der US-Ölvorräte zu sehen sein werden. Sie sind bereits knapp. Wenn nun die Mengen des wichtigsten US-Lieferanten ausbleiben, steht wieder das Damoklesschwert der Versorgungskrise über dem Land. Das verleiht den Preisen natürlich Flügel.

In dieser Situation wird George Bush eventuell doch noch einmal darüber nachdenken, ob er den Irak angreifen soll. Es sei die weihnachtliche Phantasie erlaubt, dass am Ende streikende Venezuelaner einen Krieg in der Golfregion verhindern könnten.

Momentan ist die Stimmung aufgeheizt. Fundamental und charttechnisch können die Preise anscheinend nur aufwärts gehen. Doch die Realität hat schon häufiger gezeigt, dass sie andere Wege geht. Auf Jahressicht hat die Welt z.Z. mehr Öl zu bieten, als sie zum Verbrennen benötigt. Daher wird jede Art von Verknappung nur eine vorübergehende Erscheinung sein. Extreme Situationen werden natürlich extreme Preisbewegungen mit sich bringen. Dass die Ölpreise volatiler werden, haben Experten aber schon lange vorhergesagt. Mit etwas Weitsicht wird man damit gut umgehen können.

Der aktuelle Höhenflug wird vermutlich in den kommenden Tagen weitergehen. Allerdings wird durch ein fallendes Handelsvolumen bereits signalisiert, dass die Preise zur Übertreibung neigen. Eine Umkehr der Bewegung wäre daher naheliegend. Angesichts der Gesamtsituation wäre sie aber vermutlich nur eine Gegenreaktion, die zur Konsolidierung der hohen Preise diente, um schließlich neue Hochs zu erreichen.

Heute Morgen zieht der Gasölpreis weiter an. Mit 254$ pro Tonne liegt er deutlich über der gestrigen Handelsspanne. Und nicht nur das, er hat einen Jahreshöchststand erreicht.

Dem schwachen Dollar sei Dank, dass unsere Heizölpreise ihren Jahreshöchststand vom 2. Oktober noch nicht getoppt haben. Doch das ist nun nur noch eine Frage von ?Stunden?. Wir hoffen, dass unsere Nutzer in der guten Lage sind, kein Heizöl mehr einkaufen zu müssen. Denn jetzt ist es teuer. Sollte das nicht der Fall sein, kaufen Sie schnell eine kleine Menge. Im Frühjahr sieht die Welt der Ölpreise sicher wieder ganz anders aus.

17.12.02

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