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HEIZÖL: Kleine Ursache große Wirkung


US-Vorratsdaten treiben Preise in die Höhe.


Eine Stecknadel hatte die Bewegung ausgelöst. Es wurde eine Lawine. Bei Handelsschluss hatten sich die Ölnotierungen um 3-4% verteuert. Die Stecknadel war die Veröffentlichung der US-Vorratsdaten. Die Lawine war der Trend. Und damit nicht genug, auch der Dollar entwickelte sich rasant gegen die Interessen europäischer Heizölverbraucher.

Die Daten von API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) über die Ölbevorratung in den USA entsprechen nicht den Erwartungen der Händler. Statt eines neutralen Ergebnisses zeigen sie in Summe über alle Produkte einen Rückgang der Vorräte gegenüber der Vorwoche von 3,0 bzw. 2,7 Mio. Barrel. Das entspricht einer relativen Abnahme der Vorräte von 0,5%.

Im Einzelnen lesen sich die Werte wie folgt. Rohöl bleibt in beiden Betrachtungen unverändert zur Vorwoche. Heizöl und Diesel verlieren 3,4 bzw. 1,1 Mio. Barrel. Benzin legt in der API-Studie um 0,5 Mio. Barrel zu und verliert in der DOE-Studie 1,6 Mio. Barrel. Die Importe sind weiter hoch. Sie sind deutlich höher als vor einem Jahr aber etwas geringer als in der Vorwoche. Die US-Raffinerien zeigten einen jämmerlichen Auslastungsgrad. Hierin kommen die Ausfälle zum Ausdruck.

Gemessen an der Höhe des Rückgangs in den Lagern sind die Kursgewinne groß. Da neben den Vorratsdaten keine weiteren bullischen Nachrichten gehandelt wurden, geht der starke Preisanstieg einzig auf die trendfolgende Stimmung zurück. Getreu dem Motto ?the trend is your friend? speisten sich die steigenden Preise selbst.

Fundamental gibt es durchaus ernstzunehmende Widerstände gegen den Höhenflug. Nigerias Einlassung, sich nicht an einer Kürzung der Liefermengen zu beteiligen, und die Wiedereröffnung eines Ölterminals im Irak sollten die Kurse flach halten. Aber der in Partylaune handelnde Markt ließ diese Meldungen vollkommen unbeachtet. Es sieht nach Übertreibung aus. Daraus gibt es üblicherweise irgendwann ein plötzliches Erwachen. Ernstzunehmen sind allerdings die preistreibenden Sorgen über die Benzinversorgung der USA. Aufgrund von schärferen Umweltschutzbestimmungen braut sich hier ein Problem zusammen.

Der für europäische Verbraucher so verlässliche Dollarkurs wurde gestern von Gerhard Schröder persönlich demoliert. Er hatte mit seiner Attacke auf die Zinspolitik der EZB die Interessen der Exportindustrie und nicht die der Verbraucher im Auge. Seine Forderung nach einer Zinssenkung beantwortete der Markt mit einer Dollarverteuerung um gut 1,5%.

Der Gasölpreis hat mit dem gestrigen Sprung die 270$-Marke wieder überwunden. Die Tonne kostet heute Morgen 271,50$.

Unsere Heizölpreise zogen kräftig an. Alle Einflussfaktoren wirkten in die gleiche Richtung. Damit ist die kurzfristige Attraktivität der Preise verfolgen. In einer Betrachtung über 12 Monate sind sie allerdings immer noch gut. Heizöl war vor einem Jahr im Durchschnitt 30% teurer als heute. Damals sah die Welt dem Irakkrieg entgegen.

26.02.04

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