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BP: Zum 14. Mal hintereinander mehr gefunden als gefördert
Der BP ist es im vergangenen Jahr zum 14. Mal hintereinander gelungen, ihre Öl- und Gasreserven der Menge nach stärker zu steigern als ihre Förderung. Der Zugang zu den bestätigten Reserven des Unternehmens übertraf die geförderte Öl- und Gasmenge um 26 Prozent. Dazu hat vor allem das russisch/britische Joint Venture TNK-BP beigetragen, das dem Konzern wegen der Querelen mit den russischen Eigentümern ansonsten eher Kopfschmerzen bereitet. Es konnte seine Reserven im Verhältnis zur Öl- und Gasgewinnung zu 179 Prozent ersetzen.
Mit ihrer heutigen Reservenbasis ist BP in der Lage, bis zum Jahr 2020 eine Öl- und Gasgewinnung von 200 Millionen Tonnen Öleinheiten im Jahr aufrecht zu erhalten - bei einem Ölpreis von 60 USDollar je Barrel -, ohne dass neue Vorkommen gefunden werden müssten. Unterstellt man, dass das Unternehmen seine Öl- und Gasexploration fortsetzt und dass die technische Entwicklung weiter fortschreitet, so kann BP auch nach 2020 noch positiv in die Zukunft blicken.
Beim Auffinden neuer Öl- und Gasvorkommen und der Neubewertung der Reserven in bekannten Lagerstätten spielt die Technologie zusammen mit dem Ölpreis eine Schlüsselrolle. Ein Beispiel ist das Mars-Feld im Golf von Mexiko. Als es 1989 entdeckt wurde, schien es unvorstellbar, aus einer derartigen Wassertiefe jemals wirtschaftlich Öl produzieren zu können. Doch in den letzten zehn Jahren hat sich die Tiefwassertechnik derart entwickelt, dass man heute sogar in doppelt so tiefen Meeresgebieten Öl- und Gasvorkommen erschließen kann.
Ein anderes Beispiel ist das so genannte Tight Gas, in besonders dichten Gesteinsschichten eingeschlossenes Gas, das sich nur schwer gewinnen lässt. Heute erlauben Frac-Verfahren das Aufbrechen der Gesteinsschichten, so dass das Gas zur Erdoberfläche strömen kann. Mit verbes- serten Fördertechniken kann zudem mehr Öl und Gas aus bekannten Vorkomme herausgeholt werden als man früher an genommen hat. So werden heute die Re serven des Prudhoe Bay-Feldes in Alask um 50 Prozent höher bewertet als noch zu Förderbeginn. Dort wird man nach heutigen Erkenntnissen noch 60 Jahr lang Öl produzieren können.
Energie Informationsdienst 34/08 vom 18.08.2008 S.24

