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Benzin aus Abfällen findet in Nordamerika immer mehr Interessenten

Nach vielen Fehlstarts in der Vergangenheit scheint in den USA und Kanada ein neuer Industriezweig zu neuem Leben erweckt zu werden. Zahlreiche Firmen kündigen den Bau von Anlagen an, in denen aus Holzschnitzeln, landwirtschaftlichen Abfällen und Müll Kraftstoffe erzeugt werden sollen. 28 solcher Anlagen befinden sich entweder in Planung, in Bau oder sogar schon in Betrieb. Ölpreise über 100 US-Dollar je Barrel und staatliche Unterstützung haben die Wirtschaftlichkeit dieses Industriezweiges verbessert.

Zwar sind noch einige Hürden zu überwinden, aber die Regierung ist bereits beigesprungen. Mit Subventionen von 1,01 US-Dollar je Gallone erhält der neue Benzinersatz doppelt so viel Unterstützung wie die Produktion von Ethanol auf Maisbasis. Hinzu kommt, dass sich mit diesen Verfahren nicht nur kleine Investoren mit technischen Visionen beschäftigen, sondern Großunternehmen wie DuPont, Shell, BP, General Motors (GM) und Honeywell. Die US-Regierung schätzt, dass alternative Kraftstoffe den Benzinbedarf des Landes zur Hälfte decken können und zu einem noch größeren Teil, wenn die Autos sparsamer werden.

In der ersten Hälfte 2008 floss mit 612 Millionen US-Dollar fast doppelt soviel an Risikokapital in Forschung, Entwicklung und Anlagenbau wie im gesamten Jahr 2007. Die Beratungsfirma PFC Energy hat Projekte für 1,5 Milliarden US-Dollar Investitionen erfasst, die jährlich mehr als 1 Milliarde Liter alternative Kraftstoffe herstellen könnten, wenn sie verwirklicht werden. Dazu gehört beispielsweise Solazyme, die Biokraftstoff aus Algen gewinnen will, oder KL Process Design und Range Fuels, die als Rohstoff Holzschnitzel verwenden wollen. rulcrum BioEnergy baut für 120 Millionen US-Dollar eine Anlage, die aus 90.000 Tonnen Hausmüll jährlich 40 Millionen Liter Ethanol gewinnen will. Das gleiche Ziel hat Bluefire Ethnanol, während Enerkem dazu arsengetränkte Telefon- und Strommasten nutzen will. Seit 2004 betreibt logen in Ottawa eine Versuchsanlage zur Ethanolerzeugung auf Basis von Stroh. Shell hat ihre Beteiligung an logen kürzlich auf 50 Prozent erhöht. GM hat eine ungenannte Summe in die Firmen Coskata und Macoma investiert, die Ethanol aus Biomasse produzieren wollen. DuPont arbeitet mit Genencor zusammen, um aus pflanzlichen Abfällen Ethanol herzustellen. Die beiden Unternehmen schätzen den Wert des Weltmarktes für Ethanol nach ihrem und ähnlichen Verfahren auf 75 Milliarden USDollar.

Energie Informationsdienst 33/08 vom 11.08.2008 S.26