
esyoil Special:
Besteuerung
Erdgas ist nicht umweltfreundlicher als Heizöl. Berlin
korrigiert falsche Bewertung.
Die Regierung braucht Geld. Und im Gegensatz zu Unternehmen kann sie sich das
per Gesetz beim Bürger beschaffen. Und das tut sie auch. Der einzige Trost, der
Ölheizern bei diesem Feldzug gegen die erwerbstätige Bevölkerung bleibt, ist die
Tatsache, dass nun endlich die jahrelange Fehlbehandlung von Heizöl gegenüber
Erdgas korrigiert wird.
Die Erdgasverkäufer haben es verstanden, sich das Image der umweltfreundlichen
Energie zu verschaffen. Geschickt aber gelogen. Inzwischen ist bekannt, dass bei
ganzheitlicher Betrachtung der Prozessketten von Erdgas und Heizöl von der Quelle
bis zur Verbrennung das Erdgas als etwas schädlicher für die Umwelt einzuschätzen
ist als das Heizöl (siehe Beiträge im esyoil special).
Diese Tatsache findet nun Ausdruck in der neuen Besteuerung von Brennstoffen.
Danach bleibt die Steuer auf Heizöl unverändert bei 61,35 EUR pro 1000 Liter. Das
entspricht 5,57 EUR pro brennwertbereinigter Megawattstunde. Die Steuer auf
Erdgas wird auf 5,50 EUR pro Megawattstunde angehoben. Die Änderung ist für
Erdgasheizer bitter, denn sie bezahlen bisher 3,48 EUR pro Megawattstunde. Das
ist eine Steuersteigerung um 58%.
Damit kann die steuerliche Gleichbehandlung von Heizöl und Erdgas konstatiert
werden. Der verbleibende marginale Steuervorteil von 1,2% für Erdgas kann als
Unschärfe bei der etwas komplizierten Vergleichsrechnung zwischen Heizöl und
Erdgas angesehen werden.
Quelle: esyoil 10.12.02

