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Clean Development Mechanism gerät ins Gerede


eid Eines der wichtigsten Programme der UNO zur koordinierten Senkung der weltweiten Treibhausgasemissionen, der Clean Development Mechanism (CDM), scheint nicht die erwarteten Erfolge zu bringen. In den letzten Monaten haben Kontrolleure der UN Dutzende von Projekten abgelehnt, die in Entwicklungsländern den CO2-Ausstoß verringern und ihren Betreibern Einnahmen aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten bringen sollten. Nach Ansicht der Kontrolleure war ihr Nutzen für die Umwelt fraglich. Dazu gehörten unter anderem Maisfabriken in Brasilien, Zuckerfabriken in Indien und Palmölanlagen in Malaysia, die alle Verfahren zur Herstellung von Biokraftstoffkomponenten geplant hatten, sowie zwei Windparks in Indien. Solche Projekte haben bei den UN-Kontrolleuren den Verdacht auftauchen lassen, dass manche unabhängige Prüfgesellschaften wie etwa Der Norske Veritas oder die Schweizer SGS Vorhaben nicht eingehend genug auf ihren Umweltnutzen prüfen. Nach den Worten des Chef-UN-Regulators Kai Uwe Barani Schmidt ist im Rahmen des CDM ein Konflikt zwischen den ehrgeizigen Plänen der Privatwirtschaft und der Umweltintegrität entstanden. Das CDM gilt als das kostengünstigste Verfahren für die Senkung der Treibhausgasemissionen und hat zu einem Aufschwung des Handels mit CO2-Zertifikaten geführt. Nach Angaben der norwegischen Point Carbon sind im vergangenen Jahr CO2-Zertifikate für 2,68 Milliarden Tonnen zu 40,38 Milliarden Euro gehandelt worden.

Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 18/08 vom 28. April 2008 Seite 26