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Der deutsche Energiemarkt 2007 - Temperatur und Preise hatten größten Einfluss
Mineralöl und Erdgas decken mit einem Anteil von zusammen mehr als 56 Prozent immer noch weit über die Hälfte der deutschen Energienachfrage.
eid Vor allem die milden Temperaturen in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres und die hohen Preise für Energie prägten den Verbrauch von Energie in Deutschland im Jahre 2007 und ließen den Konsum an Primärenergie trotz der guten Konjunktur um 4,8 Prozent auf 473,5 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE) zurückgehen. Er sank damit auf ein Niveau, das es zuletzt in Deutschland (Ost und West) vor 30 Jahren gegeben hatte. Temperatur- und lagerbestandsbereinigt fiel der Rückgang mit 2,5 Prozent allerdings wesentlich schwächer aus. So fasst die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) ihren ersten ausführlichen Überblick über die Entwicklung der einzelnen Primärenergien im Hinblick auf Aufkommen, Verbräuche und Preise zusammen, der künftig jedes Jahr erscheinen soll.
Die milden Temperaturen, 2007 unterschritten sie das langjährige Mittel der Gradtagszahlen um 12 Prozent, beeinflussten vor allem den Verbrauch von Erdgas und Mineralöl und hier besonders den des leichten Heizöls. Während der Konsum an Erdgas um 5,0 Prozent und der an Mineralöl um 9,2 Prozent sank, wäre bei normalen Temperaturen nur ein Rückgang von gut 2 beziehungsweise rund 5 Prozent eingetreten. Der Stillstand von bis zu sechs der 17 deutschen Kernkraftwerke ließ zusammen mit der erhöhten Nachfrage der Stahlerzeugung den Absatz von Stein- und Braunkohle steigen. Den stärksten Zuwachs erzielte mit fast 29 Prozent die Windenergie. 19.750 Windenergieanlagen verfügen über eine installierte Leistung von 22.250 MW Die erneuerbaren Energien insgesamt konnten ihren Anteil an der Primärenergie von 5,5 auf 6,6 Prozent ausweiten. Trotzdem hat sich die Struktur des Primärenergieverbrauchs nach Energieträgern wenig verändert. Nach wie vor führt das Mineralöl mit 34 Prozent vor Stein- und Braunkohle mit 25,9 Prozent, Erdgas mit 22,5 Prozent, Kernenergie mit rund 11 Prozent und den Erneuerbaren mit 6,6 Prozent. Besonders erfreulich ist, dass sich die Energieproduktivität der deutschen Volkswirtschaft temperatur- und lagerbestandsbereinigt mit rund 5 Prozent ungewöhnlich deutlich erhöht hat. Zwischen den Jahren 2000 und 2006 war sie im Jahresdurchschnitt nur um 1,7 Prozent gestiegen.
Dank der erneuerbaren Energien ist die Primärenergiegewinnung in Deutschland gestiegen. Sie erhöhte sich um 3,3 Prozent und deckte 28,5 Prozent des Primärenergiebedarfs. Zwar steht dabei die Braunkohle mit 41 Prozent der gesamten heimischen Energiegewinnung noch an der Spitze, aber die Erneuerbaren haben sich mit 23 Prozent an die zweite Stelle geschoben vor der Steinkohle mit reichlich 16 und dem Erdgas mit knapp 14 Prozent. Die heimische Erdölgewinnung spielt dabei nur eine geringe Rolle.
Beim Mineralöl ging der Benzinabsatz im achten Jahr in Folge zurück, während die Verwendung von Biokraftstoffen um 10 Prozent zunahm. Der Absatz von leichtem Heizöl brach mit einem Minus von 34 Prozent ein. Schweres Heizöl wurde um 4 Prozent weniger nachgefragt. Nur der Absatz von Dieselkraftstoff erhöhte sich um 1 Prozent und der von Flugkraftstoff um fast 4 Prozent. Bei einem deutlichen Anstieg der Verkehrsleistungen im Straßenverkehr hätte der Dieselkraftstoffabsatz eigentlich stärker wachsen müssen, vermutlich ist er durch Tanktourismus beeinträchtigt worden.
Der Erdgasverbrauch verminderte sich wegen der milden Temperaturen um 5 Prozent. Im Sektor Haushalte und Gewerbe verringerte er sich sogar um das Doppelte. Die Zahl der mit Erdgas beheizten Wohnungen stieg leicht auf 18,4 Millionen oder 48,3 Prozent. Die Industrie verbrauchte trotz guter Konjunktur etwas weniger Erdgas. Dagegen nahmen Kraftwerke 2 Prozent mehr Erdgas ab als im Jahr davor. Die inländischen Abgabepreise folgten den Importnotierungen. Bei industriellen Abnehmern wurden die Vorjahreswerte um 3 und auch bei Haushalten um 3 Prozent unterschritten.
Die heimische Steinkohlenförderung aus den acht verbliebenen Zechen stieg um 0,5 Millionen auf 22,2 Millionen Tonnen SKE. Die Einfuhren von Steinkohle und Koks erreichten 46 Millionen Tonnen SKE. Die Spotnotierungen für Steinkohle stiegen 2007 kräftig. Für Nordwesteuropa lagen sie durchschnittlich mit 86,60 Dollar je Tonne um 36 Prozent höher. Die Braunkohle förderte wieder gut 180 Millionen Tonnen. Von ihnen gingen 165 Millionen Tonnen an Braunkohlekraftwerke, die ihre Stromerzeugung um 3 Prozent auf 156 TWh steigerten.
Der Verbrauch der erneuerbaren Energien erhöhte sich im Vergleich zu 2006 um gut 15 Prozent auf 31,4 Millionen Tonnen SKE. Daran war Biomasse zu drei Viertel beteiligt.
Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 11/08 vom 10. März 2008 Seite 5

