Heizöl von esyoil

esyoil Special:

Der nachhaltigste Biokraftstoff kommt aus Brasilien



Biosprit ist nicht gleich Biosprit und wenn es nachhaltige Biokraftstoffe gibt, dann kommen sie vor allem aus Brasilien. Das waren die Kernaussagen des "Handelsblatt"-Roundtable zum Thema "Bioethanol" am Rande der DeutschBrasilianischen Wirtschaftstage in Köln. "Fragt man, mit welcher Pflanze sich derzeit am nachhaltigsten Energie produzieren lässt, dann ist das Zuckerrohr; fragt man, in welchem Land sich am besten produzieren lässt, dann ist das Brasilien; fragt man, wer bei der Herstellung von Ethanol die beste Technologie hat, dann ist das ebenfalls Brasilien", sagte Norbert Schmitz, Partner der Wiesbadener Unternehmensberatung Meó Consulting, der für das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Studie zu Innovationen bei der Produktion von Bioethanol erstellt hat.

"Brasiliens Bioethanol ist viel nachhaltiger als etwa Palmöl aus Indonesien", ergänzte die parlamentarische Staatssekretärin aus dem Bundesumweltministerium, Astrid Kluge (SPD). Bereits 80 Prozent des weltweit aus Zucker hergestellten Ethanols kommen aus dem Land am Amazonas. Vergangenes Jahr waren es 22 Milliarden Liter, bis 2010 sollen es 30 Milliarden Liter werden. 2,6 Milliarden Liter gehen derzeit in den Export, berichtet das "Handelsblatt". Dieser Boom gehe nicht auf Kosten des Amazonas-Regenwaldes. "Im Amazonas Zucker anzubauen, ist schon aus rein ökonomischen Gründen sinnlos", sagte Peter Gross, Großinvestor in der brasilianischen Zuckerrohrbranche. Das bestätigte auch Stephan Reimelt, Vorstand bei MAN Ferrostaal für den Bereich Biofuels. "Die Zuckerrohrplantagen liegen mehr als 2.000 km vom Regenwald entfernt." Außerdem gebe es mehr als 100 Millionen Hektar landwirtschaftlich nutzbare Brachflächen.

Einig waren sich die Roundtable-Teilnehmer, dass es eine einheitliche Zertifizierung für Biotreibstoffe geben müsse. Von der französischen Ratspräsidentschaft kommt nun der Vorschlag, dass die Europäische Union nur solche Biokraftstoffe zulassen soll, die 35 Prozent weniger Kohlendioxid an die Umwelt abgeben als fossile Brennstoffe wie Benzin und Diesel. Diese Zahl bezieht sich auf den gesamten Zyklus von der Produktion des Kraftstoffes bis zum Verbrauch. Auf der anderen Seite soll der Anbau von Energiepflanzen auf Flächen, die ehemals Regenwald waren oder für die Artenvielfalt wichtig sind, verboten werden.

Energie Informationsdienst vom 15.09.2008 38/08 S.25