eid Die Zukunft der Öl- und Gasindustrie gehört den drei größten staatlichen Öl- und Gasgesellschaften Saudi Aramco, der russischen Gazprom und CNPC aus China. Sie werden, analysiert „Weekly Petroleum Argus“, die so genannten sieben Schwestern ablösen (BP, Exxon, Mobil, Chevron, Texaco, Gulf und Shell), die bis in die 60er Jahre im Weltölmarkt dominierten.
Saudi Aramco verfügt über die größten Ölreserven der Welt, die sich noch dazu günstig fördern lassen. Gazprom besitzt weltweit das meiste Erdgas, hält das Monopol über Russlands Gasexporte und dringt in der Wertschöpfungskette weiter in Richtung Endkunden vor. CNPC hat Zugang zu dem potenziell größten Ölmarkt der Welt, China. Mit einer Ölproduktion von jährlich 135 Millionen Tonnen können Downstream-Verluste durch die vom Staat gedeckelten Preise ausgeglichen werden. Wenn die Preiskontrolle fällt, hat CNPC zudem beste Verdienstchancen auf dem Heimatmarkt. Zu CNPC gehört auch PetroChina, die gerade einen fulminanten Börsengang hingelegt hat und mit einem Börsenwert von fast 1 Billion Dollar, entsprechend knapp 690 Milliarden Euro, ExxonMobil als teuerstes Unternehmen der Welt abgelöst hat.
Trotzdem können nach Ansicht von BP-Chef Tony Hayward die Nachkommen der sieben Schwestern überleben. Die Majors seien markterfahren, unabhängig, weltweit tätig und unternehmerisch, während die Staatsgesellschaften einer Kommandowirtschaft unterlägen, eine geringe Produktivität aufwiesen, den Wettbewerb scheuten und gebremst investierten, weil sie im Gegensatz zu den börsennotierten privaten Gesellschaften kaum Zugang zu Risikokapital haben. Die Majors müssten ihre intellektuellen und technischen Fähigkeiten nutzen, um mit den staatlichen Gesellschaften langfristige und gegenseitig Erfolg bringende Partnerschaften einzugehen. Dafür ist laut Hayward die 3 Milliarden Dollar Partnerschaft der BP mit Gazprom ein Beispiel.
Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 46/07 vom 12.November 2007 Seite 8
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