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Europas Dieselbedarf ist einmalig



Die Beliebtheit des sparsamen Dieselantriebs bei europäischen Autofahrern und Spediteuren ist eine der Hauptursachen für den steigenden Dieselbedarf des Kontinents in den letzten Jahren. Es könnte aber sein, dass Dieselkraftstoff seine Beliebtheit einbüßt, denn sein Preis ist in letzter Zeit schneller gestiegen als der für Ottokraftstoff. Und Diesel könnte noch teurer werden, wenn die Europäische Union zur Senkung der Treibhausgasemissionen des Verkehrs nicht nur den CO--Ausstoß der Fahrzeuge, sondern die Treibhausgasemissionen über die gesamte Wertschöpfungskette der Kraftstoffversorgung als Maßstab nimmt. Dieselkraftstoff verursacht zwar weniger CO_-Emissionen pro Kilometer als Ottokraftstoff, seine Herstellung belastet die Umwelt aber deutlich stärker als die Produktion von Benzin. Untersuchungen von Concawe, einer Organisaton der europäischen Raffinerieindustrie, zeigen, dass infolge der verschärften Kraftstoffspezifikationen der Treibhausgasausstoß der europäischen Raffinerien seit 2000 um mehr als 20 Millionen Tonnen CO, pro Jahr gestiegen ist. Mehr als die Hälfte dieses Anstiegs stammt von der Dieselproduktion. Concawe erwartet, dass sich die Treibhausgasemissionen der Raffinerien bis 2020 um weitere 60 Millionen Tonnen im Jahr erhöhen werden, wenn Raffinerien weitere Entschwefelungsanlagen in Betrieb nehmen, um die Spezifikationen für praktisch schwefelfreien Dieselkraftstoff einhalten zu können.

Weiter steigende Nachfrage nach schwefelarmem Diesel in Europa

Was das Verhältnis von Diesel- zu Ottokraftstoffverbrauch betrifft, ist Europa einmalig in der Welt, denn hier werden für jede Tonne Benzinkonsum 2 Tonnen Diesel verbraucht. Bis 2020 könnten es sogar fast 3 Tonnen werden. Dagegen beträgt das Benzin/Dieselverhältnis in Nordamerika 1:0,4, in Asien und in Südamerika 1:0,9 und in der GUS 1:0,5. Daran wird sich aus Sicht von Concawe auch in den kommenden Jahren nichts ändern, während in Europa der Bedarf an Diesel mit möglichst wenig Schwefel noch steigen wird. Dazu tragen die steuerliche Bevorzugung des Diesels ebenso bei wie der Anstieg des Kraftverkehrs und die EUForderung, nach der auch alle nicht dem Straßenverkehr dienenden Dieselmotoren ab Ende 2009 nur noch Kraftstoffe mit 10 ppm Schwefel verwenden dürfen, verglichen mit 1.000 ppm zurzeit. Das würde den Bedarf an sauberem Diesel um 19 Millionen Tonnen im Jahr erhöhen.

Energie Informationsdienst vom 22.09.2008 39/08 S.25