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HHWI: Ölpreis steigt auf 120 Dollar je Barrel


Langfristig einen weiter steigenden Energiebedarf und einen weiter steigenden Ölbedarf erwartet das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HHWI). Trotz Einsparbemühungen wird der Energieverbrauch der Welt bis 2030 um 75 Prozent steigen und sich der Ölpreis bis dann auf 120 Dollar je Barrel verdoppeln, obwohl HHWI-Direktor Prof. Dr. Thomas Straubhaar durch die nachgewiesenen Reserven an fossilen Energieträgern keinen begrenzenden Faktor sieht, vorausgesetzt die Investitionen halten mit dem Anstieg der Nachfrage Schritt. Allerdings sollten die offiziellen Reservestatistiken mit einiger Skepsis betrachtet werden. Der Höhepunkt der Weltölförderung könnte zwischen 2010 und 2015 erreicht werden. Straubhaars Ansicht nach werden auch noch in 25 Jahren die fossilen Energieträger Erdöl, Erdgas und Kohle den überwiegenden Teil des Energiebedarfs decken müssen. Erneuerbare Energien werden in dieser Zeit ihren Anteil an der Weltenergiebilanz lediglich von 12 auf 17 Prozent ausweiten können.

In der vom HHWI und der Berenberg Bank gemeinsam erarbeiteten Studie "Strategie 2030 - Energierohstoffe" nennt Deutschlands älteste Bank Ansätze, wie sich Finanzinvestoren gegen anhaltend hohe Energiepreise schützen können. Von dem Preisanstieg besonders betroffen wird der Transportsektor, dessen Strukturen vor einer dramatischen Veränderung stehen könnten. Belastet wird auch die Automobilindustrie, die aber im wachsenden asiatischen Automarkt und der Entwicklung neuer Antriebssysteme Chancen hat. Die deutsche Stahlindustrie muss sich auf steigende Kokspreise einstellen, deshalb sollte dem Niedergang der deutschen Kokereien entgegengewirkt werden. In der Chemieindustrie dürften die Unternehmen vorn liegen, denen es gelingt, sich eine eigene Rohstoffbasis zu schaffen. Öl- und Gasunternehmen werden zu den Gewinnern gehören. Allerdings müssen sie gewaltige Summen in die Öl- und Gas-Infrastruktur und Exploration sowie in neue Technologien investieren, um ihre eigene Reservensituation zu verbessern. Problematisch ist auch der beschränkte Zugang privater Konzerne zu den ölhöffigsten Regionen der Welt.

Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 30/05 vom 25. Juli 2005 Seite 10