Heizöl von esyoil

esyoil Special:

IEA mahnt Investitionen in Förderung und Verarbeitung an


Vor dem Hintergrund weiter steigender Ölpreise hat die Internationale Energie-Agentur (IEA) weltweit Investitionen in neue Ölförderprojekte sowie in einen Ausbau von Verarbeitungskapazitäten angemahnt. Eine verstärkte Ölsuche sowie Investitionen in Raffineriekapazitäten seien unumgänglich, sollten sich die aktuellen neuen Nachfrage-Ausblicke verfestigen.

Die IEA hatte kürzlich ihre Vorhersage für den diesjährigen weltweiten Ölbedarf um 2 Mill. b/d auf 80,3 Mill. b/d angehoben .... . Jetzt wurde der Forecast erneut revidiert, und zwar um weitere gut 300.000 b/d nach oben auf mehr als 80,6 Mill. b/d; dieser Zuwachs reflektiere das derzeitige konjunkturelle Wachstum in der Welt, durch das die Ölnachfrage weiter angetrieben werde. Für das vierte Quartal dieses Jahres erwartet die IEA sogar einen weltweiten Ölverbrauch von 82,5 Mill. b/d, der dann die zur Verfügung stehende globale Raffineriekapazität von 82,1 Mill. b/d übersteige. Diese Situation könne sich noch verschärfen, sollten notwendige Raffinerieneubauten ausbleiben. Der EID hat in einer Studie die Hintergründe des seit einigen Jahren auftretenden "Frühjahrs-Phänomen steigender Benzinpreise" erörtert, wobei insbesondere auf den Mangel an Raffineriekapazitäten in den USA, aber zunehmend auch in anderen Teilen der Welt hingewiesen wird.

Entgegen früheren Einschätzungen geht die IEA nun nicht mehr von einein Markt aus, der mit Öl "überschwemmt" wird. Es gebe sogar grundsätzliche Probleme bei der Rohölproduktion. Die in den 70er Jahren entdeckten großen Ölfelder in der Nordsee oder in Alaska nehmen ab, und der Output der OPEC verharre seit nunmehr drei Jahrzehnten auf einem relativ statischen Niveau. Da es kaum signifikante Neufunde gebe und da die wirtschaftlichen Reserven eher zurückgingen - die IEA-Schätzung bewertet die Reserven in der Kaspi-Region oder Kanada eher vorsichtig ... -, werde die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage stetig enger.

Für die IEA wie auch für alle Marktbeobachter stellt sich nun die Frage, wie sich die OPEC, die für rund 40% des weltweiten Ölangebots verantwortlich ist, in naher Zukunft verhalten wird. Die Rufe seitens der großen Industrienationen nach einer deutlichen Ausweitung der Förderung werden lauter, worauf zumindest Saudi-Arabien reagierte und eine höhere Förderung in Aussicht stellt. OPEC-Präsident Purnomo ergänzte, man werde alle Möglichkeiten, die eine Entspannung der Lage auf dem Ölmarkt herbeiführen könnten, auf dem nächsten Treffen am 3. Juni in Beirut erläutern. Die Ölpreise zeigten sich von diesen Äußerungen weitgehend unbeeindruckt und stiegen nach einem kurzen Nachgeben Mitte der Woche wieder stark an ... .

Die IEA sieht dabei eigentlich nur Saudi-Arabien in der Lage, für zusätzliche Mengen zu sorgen. Die OPEC der 10, also ohne Irak, hat im April rund 25,43 Mill. b/d und damit fast 2 Mill. b/d mehr Öl gefördert als die eigentliche Quote vorschreibt. Und von den gut 2 Mill. b/d freien Kapazitäten verfügten die Saudis über den Löwenanteil. Aus Riad heißt es, das Königreich sei in der Lage, bis zu 12 Mill. b/d zu fördern; die IEA geht dagegen eher von verfügbaren Kapazitäten in der Größenordnung von 9,5 Mill. b/d aus.

Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 21 vom 17. Mai 2004 Seite 10