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IEA mahnt Investitionen in Kraftwerke an
Der weltweite Energieverbrauch wird bis 2030 um 59 % steigen. Davon geht die Internationale Energie-Agentur aus, die bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) angelehnt ist. Im Weltenergie-Bericht, den die IEA am vergangenen Dienstag in Paris vorstellte, wird zudem prognostiziert, dass die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen "bedenklich hoch" bleibt. "Wenn sich politisch nichts verändert, wird die Bedeutung der Energieträger Wind, Wasser, Sonne und Biomasse bis 2030 nicht entscheidend zunehmen", meint William Ramsey, Vize-Direktor der IFA.
Auch die Rolle der Kernkraft bleibe gering. Zwar würden weltweit neue Reaktoren gebaut, zugleich aber andere vom Netz genommen, vor allem in Deutschland. Dagegen werde Erdgas im Energiemix des Jahres 2030 die Kohle von Platz zwei verdrängt haben.
Als dringendste Aufgaben sehen die Experten derzeit weniger die Erschließung neuer Öl- und Gasvorkommen, als massive Investitionen in Stromversorgung und Bau neuer Kraftwerke. Das Szenario der IEA geht davon aus, dass der Ölpreis sich künftig in einer Preisspanne zwischen 25 $ und 35,$ je Barrel (159 Ltr.) bewegen wird. Schon 2006 werde sich der Ölpreis - aktuell über 50 $ für ein Barrel der Sorte Brent - deutlich reduzieren. "Die Preise werden aber weiter sehr stark schwanken" betonte IEA-Direktor Claude Mandil. Die derzeitigen Preise seien fundamental nicht gerechtfertigt. Er widersprach der These, die Ölvorräte reichten nicht aus, um die rasant wachsende Industrie, in China oder Indien zu füttern.
Unterdessen korrigieren immer mehr Ölexperten ihre Preisprognosen nach oben. "Der Markt, befindet sich erstmals seit 30 Jahren an der Kapazitätsgrenze", sagte die Ölexpertin der Dekabank, Sandra Ebner. Sie rechnet für 2005 mit einem Durchschnittskurs für Nordseeöl der Sorte Brent von 48 $ je Barrel. Über den Winter müsse noch mit Preisspitzen gerechnet werden.
Melanie Fischinger von der Commerzbank ist für das nächste Jahr mit 42 $ je Barrel immerhin etwas optimistischer. Sie glaubt, dass Ängste vor Engpässen die Teuerung bewirken. Daher würde schon die Ankündigung neuer Investitionen die Preise wieder sinken lassen. mav/mg
Quelle: VDI nachrichten, Düsseldorf, 29.10.04, Nr. 44, Seite 1

