Für das vorrangige energiepolitische Ziel Energieversorgungssicherheit müssen Produzenten- und Verbraucherländer eng zusammenarbeiten.
eid Heino Elfert, EID-Herausgeber, hat kürzlich einen Vortrag vor Mittelständlern im Hamburger Haus Rissen gehalten, der sich mit der Entwicklung des Öl- und Energiemarktes und potenziellen Auswirkungen auf die Energiepreise befasste. Es folgt eine etwas gekürzte Fassung.
Eine gute und eine schlechte Nachricht
"Fangen wir mit einer guten Nachricht an: Es gibt weltweit genug ÖI und Gas. Die bestätigten Ölreserven, d. h. die Mengen, die mit heutiger Technik und zu heutigen Preisen gefördert werden können, reichen 50 Jahre, die Gasreserven 60 Jahre. Zählt man die Ressourcen dazu, also z.B. Ölsande und Ölschiefer, aber auch potenzielle Vorkommen in unwirtlichen Gegenden wie in der Arktis, die mit weiterentwickelter Technik und entsprechenden Preisen gewonnen werden können, reichen die Öl- und Gasreserven selbst bei steigendem Bedarf noch weit über hundert Jahre hinaus.
Nun kommt die schlechte Nachricht. Die internationalen privaten Ölgesellschaften, denen die Industrieländer bisher vor allem ihre sichere Versorgung mit Mineralöl verdanken, kontrollieren weniger als 20 Prozent der Reserven, d.h. mehr als 80 Prozent sind in den Händen der nationalen Gesellschaften der Ölförderstaaten wie z.B. Saudi Aramco oder Petroleos de Venezuela oder auch der Kremldominierten russischen Öl- und Gasgesellschaften.
Oil Majors kontrollieren weniger als 20 Prozent der Ölreserven
Das bedeutet wiederum, die Exxons, Shells und BPs dieser Welt können nur dort mit entsprechenden Investitionen für eine höhere Ölförderung sorgen, wo sie die Kontrolle haben - also außerhalb der OPEC-Staaten, die knapp 70 Prozent der bestätigten Ölreserven kontrollieren. So sind die privaten Ölfirmen z.B. im Golf von Mexiko, in der Nordsee, offshore Angola oder offshore Brasilien tätig, aber dort wo die Reserven am reichlichsten vorhanden sind und vor allem am kostengünstigsten, im Nahen Osten, dort müssen sie außen vor bleiben. Die Welt ist auf den Willen der nationalen Ölgesellschaften der Olförderländer angewiesen, dass die genug investieren, damit der Ölbedarf auch in Zukunft gedeckt werden kann.
Die Internationale Energieagentur hat ausgerechnet, dass bis 2030 rund drei Billionen Dollar investiert werden müssen, um die insbesondere in China und Indien steigende Nachfrage nach Öl decken zu können. Diese Zahl mag übertrieben hoch sein, aber sie macht deutlich, dass die zukünftige Ölversorgung nicht daran scheitern wird, dass nicht genug Öl vorhanden ist, sie könnte daran scheitern, dass nicht genug investiert wird. Bereits im Jahre 2015 wird es eine bedeutende Lücke in der notwendigen Ölförderung geben, sollte bis dahin nicht genug investiert werden, so die IEA.
Zukünftige Versorgung von Investitionen der Ölstaaten abhängig
Lassen Sie uns einen Augenblick darüber nachdenken, was in den Köpfen der OPEC-Verantwortlichen vor sich gehen mag. Sie hören aus den Verbraucherländern, insbesondere aus Deutschland: "Wir müssen weg vom Öl." Unser Umweltminister tut sich dabei am meisten hervor, er hat Öl kürzlich eine Droge genannt, von der man loskommen müsse. Die danach "mit Drogen handelnden OPEC-Verantwortlichen" hören von erneuerbare Energien-Programmen, z.B. von dem Klimaschutz-Programm der EU oder von dem Ethanot-Programm der USA, das Öl ersetzen soll, und müssen sich fragen, ob sie mit ihren Investitionen nicht vorsichtig umgehen sollten. Was fehlt, ist ein ideologiefreier Dialog zwischen Produzentenländern und Verbraucherländern, der nüchtern davon ausgeht, dass Öl und Gas noch auf Jahrzehnte hinaus die am meisten gebrauchten Energieträger sein werden. So wünschenswert es ist, die erneuerbaren Energien voranzutreiben, sie werden in den nächsten 20 bis 30 Jahren aus einer Nische nicht herauskommen.
Auch wenn es eine Gas-OPEC auf dem Papier nicht gibt, die weltweiten Gasreserven sind ähnlich verteilt wie die von Öl. OPEC und Russland zusammen kontrollieren jeweils drei Viertel der Öl- und Gasreserven, nur mit dem Unterschied, dass Russland beim Gas eine wesentlich größere Rolle spielt als bei Öl. Die Weltöl- und Gasversorgung wird in Zukunft davon abhängen, wie viel die OPEC-Länder und Russland bereit sein werden, in Öl und Gas zu investieren.
Noch einmal: Die zukünftige Öl- und Gasversorgung wird nur funktionieren können, wenn Verbraucher- und Produzentenländer eng zusammenarbeiten. Europa ist von Russland zu 30 Prozent von deren Gas-Lieferungen abhängig. Es hat überhaupt keinen Zweck, über diese hohe Abhängigkeit zu lamentieren, es gilt so zu handeln, dass man damit gut leben kann. Das bedeutet, je größer die gegenseitige energiewirtschaftliche Verflechtung ist, umso besser.
Ich behaupte, dass unter den geschilderten Umständen die Energieversorgungssicherheit, also etwas dafür zu tun, dass die Energieversorgung gesichert bleibt, in Europa nicht die ihr angemessene Bedeutung erfährt, inbesonders nicht in Deutschland. Besonders in Deutschland wird das Thema Energieversorgungssicherheit von der Liberalisierungs- und Klimaschutzpolitik dominiert, wobei die Liberalisierungsziele, die über mehr Wettbewerb auf niedrigere Preise setzen, von der Klimaschutzpolitik, die höhere Energiepreise bewirkt, konterkariert wird. Der Energiepolitik in Europa und in Deutschland fehlt eine klare Strategie. It's security of energy supply, stupid!
Selbstversorgung mit Öl und Gas oberstes Ziel
Wir haben festgestellt, dass nicht die privaten "Oil Majors", sondern immer mehr die nationalen Gesellschaften der Ölförderländer die Märkte beherrschen; das gilt ähnlich auch für Gas, man denke nur an die russische Gazprom. Aber auch die großen Ölverbraucher unter den Schwellenländern wie China und Indien sehen in der Selbstversorgung mit Öl und Gas ihr oberstes Ziel, das sie ihrer Ansicht nach nur mit Hilfe von nationalen Unternehmen erreichen können. Es gibt Experten die angesichts dieser Konstellation de Schluss ziehen, dass auch in den Industrieländern Erdöl- und Erdgasgesellschafte an Bedeutung gewinnen werden, an denen der Staat beteiligt ist. Beispiele dafür gibt es wie die norwegische Statoil, die italienische Agip und die österreichische OMV
Peter Odell, ein erfahrener britischer Energieprofessor, meint, dass eine neue British National Oil Company oder eine wieder nationalisierte französisch/belgische TOTAL dazu kommen könnten. Diese Sichtweise gelangt zu dem Punkt, dass man nicht umhin kommt, den mehr und mehr aufkommenden nationalen Gesellschaften auf der Förder- und Verbraucherstufe entsprechende nationale Gesellschaften in den Industrieländern entgegenzustellen.
Ob man diese Sichtweise teilen muss, bleibe dahingestellt. Aber einer, der sie offenbar teilt, ist der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy. Denn er macht keinen Hehl daraus, dass er die großen französischen Energiegesellschaften wie Gaz de France, Suez, EdF und Areva, die größte kerntechnische Gesellschaft der Welt, zu machtpolitischen Konglomeraten ausbauen will.
Kommen wir nun zum deutschen Energiemarkt. Deutschland hat es nie zu einer großen Ölgesellschaft gebracht wie die Franzosen mit Total und die Engländer mit BP und Shell, an der auch die Holländer beteiligt sind. Dafür gibt es mit E.ON und RWE zwei auch im europäischen Maßstab große Strom- und Gasgesellschaften, wozu auf der Stromseite noch EnBW und Vattenfall Europe dazukommen, die allerdings von französischen bzw. schwedischen Staatsgesellschaften, wie EdF und Vattenfall dominiert werden.
Die deutschen Energieversorger haben es in den letzten Jahren geschafft, mit einem Übermaß an Arroganz und einer völlig fehlenden Sensibilität in ihrer Öffentlichkeitsarbeit die Verbraucher mit ihrer Preispolitik bei Gas und Strom gegen sich aufzubringen. Das hat den Staat auf den Plan gerufen, der mit einer Gesetzesnovelle die Instrumente des Kartellamtes gegen Preismissbrauch geschärft hat. Das Ziel ist, für niedrigere Gas- und Strompreise zu sorgen, oder zumindest den Anstieg zu bremsen, wozu auch die Bundesnetzagentur beiträgt, die gerade dabei ist, zum zweiten Mal die Netzentgelte der Versorger zu kürzen. Der Liberalisierung des Energiemarktes, also für mehr Wettbewerb zu sorgen, hat sich vor allem die EU-Kommission verschrieben, die sogar die eigentumsrechtliche Trennung von Stromerzeugung und Netzbetrieb erreichen will. Frankreich Übrigens würde unter dieser Trennung kaum leiden, denn bei der staatlichen EdF brauchte man für Erzeugung und Netzbetrieb nur unterschiedliche Ministerien verantwortlich zu machen.
Brüssels Liberalisierungsziele stehen in einem etwas merkwürdigen Kontrast zum Ziel der Energieversorgungssicherheit, wenn man auf der einen Seite große Konzerne zerschlagen will, die man auf der anderen Seite, wie es Sarkozy vormacht, als Gegenpol gegen die Flut der nationalen Gesellschaften brauchen könnte, die mehr und mehr die Energieversorgung dominieren. Um noch einmal Peter Odell zu zitieren: Er meint, dem derzeitigen unbedingten Festhalten der EU an vollkommen liberalisierten Märkten dürfte kein langes Leben beschieden sein.
Bevor wir uns mit der Frage befassen, was das alles für die zukünftigen Energiepreise bedeutet, müssen wir uns noch mit der Klimaschutzpolitik befassen.
Drastische Verteuerung von Energie durch Klimaschutzpolitik
Die EU-Kommission hat kürzlich detaillierte Pläne vorgelegt, mit denen die Klimaschutzziele der EU erreicht werden sollen. Bis zum Jahre 2020 soll der CO2-Ausstoß im Vergleich mit 2005 um 20 Prozent sinken. Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch soll von 8,5 auf 20 Prozent erhöht werden. Biosprit soll dann 10 Prozent des Kraftstoffverbrauchs ausmachen. Die EU wies jedem einzelnen Mitgliedsland individuelle Ausbauziele für erneuerbare Energien und Minderungsziele für den CO2-Ausstoß zu. Deutschland soll den CO2- Ausstoß um 14 Prozent vermindern und den Anteil der erneuerbaren Energien auf 18 Prozent bringen. Die Zahl der Emissionsrechte soll gekürzt, schrittweise bis 2020 sollen sie komplett versteigert werden.
Bereits am 5. Dezember 2007 hatte das Bundeskabinett das so genannte „Integrierte Klima- und Energieprogramm" verabschiedet, das sogar noch weiter geht als Brüssel und von dem vor allem Hausbesitzer und Bauherren betroffen sind. So sollen Neubauten zur Nutzung von Öko-Energien verpflichtet werden. Ein Großteil der Wärme soll demnach in neuen Gebäuden aus Solarenergie, Geothermie oder Biomasse kommen. Besitzer älterer Gebäude sollen mit Fördermitteln dazu gebracht werden, alte Heizungen durch sparsamere mit Ökoanteil zu ersetzen.
Fest steht, dass durch die Brüsseler und Berliner Pläne Energie drastisch verteuert wird. Eine A.T Kearney-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Brüsseler Pläne die Energiewirtschaft Deutschlands zwischen 2013 und 2020 mit bis zu 115 Milliarden Euro belasten werden. Was die Berliner Pläne für den Wärmemarkt angeht, hat das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung die Gesamtkosten der vorgesehenen Vorschriften für Hausbesitzer auf 370 Milliarden Euro in den nächsten zwölf Jahren geschätzt. Es geht bei den neuen Regelungen für die Wärmedämmung und den Einsatz erneuerbarer Energien überwiegend um Investitionen, die sich, wenn überhaupt, zum Teil erst nach 25 Jahren rechnen werden.
Es ist weder der Klimawandel, noch die Liberalisierung, noch die Globalisierung, noch die Jugendkriminalität - es sind die Energiepreise und hier insbesondere die Strompreise, die die deutschen Verbraucher am meisten beunruhigen. Das geht zumindest aus einer jüngsten Umfrage hervor. Das Ergebnis ist keine Überraschung, denn immer, wenn es ihm an den Geldbeutel geht, reagiert der Mensch besonders gereizt. Und da die Benzin- zusammen mit den Strom-, Gas- und Heizölpreisen - zumindest im Trend - nur eine Richtung kennen, ist der öffentliche Ärger verständlich.
Und damit kommen wir zur Rolle des Staates als Energiepreistreiber: Beim Benzin schöpft der Staat rund 75 Prozent des Preises ab, beim Gas sind es rund 30 Prozent und beim Strom 40 Prozent. Konzentrieren wir uns für einen Augenblick auf den Strompreis, der den Verbraucher am meisten umtreibt. Die deutschen Strompreise gehören mit zu den höchsten in Europa, und es gibt mehrere Faktoren, die den Preis zukünftig weiter in die Höhe treiben werden:
Staat größter Strompreistreiber
• Der Umbau der Stromversorgung in Richtung eines Anteils der regenerativen Versorgungsquellen von bis zu 30 Prozent bis 2020 verschlingt viel Geld, das auf die Verbraucher weiter gewälzt wird.
• Der Ausstieg aus der Kernenergie und das altersbedingte Ausscheiden von Kohlekraftwerken machen einen erheblichen Zubau von neuen Kraftwerken notwendig. RWE-Chef Jürgen Großmann hat soeben festgestellt, dass, "wenn es so weitergeht", bis 2020 rund 30.000 MW an Kapazität fehlen werden. Das entspricht der Leistung von 30 Großkraftwerken. Mit dem "Wenn es so weiter geht" hat Großmann auch die klimapolitische Verteufelung von neuen Kohlekraftwerken gemeint, gegen deren Neubau sich immer mehr Widerstand aus der Bevölkerung richtet. Auch ein Ergebnis der klimapolitischen Vorreiterrolle, die die Bundesregierung unbedingt spielen will und die auf eine Angebotslücke beim Strom zuläuft, die die Preise nur weiter nach oben treiben kann.
• Die ambitionierten Ausbauziele für den Offshore-Windstrom in der nächsten Dekade werden höchstwahrscheinlich nicht erreicht. Dadurch wächst die Gefahr von Stromversorgungsengpässen weiter.
• Dadurch, dass die Kraftwerke ab 2013 den größten Teil ihrer CO2-Rechte auf Auktionen erwerben müssen und dieses durch den großen Anteil der Kohlekraftwerke in Deutschland besonders teuer kommt, wächst der Druck auf die Strompreise ebenfalls.
So ist vorprogrammiert, dass es bei den Strompreisen längerfristig nur eine Richtung geben kann: Weiter nach oben. Weder die Liberalisierungspolitik der EU-Kommission noch die Aktivitäten der Bundesnetzagentur werden daran etwas ändern können. In der Vergangenheit hat der Staat es verstanden, den Ärger über steigende Strompreise geschickt in Richtung der ungeliebten Energiekonzerne zu kanalisieren. In Zukunft wird es dem Staat nicht mehr gelingen, den Schwarzen Peter an die Versorger weiter zu geben, weil es zu offensichtlich ist, dass es ohne Kernenergie und neue Kohlekraftwerke nicht funktionieren kann. Wobei Gaskraftwerke auch auf politischen Widerstand stoßen, weil dadurch die Abhängigkeit von Russland noch größer werden könnte.
Also, beim Strom ist der Preistrend vorgegeben, wie sieht es bei Öl und Gas aus? Die von der IEA schon für 2015 befürchtete Investitionslücke bei der Ölexploration lässt auch für die Ölpreise erwarten, dass sie im Trend weiter steigen werden, aber ich betone: im Trend.
Zyklischer Abschwung der Öl- und Gaspreise?
Es ist durchaus möglich, dass die Ölpreise zeitweise nachgeben, auch in der Vergangenheit hatten wir es stets mit zyklischen Schwankungen um einen langfristig steigenden Trend herum zu tun. Sollten die Spekulanten, die zu einem erheblichen Teil dazu beigetragen haben, den Rohölpreis bis auf 100 Dollar je Barrel hinauf zu katapultieren, einmal auf den Gedanken kommen, short zu gehen, d.h. auf sinkende Preise zu setzen, könnte der Ölpreis sogar zeitweise kräftig abstürzen. Vielleicht sogar im Laufe dieses Jahres oder im nächsten Jahr, wenn es tatsächlich zu einer deutlichen Abschwächung der Weltkonjunktur kommen sollte. Ein Fall auf 70 bis 80 $/b ist durchaus möglich, sollte es zu keinen größeren geopolitischen Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, kommen.
Die Gaspreise, die größtenteils an die Ölpreise gebunden sind, werden wie diese schwanken und im Trend steigen. Sollte es sich bewahrheiten, dass die Ölpreise von ihrem derzeitigen Hoch herunterkommen, werden, mit einer zeitlichen Verzögerung, auch die Gaspreise sinken.
Traditionelle Beheizungssysteme verlieren Überlegenheit
Darf ich Sie noch darauf aufmerksam machen. dass als Folge der stark gestiegenen Öl- und Gaspreise die Überlegenheit der traditionellen Beheizungssvsteme auf Basis von Erdgas und leichtem Heizöl in weiten Bereichen des Niedertemperatur-Wärmemarktes verloren zu gehen droht. insbesondere bei Einfamilienhäusern. Seit 2002 sind die Anschlüsse bei Neubauten beim Erdgas von 78 auf 66 Prozent zurückgegangen, beim leichten Heizöl von 12 auf 3 Prozent, aber bei der Wärmepumpe von 2 auf 15 Prozent gestiegen. Der Wechselwunsch hat sich in der Zeit bei Erdgas- und Heizölheizern verdoppelt, von denen die meisten regenerative Energien bevorzugen würden. Und wenn jetzt noch die politische Unterstützung für mehr Effizienz im Gebäudebereich und für die regenerativen Energieträger dazu kommt, werden die etablierten Heizungssysteme auf Gas- und Heizölbasis einiges verlieren. Aber, um die Kirche im Dorf zu lassen, Erdgas und Heizöl werden weiterhin mit Abstand die wichtigsten Energieträger im Wärmemarkt bleiben.
Es lohnt sich immer, den Markt zu sondieren
Zum Schluss möchte ich darauf hinweisen, dass es sich bei allen Energieträgern lohnt, auf unterschiedliche Angebote zu achten. In Hamburg können Sie z.B. feststellen, dass von einer Straße zur anderen der Benzin- oder Dieselpreis um bis zu 6 Cent je Liter unterschiedlich sein kann. Im Gas- und Strommarkt lohnt es sich inzwischen, sich von verschiedenen Wettbewerbern Angebote einzuholen, denn Wettbewerb gibt es wirklich schon, wenn der auch noch ausbaufähig ist. So gibt es Gasversorger, die sich das Gas aus dem Spotmarkt besorgen und sich um die Ölpreisbindung nicht kümmern. Das kann zu günstigen Angeboten führen. Oder ein Beispiel aus dem Wärmemarkt: Wenn Sie einen Brennwertkessel installieren, kombiniert mit einer Solarthermie und Bioheizöl, können Sie 30 Prozent Energie einsparen. Es lohnt sich also immer, den Markt zu sondieren."
Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 11/08 vom 10. März 2008 Seite 14-16
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