
esyoil Special:
Russlands Ölexport stößt an seine Grenze
Russland hat im vergangenen Jahr so viel Erdöl gefördert wie seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht mehr. 2004 stieg die Rohölproduktion um neun Prozent auf 458,8 Mill. Tonnen. Der Export in Staaten, die nicht zur russischen Föderation (GUS) gehören, wuchs laut staatlicher Energieaufsicht sogar um 17,5 Prozent auf 182,2 Mill. Tonnen.
Allerdings scheint damit der Höhepunkt überschritten: Zwar sollen neue Pipelines die bestehenden Exportengpässe beseitigen; eine soll nach Asien führen. Doch bis zur Fertigstellung werden Jahre vergehen. Die lukrativen Exportrouten in den Schwarzmeerhafen Noworossijsk, ins lettische Ventspils und zum Ostseeterminal Primorsk sind nach Angaben von Sergej Suwerow, Analyst der Moskauer Gazprombank, derzeit "absolut ausgelastet". Als Folge davon, so die Investmentbank Aton, sind Überkapazitäten entstanden. Der innerrussische Ölpreis sei binnen zwei Monaten um 53 Prozent auf jetzt 11,2 Dollar pro Barrel gestürzt. Doch inzwischen sinkt auch die Ölproduktion wieder: Von 9,42 Mill. Barrel täglich im September auf 9,33 Mill. im Dezember. Als Grund sehen Analysten neben den Exportengpässen vor allem die steigenden staatlichen Eingriffe in die Rohstoffindustrie. So wurden die Steuern für Ölexporte so drastisch angehoben, dass selbst extrem hohe Weltmarktpreise kaum Mehreinnahmen in die Kassen der russischen Konzerne spülen. Zudem hat das politisch motivierte Vorgehen des Kreml gegen den unliebsamen Ölkonzern Yukos die Investitionsbereitschaft in der Rohstoffindustrie nachhaltig gestört. Deshalb rechnet das Wirtschaftsministerium mit einem schwächeren Wachstum der Ölförderung.
Quelle: DEUTSCHER MINERALÖLDIENST FACHVERLAG FÜR DATENÜBERTRAGUNG GMBH, 17.01.05

