
esyoil Special:
Saudi-Arabien: Keine Förderung über 625 Millionen Tonnen
eid In einer Reihe von Erklärungen, darunter auch des Königs Abdullah, hat Saudi-Arabien klar gemacht, dass es seine Ölförderung nicht über die für 2009 geplante Kapazität von 625 Millionen Tonnen im Jahr hinaus erhöhen will. Nach Aussagen des Ölministers Ali Naimi hat das Land keine Pläne für einen weiteren Ausbau seiner Förderkapazität auf jährlich 750 Millionen Tonnen. Alle Prognosen bis 2020 deuteten darauf hin, dass keine zusätzliche Kapazität benötigt werde. Wie es heißt, ist die Förderkapazität des Landes in den letzten 25 Jahren mit Ausnahme des ersten Golfkriegs im Jahr 1990 noch nie völlig genutzt worden. Die Internationale Energie-Agentur (IEA) kommt bei ihren Vorhersagen zu ganz anderen Ergebnissen. Ihrer Ansicht nach muss die OPEC ihre Ölproduktion bis 2030 um 575 Millionen Tonnen im Jahr steigern. Das sind 50 Prozent mehr als der Anstieg der OPEC-Ölgewinnung zwischen 1980 und 2006.
Wenig ermutigend hinsichtlich einer Ausweitung des Ölangebots sind auch Nachrichten aus Russland. Dort ist die jährliche Wachstumsrate der Ölproduktion von 12 Prozent auf 2,5 Prozent im Jahr zurückgegangen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres ist sie sogar um ein Prozent gesunken. Der IEA-Experte für Ölversorgung, David Fyfe, führt das auf die mit der Verhaftung des Jukos-Chefs Michail Chodorkowski beginnende Verstaatlichung der Öl- und Gasindustrie, die Sonderbestimmung für als strategisch erklärte Öl- und Gasvorkommen und die hohe Steuerbelastung zurück. Bei Ölpreisen von mehr als 27 Dollar je Barrel kassiert der Fiskus 80 Prozent des Gewinns. Dadurch sei zu wenig in die Erschließung neuer Vorkommen investiert worden. Nach Lukoil-Berechnungen müssten in den nächsten acht Jahren allein zur Aufrechterhaltung der russischen Ölproduktion auf dem heutigen Niveau 300 Milliarden Dollar investiert werden.
Dagegen sieht die Royal Dutch Shell kein Schwinden der Ölreserven und keine unüberwindlichen Schwierigkeiten beim Zugang zu Öl- und Gaslagerstätten, wenn man sich auch zunehmend immer schwieriger zu erschließenden Vorkommen zuwenden müsse. Wie der Chef des Unternehmens, Jeroen van der Veer, in einem Gespräch mit der "Financial Times" mitteilte, reicht die Reservenbasis der Shell aus, um die derzeitige Förderung für 55 Jahre aufrecht zu erhalten.
Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 18/08 vom 28. April 2008 Seite 24

