
esyoil Special:
US-Raffinerien rechnen sich nicht
Umweltauflagen und die trotz aktuell verbesserter Margen immer noch
labile Wirtschaftlichkeit bremsen in den USA den dringend benötigten Ausbau der
Raffineriekapazitäten. Das ergab eine Anhörung des Energieausschusses des Repräsentantenhauses.
Arjun Murti von der Investmentbank Goldman Sachs meint sogar, dass angesichts der früher
mageren Verzinsung der Raffinerieinvestitionen die Börse jedes Unternehmen mit Kursabschlägen
"bestrafen" würde, dass sich für den Bau einer neuen Raffinerie entscheidet. Murti erklärte
auch, dass die Unfähigkeit der Regierung, den Kraftstoffverbrauch einzuschränken, dem Land
Benzinpreise von bis zu 3,50 Dollar je Gallone Ende des laufenden Jahrzehnts bescheren könne,
wenn die Ölpreise noch weiter steigen würden. Denn, so Murti, die Wahrscheinlichkeit von
Ölpreisen in der Größenordnung von 60 bis 80$/b sei wesentlich höher als ein Zurückfallen der
Preise auf ein Niveau zwischen 15 und 25$/b
Auch die US Energy Information Agency (EIA) mahnt angesichts der hohen Ölpreise Maßnahmen zur
Verbesserung der Versorgungsstruktur an. EIA-Direktor Guy Caruso forderte jetzt, dass die USA
ihre Installationen für den Ölimport um 150 bis 200 Mill. t Öl im Jahr (3-4 Mio. Barrel pro
Tag, Anmerkung esyoil) erweitern müssten. Ohne diese Maßnahmen könne sich der Markt bei den
beschränkten Möglichkeiten zur Erweiterung der Raffineriekapazität nicht selbst ausbalancieren.
Allerdings würden zusätzliche Importe erschwert, sollten die US-Staaten ihre
Benzinspezifikationen weiter verändern.
Der Rechnungshof der USA, das General Accounting Office (GOA), meinte, neben den Versäumnissen
beim Kapazitätsausbau müsse der Verbraucher heute auch den Preis für die vielen Mergers der
letzten Jahre in der Mineralölwirtschaft zahlen. Die Behörde habe einen Anstieg der
Marktkonzentration in fast allen 50 Bundesstaaten festgestellt, mit unmittelbaren Auswirkungen
auf die Benzinpreise.
Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 34 vom 16. August 2004 Seite 06

