
esyoil Special:
Weltenergieverbrauch steigt in 30 Jahren um 70 Prozent
Auf dem 8. Internationalen Energie Forum in Osaka
stelle die Internationale Energie-Agentur (IEA) ihre neueste Energieprognose
vor. Sie kommt darin zu dem Ergebnis, dass die großen Industrieregionen in den
kommenden 30 Jahren in wachsendem Maße Energie von einer abnehmenden Zahl von
Ländern importieren müssen. Währen die EU z.B. heute 23% ihres Ölbedrafs aus
heimischen Quellen decken kann, wird das 2030 nur noch zu 8% der Fall sein.
Ähnlich ist es beim Erdgas. Hier geht der heimische Beitrag in dieser Zeit von
56% auf 19% zurück.
Laut IEA-Generalsekretär Priddle wird der Weltenergiebedarf bis 2030 um 70%
auf 15,3 Mrd. t Öleinheiten steigen. Öl wird dann immer noch zwei Drittel dieses
Bedarfs decken und die wichtigste Energiequelle sein. Wasserstoff dürfte bis
dann Benzin nicht als Kraftstoff ablösen. Ebenso skeptisch beurteilt die IEA
die erneuerbaren Energien. Einschließlich Wasserkraft dürften sie 2030 kaum zu
mehr als 6,5% an der Weltenergiebilanz beteiligt sein. Hauptgrund dafür sei
das Fehlen wirtschaftlicher Speichermöglichkeiten, mit denen sich die
schwankende Energieproduktion der Erneuerbaren ausgleichen lasse. Bei der
Kernenergie sieht Priddle aus heutiger Sicht einen Rückgang ihres Anteils an
der Stromerzeugung der Welt von heute 17 auf 9% 2030. Im Zusammenhang damit
rechnet die IEA für die nächsten 30 Jahre mit einem Anstieg der CO2-Emissionen
um 1,8% im Jahr. Beobachter wollen in diesem Szenario im Hinblick auf das
Kyoto-Protokoll einen Anstoß sehen, die Rolle der Kernenergie im weltweiten
Energiemix neu zu bewerten.
Ein Meinungskonflikt trat in Osaka zwischen Priddle und dem saudischen
Ölminister auf. Ali Al-Naimi monierte, dass das ständige Lamentieren über
die angebliche Unzuverlässigkeit des Nahen Ostens entweder ein Zeichen von
Verwirrung oder vollkommener Unkenntnis sei. Ebenso falsch sei, dass ein
einzelnes Land oder eine einzelne Organisation den Ölpreis kontrollieren könne.
Dem entgegnete Priddle, jeder Versuch, Preisbewegungen zu beeinflussen, sei ein
Kartell und habe nichts mit freier Marktwirtschaft zu tun.
Die Vertreter von 66 in Osaka vertretenen Ländern und zehn internationalen
Organisationen stimmten dem Vorschlag Saudi-Arabiens zu, in Riad ein Sekretariat
des Internationalen Energie Forums einzurichten. Sie beschlossen auch, die
Transparenz durch verbesserte Daten über die Mineralölwirtschaft zu erhöhen.
Dadurch soll, nach Ansicht der Verbraucherländer, der Ölmarkt übersichtlicher
werden.
Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 40 vom 30. September 2002 Seite 007

