Heizöl von esyoil

esyoil Special:

Yukos Dossier


Lambsdorff warnt vor Zerschlagung 26.07.

Der FDP-Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff hat eindringlich vor einer Zerschlagung des russischen Ölkonzerns Yukos gewarnt. Grundsätzlich sei Yukos ein gut verdienendes, gesundes Unternehmen, sagte Lambsdorff, der im internationalen Beirat des Yukos-Mehrheitseigners Menatep sitzt, am Montag im Inforadio des rbb.

"Es könnte durchaus prosperieren, aber nicht unter diesen Umständen, und das macht die Investitionssituation in Russland insgesamt höchst fragwürdig." Solange die Regierung in Moskau "weiter die Vermögenswerte blockiert, aus denen die Steuerschulden bezahlt werden könnten, und stattdessen die Insolvenz des Unternehmens anstrebt, also zum Beispiel den wichtigsten Teil, nämlich den Öl fördernden Teil, zwangsverkauft, dann ist Yukos nicht zu retten".

Lambsdorff sagte weiter, es sei offensichtlich, dass gegen den inhaftierten Yukos-Gründer Michail Chodorkowski ein politisches Verfahren geführt werde, weil dieser angekündigt habe, bei den Duma-Wahlen die Opposition zu unterstützen.

Die russischen Behörden hatten in der Yukos-Affäre vergangene Woche den Zwangsverkauf der Produktionstochter Jukanskneftegas angekündigt, die allein für rund 60 Prozent der Yukos-Ölförderung verantwortlich ist.

Damit sollen Steuerschulden aus dem Jahr 2000 in Höhe von 2,8 Mrd. Euro eingetrieben werden. Yukos erklärte daraufhin, damit sei der Bankrott unausweichlich, weil der Verkauf einem erzwungenen Produktionsstopp gleichkomme.




Finanzchef droht Kaufinteressenten 25.07.

Rechtliche Schritte, sollte Kerngeschäft zu "Schleuderpreis" erworben werden

Der angeschlagene russische Ölkonzern Yukos hat Konkurrenten rechtliche Schritte angedroht, falls sie das Kerngeschäft des Unternehmens zu einem Schleuderpreis erwerben sollten. Die britische Zeitung "Sunday Telegraph" zitierte den Finanzchef des Unternehmens, Bruce Misamore, mit den Worten, falls ein Rivale die Lage des Konzerns ausnutze und keinen angemessenen Preis zahle, müsse er mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Der größte russische Ölproduzent hat im Streit mit den Steuerbehörden des Landes vor dem Konkurs des Unternehmens gewarnt, sollte das vom russischen Justizministerium zum Kauf angebotene Kerngeschäfts von Yukos, Yuganskneftegaz, tatsächlich veräußert werden. Yukos sei dann nicht mehr in der Lage, laufende Exportverträge zu erfüllen.

Yuganskneftegaz soll zur Begleichung einer Steuerforderung von 3,4 Milliarden Dollar (2,79 Mrd. Euro) für 2000 verkauft werden. Analysten rechnen im Fall eines schnellen Verkaufs der Sparte mit Einnahmen von etwa zwölf Milliarden Dollar. Insgesamt muss Yukos für die Jahre 2000 und 2001 Steuern in Höhe von rund sieben Milliarden Dollar nachzahlen.

Zusammen mit Nachforderungen aus den Jahren 2002 und 2003 könnten sich die Steuerschulden nach Schätzungen von Analysten auf zehn Milliarden Dollar summieren.




Briten-Konsortium will Ölkonzern retten 23.07.

Russischer Regierung Deal angeboten - Früherer Yukos-Minderheitsaktionär Kagalowski als Drahtzieher vermutet.

Ein britisches Konsortium aus privaten Investoren will russischen Medienberichten zufolge den angeschlagenen Ölkonzern Yukos vor der Pleite retten. Das Konsortium habe der russischen Regierung vorgeschlagen, für die Tilgung der Steuerschuld im Gegenzug Yukos-Vermögenswerte zu übernehmen, meldete die Nachrichtenagentur Interfax am Freitag unter Berufung auf einen Sprecher des Konsortiums in London. Aus Moskau gab es dazu zunächst keine offizielle Reaktion.

Hinter der Initiative steht nach den Angaben auch der frühere Yukos-Minderheitsaktionär Konstantin Kagalowski. Er sei an der Privatisierung des Unternehmens im Jahr 1995 beteiligt gewesen, hieß es seitens des Sprechers aus London. Kein Mitglied der kleinen Investorengruppe habe einen Wohnsitz in Russland.

Konkrete Summen wurden in dem Vorschlag nicht genannt. Der bisher größte russische Ölkonzern Yukos kann Steuernachforderungen in Höhe von 2,8 Mrd. Euro derzeit nicht begleichen, weil Konten gesperrt und Vermögenswerte beschlagnahmt sind. Der Konzern des in Untersuchungshaft sitzenden Großindustriellen Michail Chodorkowski steht vor der Zerschlagung.

Geld spielt offenbar für das britische Konsortium keine Rolle. Es sei unklar, wie hoch die Schulden seien, sagte der Sprecher. "Wir sind uns aber sehr wohl bewusst, dass wir hier über Milliarden sprechen und wir haben ausreichend Mittel, um das abzudecken", sagte er.

Von Großbritannien aus führen mehrere einflussreiche russische Großunternehmer, so genannte Oligarchen, ihre Geschäfte, darunter auch Boris Beresowski sowie der Anteilseigner des Yukos-Konkurrenten Sibneft, Roman Abramowitsch.




Management warnt vor Bankrott und Produktionsausfällen 22.07.

Die Unternehmensführung des Ölkonzerns bemüht sich weiter um Begleichung der Nachzahlungsforderungen

Laut Yukos-Chef Steven Theede droht Mitte August die Zahlungsunfähigkeit.

Der angeschlagene russische Ölkonzern Yukos hat angesichts seiner eingefrorenen Konten vor einer Verschärfung der Liquiditätskrise gewarnt, die schon bald zum Bankrott und zu erheblichen Produktionsausfällen führen könnte.

"Das Unternehmen war noch im Stande, sein Cash-Defizit im Juli zu decken, aber es könnte möglicherweise nicht länger als maximal bis Mitte August dazu in der Lage sein", erklärte das Yukos-Managment am Vormittag in Moskau.

Es sei daher von zentraler Bedeutung, dass die laufenden Bemühungen zur Lösung des Steuerstreits mit den russischen Behörden Erfolg hätten, sagten Yukos-Manager auf einer eilends einberufenen Pressekonferenz.

Der Ölpreis zog nach der Warnung des Unternehmens, von dem rund ein Fünftel der russischen Ölproduktion stammt, etwas an. Die Aktien reagierten mit kräftigen Kursverlusten. Analysten sagten jedoch, die Mitteilung habe kaum Neues mit Blick auf die Zukunft von Yukos gebracht.

Das Yukos-Management bemühe sich weiter nach Kräften, zur Begleichung der Nachzahlungsforderungen der Steuerbehörde in den Besitz von Barmitteln zu kommen, hieß es in der Erklärung.

Doch von dem von Gerichtsvollziehern geforderten Zwangsverkauf seines Kerngeschäfts, Yuganskneftegaz, werde Yukos voraussichtlich keinen Rubel zu sehen bekommen.

"Wenn Yuganskneftegaz verkauft wird, müsste das Management im gegenwärtigen Umfeld den Konkurs von Russlands größtem Ölkonzern bekannt geben", teilte das Unternehmen mit. Zudem sei Yukos dann nicht mehr in der Lage, laufende Exportverträge zu erfüllen, was zu einem Engpass am Ölmarkt führen werde.

Die Gerichtsvollzieher wollen zur Begleichung einer Steuerforderung von 3,4 Mrd. Dollar (2,77 Mrd. Euro) allein für 2000 den Kernbereich verkaufen, der rund 60 Prozent der Yukos-Produktion ausmacht. Dessen Wert wird von Yukos auf 30 Mrd. Dollar geschätzt.

Finanzchef Bruce Misamore nannte das Kerngeschäft das Rückgrat des Unternehmens. Die staatliche russische Vermögensverwaltung hatte am Vortag bekannt gegeben, ein rascher Verkauf der Konzerntochter sei kaum möglich, sondern dies könne mehrere Monate dauern. Im Zuge der Ermittlungen in dem Steuerstreit sind auch die Yukos-Konten eingefroren worden.

Das Unternehmen beklagte, dem Management seien unter den gegenwärtigen Bedingungen die Hände gebunden. Sollte sich der Liquiditätsengpass verschärfen, werde dies Auswirkungen auch auf das Tagesgeschäft von Yukos und damit auch auf die Ölexporte Russlands haben.

Dies löste am Markt Sorgen vor Lieferengpässen aus: Der Preis für ein Barrel der Nordsee-Ölsorte Brent zur Lieferung im September zog um 32 Cent auf 37,48 Dollar an.

Die Aktien sackten dagegen kurz nach der Firmenmitteilung an der Moskauer RTS-Börse um mehr als zehn Prozent auf ein neues 30-Monatstief von 5,10 Dollar ab. In den beiden vergangenen Tagen haben Yukos-Aktien wegen der Sorgen vor einem nahenden Bankrott bereits 25 Prozent an Wert verloren.

"Ich glaube nicht, das wir aus der Erklärung neue Informationen bekommen haben", sagte John Bates, Analyst der WestLB in London. "Die Regierung hat das Problem, dass sie faktisch die Kontrolle über den Fortbestand des Unternehmens übernimmt, aber dass sie den Markt nicht attraktiv macht für potenzielle Käufer."

Insgesamt muss Yukos für die Jahre 2000 und 2001 Steuern in Höhe von rund sieben Mrd. Dollar nachzahlen. Zusammen mit Nachforderungen aus den Jahren 2002 und 2003 könnten sich die Steuerschulden nach Schätzungen von Analysten auf zehn Mrd. Dollar summieren.

Quelle: DEUTSCHER MINERALÖLDIENST FACHVERLAG FÜR DATENÜBERTRAGUNG GMBH, 26.07.04