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Kasino-Spiel um Jukos

Jukos und kein Ende: Am 10. August wurden erneut Aktien der großen Fördertochter Juganskneftegaz beschlagnahmt; erst in der Woche davor war diese Behördenaktion von einem Moskauer Gericht für illegal erklärt worden. Allerdings wird dieser Beschluss erst einen Monat später wirksam. Der Börsenkurs der Aktie verlor daraufhin 15%. Kurze danach hieß es, die Finanzgruppe Menatep, bei der die Anteile der inhaftierten Ex-Manager Michail Chodorkowski und Platon Lebedjew liegen, habe Jukos einen Exportkredit über 1,6 Mrd. $ gekündigt, es folgte ein Verlust von 14% an der Börse. Russlands Energieminister Igor Jusufov forderte unterdessen, eingefrorene Jukos-Konten zu entsperren, um einen "Kollaps" zu vermeiden; schon jetzt drohten Fördereinschränkungen.

"Mit all ihren Volten erinnert die russische Börse an eine billige lateinamerikanische Telenova", kommentierte die Moskauer Alfa-Bank. Als "Jukos-Spiel" bezeichnete die "lswestija" mutmaßliche Insidergeschäfte an der Börse. Bestimmte Marktteilnehmer wüssten a priori von skandalösen Äußerungen von Beamten, die Einfluss auf die Kursentwicklung hätten. Die Bank sieht ein Machtvakuum als Grund für das "Kasino-Spiel mit Jukos". Weil eine starke Regierung fehle, könne sich jeder zu ihrem Sprecher erheben.


Quelle: ERDÖL-/ENERGIE-INFORMATIONSDIENST Nr. 34 vom 16. August 2004 Seite 11





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