Preisvergleich:

Heizölpreise: Ist das der letzte Kick?

06.07.2021, 09:07 Uhr von

2021-07-06T07:07:00.000Z
Blogpost thumbnail

Internationaler Markt

Die OPEC-Allianz gibt es auf, einen von allen Mitgliedern getragenen Kompromiss zur Förderpolitik ab August zu finden. Damit werden die Förderbeschränkungen unverändert beibehalten. Diese Botschaft trieb die Ölpreise letzte Nacht auf ein weiteres Langzeithoch.

Aufgrund der postcoronalen Nachfragesteigerung wird die Versorgungslage des Markts immer knapper. Zusätzliche Ölmengen werden dringend benötigt. Mangels anderer potenter Anbieter müssen sie aus den Reihen der OPEC-Allianz kommen. Daher ist der verkündete Attentismus das schlechteste aller denkbaren Ergebnisse der Gruppenabstimmung. Kurzfristig kann es sich nur in steigenden Preisen über den Markt ergießen. Damit stützt das Ergebnis dem Anschein nach die Bestrebungen der OPEC-Allianz und schwächt die Ökonomien der Verbraucherländer.

Dieser Eindruck wird aber vermutlich nur von kurzer Dauer bleiben. Denn indem die gemeinsame Linie des Kartells aufgegeben wird, werden eine Fülle von Einzelinteressen der Lieferländer, deren Ölhähne derzeit alle nur teilweise geöffnet sind, im Markt konkurrieren. Es liegt also nahe, dass die Hähne demnächst kräftig aufgedreht werden, denn es wird immer einen geben, der es vor allen anderen tun wird, um einen Vorteil zu erlangen. Um die mittelfristige Entwicklung der Ölpreise müssen sich Verbraucher also keine allzu großen Sorgen machen.

Das Auseinanderbrechen der OPEC-Allianz wäre vor allen Dingen für die Gruppe verheerend. Man sollte deshalb nicht davon ausgehen, dass gestern das letzte Wort zu einer gemeinsamen Förderpolitik gesprochen wurde. Es wurde lediglich eine Tür geknallt, die bald wieder geöffnet wird. Ob die Kompromissbereitschaft dann ausreicht, um die Interessen der ambitionierten Ölförderer im Kartell zu befriedigen, wird sich zeigen.

An den Ölbörsen ist nach dem spürbaren Preissprung mittlerweile Ruhe eingekehrt. Die Notierungen dümpeln heute Morgen auf höherem Niveau seitwärts. Unruhig dürfte es heute Nachmittag werden, wenn die Wallstreet-Broker ihren Dienst aufnehmen.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 76,63 Dollar Tendenz: steigend und das Barrel Brent zu 77,38 Dollar Tendenz: steigend gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 619,25 Dollar Tendenz: steigend. Der US-Dollar kostet 0,8411 Euro Tendenz: fallend. Damit kostet der Euro 1,1888 Dollar Tendenz: steigend. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortages an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise haben das nächste Jahreshoch markiert, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Es geht eindeutig auf das Konto der OPEC-Allianz, die nun ohne gemeinsame Förderpolitik dasteht. Dieser Umstand festigt momentan den bestehenden Aufwärtstrend. Mittelfristig könnte er diesen aber zerlegen.

Der Binnenmarkt für Heizöl ist angesichts der Preisentwicklung sehr ruhig. Heizölbestellungen kommen zögerlich herein. Die Hoffnung auf fallende Preise bleibt bestehen. Sie zeigt sich sehr wechselhaft. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht auf mittlerem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem sehr knappen Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Trendkanäle für die Heizölpreisentwicklung geben kaum Anlass für Preiszuversicht. In den kürzeren Zeitbereichen liegen nur noch Aufwärtstrends vor. Die Abwärtstrends der langen Zeitbereiche werden Jahr für Jahr durch die Erhöhung der CO2-Steuer verbogen.

Unser Rat an alle Unentschlossenen lautet: Decken Sie sich ein, um dem schleichenden Preisanstieg zuvorzukommen.

Klarstellung: Seit einiger Zeit nehmen wir Missverständnisse der öffentlichen Meinung über die Zukunft der Ölheizung wahr. Deshalb möchten wir darauf hinweisen, dass das Heizen mit Öl durch den Gesetzgeber nicht verboten ist, weder jetzt noch in Zukunft und auch nicht ab 2026. Ab dem Jahr müssen neue Ölheizungen lediglich mit einem regenerativen Anteil ausgestattet sein, beispielsweise mit Solarkollektoren für die Erwärmung von Brauchwasser. Weitere Informationen

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt an meine E-Mail-Adresse: KlausBergmann@esyoil.com

Heizölpreise-Chart vom 06 Juli 2021

Heizölpreise-Chart vom 2021-07-06
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 06 Juli 2021, pro 100 Liter (links) und 3.000 Liter (rechts). Preise inkl. MwSt.

Lesereinschätzungen der Heizölpreis-Entwicklung am

Insgesamt wurden Stimmen gezählt.

Preis fällt (0%)

Preis steigt (0%)

Unsere Leser prognostizieren eine tendenzielle Seitwärtsbewegung.