Preisvergleich:

Heizölpreise rutschen Richtung Jahrestief

22.10.2020, 09:10 Uhr von

2020-10-22T07:10:00.000Z
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Internationaler Markt

Es bahnte sich schon länger an: Den Ölpreisoptimisten gehen allmählich die Argumente aus. Prompt sanken die Rohölpreise (Brent) unter 42 Dollar je Barrel. Die grassierende Pandemie und ein Überangebot an Öl könnten schon bald dafür sorgen, dass die 40-Dollar-Marke in Sichtweite kommt. Sie ist schon seit Juni die bislang stabile untere Grenze des Preiskorridors, in dem sich Brent-Rohöl bewegt.

Die schwachen Aktienmärkte sorgten bereits gestern Morgen für ein schwaches Umfeld. Aber erst der wöchentliche Bericht des Energieministeriums über die amerikanischen Ölvorräte gab den Ausschlag.

Insgesamt waren die Zahlen nicht durchweg bärisch: Die Rohölbestände sanken leicht um 1 Mio. Barrel, bei Heizöl/Diesel sogar um 3,8 Mio. Barrel. Allerdings werden die Rohölzahlen durch ungewöhnlich geringe Importe relativiert. Die Ölproduktion war mit 9,9 Mio. Barrel pro Tag ausgesprochen schwach, aber das ist eine vorübergehende Spätfolge der Hurrikanschäden.

Entscheidend waren andere Zahlen. Die Händler suchten vor allem nach Anzeichen für eine schwächere Ölnachfrage und sie wurden fündig: Die Benzinvorräte stiegen wider Erwarten um knapp zwei Millionen Barrel, die Auslastung der Raffinerien ging zurück und die Gesamtnachfrage stagnierte trotz günstiger saisonaler Begleitumstände.

Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und des US-Branchenverbandes (API) im Überblick:

Rohöl: +0,6 Mio. Barrel (API) bzw. -1,0 Mio. Barrel (DOE)

Heizöl und Diesel: -6,0 Mio. Barrel (API) bzw. -3,8 Mio. Barrel (DOE)

Benzin: -1,6 Mio. Barrel (API) bzw. +1,9 Mio. Barrel (DOE)

Ölproduktion: 9,9 Mio. Barrel pro Tag (2,7 Mio. unter Vorjahreswert)

Nachfrage (4-Wochen-Durchschnitt): 18,3 Mio. Barrel pro Tag (2,8 Mio. unter Vorjahreswert)

Das bestätigte die These, dass die steigenden Infektionszahlen die wirtschaftliche und gesellschaftliche Normalisierung gestoppt haben. Die Durchhalteparolen aus dem Weißen Haus verlieren an Wirkung. Vor Ort, also in den Schulen, Colleges, Gemeinden und Unternehmen ist vielen die Gesundheit wichtiger als die Steigerung des Bruttosozialprodukts. Das Ergebnis der Präsidentschafts- und Senatswahlen in den USA in knapp zwei Wochen ist insofern auch aus Sicht der Ölmärkte ein einschneidendes Ereignis, denn Biden würde die Strategie Trumps, die Pandemie aus wirtschaftlichen Gründen einfach zu ignorieren, nicht weiterverfolgen.

Europa ist schon einen Schritt weiter. Der Lockdown in vielen Regionen scheint unvermeidlich. Auch in Deutschland springen die Infektionszahlen heute auf einen neuen Höchststand. Aber die Ölpreisbullen geben sich noch nicht geschlagen. Am Morgen halten sich die Ölpreise einigermaßen stabil.

Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht aktuell bei 40,12 US-Dollar je Barrel Tendenz: fallend. Die Nordseesorte Brent kostet 41,87 US-Dollar je Barrel Tendenz: fallend. Rotterdamer Gasöl notiert bei 329,75 Dollar je Tonne Tendenz: fallend. Der US-Dollar ist 0,8438 Euro wert Tendenz: gleichbleibend. Damit steht der Euro bei 1,1850 Dollar Tendenz: gleichbleibend. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Heizöl folgt den schwachen Rohölmärkten und fällt erstmals in dieser Woche unter 38 Euro je Liter für eine Standardlieferung (3000 Liter). In der Heizölpreis-Tendenz wird deutlich, dass das Jahrestief jetzt nur noch einen Euro entfernt liegt. Insgesamt bewegen sich die Heizölpreise jedoch seit sechs Wochen eher seitwärts.

Niedrige Preise und der Preissprung zum Stichtag 1. Januar (siehe unten) sorgen nach wie vor für eine rege Bestelltätigkeit. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Kaufbereitschaft nach Preisanfragen misst, bleibt auf der zweithöchsten Stufe.

Der steigende Preisoptimismus der letzten Tage hat sich im Rückblick als richtig erwiesen. Er steht auch heute auf einem hohen Niveau. Knapp 90% der Stimmen erwarten in der Lesereinschätzung weiter fallende Heizölpreise.

Was tun? Der Stichtag 1. Januar rückt näher. Wer den Preissprung um etwa 9 Euro je 100 Liter vermeiden will, muss das Heizöl bis dahin im Tank haben und sollte nicht zu lange zögern. Im Vergleich dazu nimmt sich der heutige Preisverfall bescheiden aus.

Wenn Sie die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen wollen, sollten Sie aber in jedem Fall genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab plus hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

Spartipp: Fossile Energieträger werden ab dem 1.1.2021 mit einem CO2-Aufschlag belegt. Für Heizöl beträgt er gut 8 Cent pro Liter. Darüber hinaus wird die Mehrwertsteuer wieder auf 19 Prozent angehoben. Insgesamt ist eine Preiserhöhung von 9 Cent pro Liter zu erwarten. Für eine 3.000 Liter Bestellung ergibt sich damit ein Aufschlag von 270 Euro. Planen Sie also Ihren Heizölkauf vorausschauend und behalten Sie die Lieferfristen im Blick! Für Lieferungen bis zum 31.Dezember 2020 entfallen CO2-Aufschlag und Mehrwertsteuererhöhung.

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Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt an meine E-Mail-Adresse: SteffenBukold@esyoil.com

Heizölpreise-Chart vom 22 Oktober 2020

Heizölpreise-Chart vom 2020-10-22
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 22 Oktober 2020, pro 100 Liter (links) und 3.000 Liter (rechts). Preise inkl. MwSt.

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