Preisvergleich:

Ende der Preisdelle?

09.07.2021, 08:07 Uhr von

2021-07-09T06:07:00.000Z
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Internationaler Markt

Der gestrige Handelstag begann ohne große Dynamik. Die Händler rätselten, wie lange der Verkaufsdruck noch anhalten wird. Neue Berichte über die Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus verdüsteren die Stimmung zusätzlich. Immer mehr Stimmen stellen die These einer rasch wachsenden Ölnachfrage in Frage, wenn neue Lockdowns den Verkehr und die Wirtschaft im Herbst lähmen sollten.

Hinzu kommt die noch immer ungelöste OPEC-Krise. Niemand kann im Moment abschätzen, wieviel Öl die Kartellmitglieder ab August auf den Markt bringen werden. Preisstützend war nur die Erkenntnis, dass es wohl noch längern dauern wird, bis die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Wiederholte Angriffe pro-iranischer Milizen auf US-Stützpunkte im Irak verschieben eine Einigung bei den festgefahrenen Atomverhandlungen mit Teheran weit in die Zukunft.

Erst der Wochenbericht des US-Energieministeriums am Nachmittag stabilisierte schließlich die Ölpreise und löste sogar eine Preiswende Richtung 74 Dollar pro Barrel nach oben aus.

Wie erwartet fielen die Rohölbestände erneut deutlich um 6,9 Mio. Barrel. Damit setzte sich der Trend der letzten Wochen fort. Sie liegen nun deutlich unter dem Durchschnitt.

Die eigentliche Überraschung war jedoch der steile Fall der Benzinvorräte um 6,1 Mio. Barrel, obwohl die Raffinerien stark ausgelastet waren. Das lag an der enorm starken Nachfrage der Verbraucher, die in der Berichtswoche über 10 Mio. Barrel Benzin pro Tag erreichte. Das stellt einen Allzeitrekord in den Statistiken des DOE dar.

Nur der leichte Anstieg der heimischen Rohölförderung von 11,1 auf 11,3 Mio. Barrel pro Tag verwässerte den bullischen Eindruck der Zahlen. Allerdings sind das nur vorläufige Schätzungen. Im verlässlicheren Monatsbericht kamen die Behörden schon für den Mai auf einen Wert von 11,2 Mio. Barrel. Die Schieferölfirmen scheinen sich also noch immer zurückzuhalten.

Hier die Zahlen des DOE (Energieministerium) und des API (US-Branchenverband) im Überblick:

Rohöl: -8,0 Mio. Barrel (API) bzw. -6,9 Mio. Barrel (DOE)

Heizöl und Diesel: +1,1 Mio. Barrel (API) bzw. +1,6 Mio. Barrel (DOE)

Benzin: -2,7 Mio. Barrel (API) bzw. -6,1 Mio. Barrel (DOE)

Ölproduktion: 11,3 Mio. Barrel pro Tag (0,3 Mio. über Vorjahreswert)

Nachfrage (4-Wochen-Durchschnitt): 20,9 Mio. Barrel pro Tag (3,1 Mio. über Vorjahreswert).

Die Zahlen aus den USA wirken bis heute Morgen nach. Der Markt startet stabil. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) steht bei 73,20 US-Dollar je Barrel Tendenz: steigend. Die Nordseesorte Brent kostet 74,28 US-Dollar je Barrel Tendenz: steigend. Rotterdamer Gasöl notiert bei 597,50 Dollar je Tonne Tendenz: steigend. Der US-Dollar ist 0,8452 Euro wert Tendenz: fallend. Damit steht der Euro bei 1,1829 Dollar Tendenz: steigend. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Die Erholung dauerte nur zwei Tage. Heute drehen die Heizölpreise schon wieder nach oben, wie die Heizölpreis-Tendenz zeigt. Der landesweite Durchschnittspreis steht bei knapp 69 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3000 Liter).

Auch gestern löste die kurze Preisdelle eine enorm hohe Zahl von Bestellungen aus. Die heutige Preiswende gibt dem Verhalten nachträglich recht. Weniger korrekt scheint der noch immer ausgeprägte Preisoptimimus zu sein. Etwa drei Viertel der Voten erwarten in der Lesereinschätzung eine Fortsetzung des Preisrutsches.

Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Kaufbereitschaft nach Preisanfragen misst, blieb auf der mittleren Stufe. Viele Interessenten halten sich also noch zurück und haben anscheinend noch ausreichende Vorräte im Tank. Aber auch in dieser Gruppe löst ein Blick auf die Preischarts wohl allmählich Nervosität aus. Die kurz- und mittelfristigen Preiskorridore weisen weiterhin stabil und ungerührt nach oben.

Was tun? Delta-Variante, OPEC-Streit und sinkende Ölvorräte schaffen eine undurchsichtige Lage im Ölmarkt. Kurzfristig ist alles möglich. Wer die Risiken der Spekulation meiden will, sollte jedoch nicht warten, bis der Tank leer ist.

Wenn Sie die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen wollen, sollten Sie aber in jedem Fall genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab plus hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Doch nichts ist billiger als eingespartes Heizöl: Entwickeln Sie verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen, um Ihre Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen.

Klarstellung: Es gibt immer wieder Missverständnisse über die Zukunft der Ölheizung. Daher der Hinweis, dass das Heizen mit Öl durch den Gesetzgeber nicht verboten wurde, auch nicht ab 2026. Ab diesem Stichjahr müssen neue Ölheizungen mit einem regenerativen Anteil ausgestattet sein, beispielsweise mit Solarkollektoren für die Erwärmung von Brauchwasser. Weitere Informationen

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Heizölpreise-Chart vom 09 Juli 2021

Heizölpreise-Chart vom 2021-07-09
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 09 Juli 2021, pro 100 Liter (links) und 3.000 Liter (rechts). Preise inkl. MwSt.

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