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Heizölpreise: Langfristig teurer, kurzfristig mit Chance nach unten

03.01.2022, 10:03 Uhr von

2022-01-03T09:03:10.000Z
Heizölpreise: Langfristig teurer, kurzfristig mit Chance nach unten (03.01.2022)

Internationaler Markt

Corona und die OPEC-Allianz werden die Ölpreise auch im neuen Jahr regieren. Tendenziell wird Öl teurer werden. Kurz- und mittelfristig wird es aller Voraussicht nach aber noch Spielraum nach unten geben. Grund dafür sind das Winterquartal mit seiner traditionell reduzierten Kraftstoffnachfrage und Vorsichtsmaßnahmen gegen die Omikron-Mutante, die ebenfalls dämpfend auf das Mobilitätsverhalten der Menschen wirken wird.

Die längerfristig zu erwartende Teuerung von Öl gibt dem Produkt keine Sonderstellung im Ensemble der wichtigen Energieträger. Die Preise werden allgemein anziehen. Bisher kam Öl im Vergleich zu den anderen Brennstoffen recht glimpflich davon. Das muss nicht so bleiben. Spitzenreiter wird zu jedem Zeitpunkt das knappste Gut sein. Knappheit wird mehr und mehr der Normalzustand werden, da Investitionen in die Gewinnung fossiler Energieträger in Energiewendezeiten stetig sinken werden. Die in Konsequenz fehlenden Brenn- und Kraftstoffe können trotz gigantischer Investitionen in regenerative Energieanlagen mengenmäßig nicht adäquat ersetzt werden.

Die Erkenntnis hat sich mittlerweile bis in die Spitzenpolitik verbreitet. Die EU-Kommission arbeitet deshalb seit Monaten daran, dem Green New Deal eine auskömmliche Energiebasis neben dem naturknappen regenerativen Angebot zu verschaffen. Zu diesem Zweck sollen Atomstrom und Erdgas zu grünen Energieträgern erklärt werden. Jetzt, da man die Absicht schnell zur Verordnung machen will, regt sich massiver Widerstand. Die Grünen opponieren gegen die Atombestrebungen, Umweltschützer brandmarken Erdgas als Klimafauxpas höchster Kategorie, da das Produkt fast so klimaschädlich ist wie Kohle. Mit seiner Mischung aus CO2- und Methan-Emissionen übertrifft es die Klimawirkung von Heizöl deutlich.

Die kurzfristige Preisgestaltung beim Öl ist mal wieder Sache der OPEC-Allianz. Sie sollte morgen über die nächste planmäßige Steigerung des Angebots befinden. Angesichts der schwachen Nachfrage zu Jahresbeginn wäre ein Moratorium denkbar. Da Libyen aber aktuell partielle Lieferstörungen meldet, wird es wohl doch zur Regelsteigerung von 0,4 Mio. Barrel Tagesleistung kommen. Das Plus würde die libysche Fehlmenge nicht vollständig ausgleichen.

In Kombination mit den milden Wintertemperaturen, die den Gasmangel momentan verkraftbar erscheinen lassen und den Preis nach einem erneuten Anstieg nun deutlich dämpfen, könnte ein Beschluss zur Anhebung der Ölproduktion temporär auch einen Preisnachlass beim Öl bringen.

Der Jahresstart an den Ölbörsen verlief in der Nacht unspektakulär. Die Notierungen setzen ihre Bewegung auf dem Niveau der letzten Preise von 2021 fort. Wie üblich klärt sich der Beginn 2022 abschließend aber erst, wenn die Broker der Wall Street am Nachmittag ins Börsengeschehen eingreifen.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 76,12 Dollar Preise fallen und das Barrel Brent zu 78,76 Dollar Preise fallen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 674,25 Dollar Preise fallen. Der US-Dollar kostet 0,8816 Euro Preise fallen. Damit kostet der Euro 1,1341 Dollar Preise steigen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortages an.  

Nationaler Markt

Die Heizölpreise legen zu, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Heute Morgen wird der fehlende Rest der CO2-Steuererhöhung eingepreist. Die Lage ist unübersichtlich, weil diese Einpreisung prinzipiell schon in den letzten Wochen erfolgte, wenn Lieferungen im alten Jahr nicht mehr möglich waren. Die gesetzliche Erhöhung des Heizölpreises ist in diesem Jahr recht unauffällig. Sie beträgt 1,6 Cent pro Liter oder 1,60 Euro pro 100 Liter.

Der Binnenmarkt für Heizöl drehte zum Jahresende noch einmal auf. Bestellungen kamen flott herein. Aktuell geht es am Markt sehr ruhig zu. Die Bestellungen klemmen und die Erwartung auf einen Preisrückgang ist gedämpft vorhanden. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf mittlerem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem passablen Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Die Trendkanäle für die Heizölpreisentwicklung lassen noch etwas Preiszuversicht zu, denn in den 3- und 6-Monats-Ansichten weisen sie abwärts. In den drei weiteren Zeitbereichen liegen Aufwärtstrends vor. Für die 10-Jahres-Ansicht verzichten wir auf einen Trend, da dieser nur durch einen fast vollflächigen Seitwärtskanal dargestellt werden könnte. Das wäre aussagelos.

Unser Satz an alle Unentschlossenen lautet: Zu diesen Preisen kann man noch kaufen. 

Klarstellung: Seit einiger Zeit nehmen wir Missverständnisse der öffentlichen Meinung über die Zukunft der Ölheizung wahr. Deshalb möchten wir darauf hinweisen, dass das Heizen mit Öl durch den Gesetzgeber nicht verboten ist, weder jetzt noch in Zukunft und auch nicht ab 2026. Ab dem Jahr müssen neue Ölheizungen lediglich mit einem regenerativen Anteil ausgestattet sein, beispielsweise mit Solarkollektoren für die Erwärmung von Brauchwasser. Weitere Informationen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom 03. Januar 2022

Heizölpreise-Chart vom 03.Januar 2022
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 03 Januar 2022, pro 100 Liter (links) und 3.000 Liter (rechts). Preise inkl. MwSt.

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