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Heizöl in Deutschland, Zahlen und Fakten: Marktbericht 1. Halbjahr 2026

Rund 17,2 Prozent aller Wohnungen in Deutschland werden gemäß BDEW mit Heizöl beheizt. Bei 43,8 Millionen Wohnungen sind das etwa 7,5 Millionen. Dahinter stehen 4,7 Millionen Ölheizungen.

Die Preise für Heizöl haben im ersten Halbjahr 2026 viel Bewegung gezeigt: Der Bundesdurchschnitt stieg von 87,60 Euro je 100 Liter am 08.01.2026 auf 153,26 Euro am 07.04.2026. Ein Plus von 75 Prozent binnen dreizehn Wochen.

Der Zeitpunkt: 1.970 Euro zwischen Tief und Hoch

Das erste Halbjahr begann günstig. Am 08.01.2026 lag der Bundesdurchschnitt bei 87,60 Euro je 100 Liter, ein Dreimonatstief. Brent-Rohöl hielt sich mit 60,05 US-Dollar je Barrel nur mühsam über der 60-Dollar-Marke.

Dann drehte der Markt. Am 23.03.2026 kostete Heizöl bereits 148 Euro je 100 Liter, Brent notierte bei 113 US-Dollar. Am 07.04.2026 erreichte der Bundesdurchschnitt mit 153,26 Euro je 100 Liter den Höchststand des ersten Halbjahres.

Zwischen dem Tief im Januar und dem Hoch im April liegen 65,66 Euro je 100 Liter oder 75 Prozent. Auf eine Tankfüllung von 3.000 Litern gerechnet sind das 2.628 Euro gegenüber 4.598 Euro, also rund 1.970 Euro Unterschied für dieselbe Menge Öl.

Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 lagen zwischen Tief und Hoch nur 531 Euro. Der Hebel des Kaufzeitpunkts hat sich damit binnen eines Halbjahres mehr als verdreifacht.

Was den Preis trieb

Der Heizölpreis folgt dem Rohölmarkt, und der wurde 2026 enorm politisch. Treiber waren die blockierte Straße von Hormus, Druck auf russische und kasachische Ölexporte, Drohnenangriffe auf Infrastruktur und die verhärteten Fronten zwischen den USA und Iran.

Der Dollarkurs wirkte als zweiter Hebel: Öl wird in Dollar gehandelt, ein schwacher Euro verteuert jede Lieferung zusätzlich, unabhängig davon, was am Rohölmarkt passiert.

Der CO2-Preis seit Anfang 2026

Seit 2026 wird der nationale Emissionshandel versteigert statt zum Festpreis verkauft. Gesetzlich gilt ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Zertifikat, bei unzureichendem Angebot sind bis zu 68 Euro möglich.

Für Heizöl bedeutet das gegenüber dem Niveau von 2025:

  • 55 Euro je Tonne CO2: kein Aufschlag
  • 60 Euro je Tonne CO2: plus 1,6 Cent je Liter
  • 65 Euro je Tonne CO2: plus 3,2 Cent je Liter
  • 68 Euro je Tonne CO2: plus 4,1 Cent je Liter

Bei 3.000 Litern reicht die Spanne von 0 bis rund 123 Euro Mehrkosten im Jahr. Gemessen an 1.970 Euro Preisschwankung im selben Halbjahr ist der CO2-Preis der deutlich kleinere Hebel. Planbarer ist er allerdings.

Unterschiede nach Region: von 132 auf 1.040 Euro pro Tankfüllung

Der zweite Hebel ist die Postleitzahl, und er wirkt nicht immer gleich stark. Am 08.01.2026, dem Tiefpunkt des ersten Halbjahres, kostete Heizöl in Karlsruhe 86,24 Euro je 100 Liter und in Rostock 90,65 Euro. Auf eine Tankfüllung von 3.000 Litern sind das 132 Euro Unterschied. Am 23.03.2026, auf der Preisspitze des ersten Quartals, lagen dieselben beiden Städte bei 129,81 und 164,47 Euro. Das sind 1.040 Euro Unterschied für die genannte Tankfüllung, also fast das Achtfache.

Grund dafür ist die Logistik: die Nähe zu Raffinerien und Binnenhäfen, die Dichte der Lieferanten, die Transportwege. Wird das Öl knapp und teuer, schlagen diese Nachteile stärker durch. Der Süden und Westen profitieren vom Rhein-Korridor, die Küstenländer zahlen drauf. Genau dann lohnt der Preisvergleich am meisten.

Fazit

Im ersten Halbjahr 2026 entschied der Kaufzeitpunkt über rund 1.970 Euro je Tankfüllung. Die alte Faustregel, im Sommer zu kaufen, galt dabei nicht: Das Tief lag im Januar, das Hoch im April. Wer sparen will, beobachtet den Markt, nicht den Kalender, und vergleicht die Preise in der eigenen Region.

Berichtszeitraum: 01.01.2026–30.06.2026; Stand: 17.08.2026

Alle Preisangaben je 100 Liter bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern, eine Entladestelle, inklusive Mehrwertsteuer

Quellen: esyoil; BDEW (Beheizungsstruktur des Wohnungsbestandes 2025), Deutsche Emissionshandelsstelle (CO2-Preis)

Klaus Bergmann, Gesellschafter
Klaus Bergmann, Gesellschafter
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