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Ölpreise im ersten Trump-Jahr: Dem Wahnsinn zum Trotz langweilig

von Klaus Bergmann

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Seit ihrem letzten Tief vor einem Monat sind die Ölpreise um sechs bis sieben Prozent gestiegen. Aus fundamentaler Sicht ist es nicht die Zeit für eine Teuerung, denn dem Markt steht jede Menge Öl zur Verfügung. Dass die Preise dennoch steigen, ist der geopolitischen Unruhe geschuldet, die die USA unter Führung ihres unberechenbaren Präsidenten verursachen. Er schafft es mit seiner vollkommen regelbefreiten Art, die Risikoabteilungen der Geldindustrie unter Dauerstress zu setzen. Das führt zu erratischen Auf- und Abschlägen in allen Anlageklassen, wozu sehr prominent auch Öl gehört. Immerhin, die wirklich großen Ausschläge bleiben uns erspart, weil der Takt des wechselhaften Wahnsinns ihre Ausprägung verhindert. Jede sich entwickelnde Preisbewegung erfährt nach kurzer Zeit eine Gegenbewegung. Substanziell werden auf diese Weise auch politisch keine nachhaltigen Ergebnisse erzielt.

Ob der angekündigte Frieden in der Region Palästina wirklich halten wird, muss sich noch zeigen. Die Ölpreise sind jedenfalls noch nicht vollkommen befreit von dem Risiko. Das basiert allerdings eher auf der Bedrohung der Handelswege in der Nachbarschaft durch vom Iran ausgerüstete Huthi-Rebellen, die ihre Solidarität mit der palästinensischen Sache adressieren.

Frieden in der Ukraine war die nächste Baustelle des Weißen Hauses. Sie bleibt auf unabsehbare Zeit unvollendet. Krieg und Sanktionen gehen weiter. In der Ukraine und in Russland wird Energieinfrastruktur zerstört. Auf der einen Seite soll der Schaden Menschen entmutigen, auf der anderen Seite soll er Ölströme und Öleinnahmen schwächen. Das funktioniert in Teilen und macht sich im Ölpreis bemerkbar.

Um Öl geht es explizit bei der Seeblockade von Venezuela. Hier kommt kein Ölprodukt mehr rein und kein Rohöl mehr raus. Das Land verfügt über die größten Ölressourcen der Welt und eine vollkommen marode Ölindustrie. Um diese Assets nutzbar zu machen, bedarf es eines Regimewechsels. Das Weiße Haus strebt diesen vermutlich an, hat es aber bisher nur geschafft, den Kopf des Regimes aus dem Spiel zu nehmen. Für die weiteren Schritte scheint es keinen Plan zu geben. Der Ölpreis erhält keinen nennenswerten Risikoaufschlag, weil sich aus Marktsicht kaum etwas tut. Das globale Angebot ist groß genug, um derzeit auf venezolanisches Öl verzichten zu können.

Iranisches Öl ist wichtiger. Es sollte nach dem Willen Washingtons eigentlich nicht auf den Markt gelangen, da mit seinen Einnahmen, ähnlich wie in Russland, ein Unrechtsregime finanziert wird. Teheran hat allerdings beste Erfahrungen im Umgang mit Sanktionen und Blockaden. Ein Teil der Ölproduktion geht sehr wohl in den internationalen Handel und zwar mit unbestätigter Billigung der USA, weil dieses Öl den Preis zu bändigen vermag. Das Weiße Haus schießt verbal außerordentlich scharf gegen das Regime. Den Plan, es zu kippen und eine bessere Zukunft herbeizuführen, hat es aber nicht.

Und nun will der Herr im Weißen Haus Grönland kaufen, eine Insel, auf der sich seit Jahrzehnten US-Militär mit wohlwollender Billigung der Bevölkerung tummelt. Es ist schwer vorstellbar, dass dieses Volk nicht damit einverstanden wäre, zusammen mit US-Unternehmen die Rohstoffförderung zu entwickeln. Das reicht dem Amerikaner aber nicht. Er will alles. Das wollen aber weder die Grönländer, noch deren kleine Schutzmacht Dänemark und auch nicht weite Teile der EU. Den Streit in der Angelegenheit befeuert Washington nun mit neuen Strafzöllen gegen seine engsten Verbündeten. Wahnsinn. Der bildet sich auch in fallenden Ölpreisen ab. Analysten sehen das wirtschaftliche Wohlergehen aller Beteiligten äußerst gefährdet.

Es ist nicht absehbar, dass der aktuelle Stil der US-Regierung zu einer erwachsenen Politik heranreift. Deshalb werden Zeilen wie diese noch lange zu schreiben sein. Es tut dem Verfasser leid, so viel wiederkehrende Langeweile verbreiten zu müssen, aber sie ist nun einmal ölpreisbildend.

Heute Morgen geben die Ölbörsen nach. Rohöl- und Gasölnotierungen bewegen sich geordnet abwärts. Einen Sturz wird es wahrscheinlich nicht geben, weil der Handel ohne die US-Broker über die Bühne geht. Sie begehen den Feiertag zu Ehren Martin Luther Kings.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 58,77 Dollar Preise fallen und das Barrel Brent zu 63,36 Dollar Preise fallen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 645,25 Dollar Preise fallen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8603 Euro Preise fallen. Damit kostet der Euro 1,1620 Dollar Preise steigen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich heute Morgen kaum, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Das Einpreisen der internationalen Vorgaben lässt auf sich warten. Das mag daran liegen, dass die Börsen heute ohne US-Beteiligung laufen. An solchen Tagen kommt es bisweilen zu erratischen Preisbewegungen, die wenig repräsentativ sind und am Folgetag annulliert werden. Prognosen sind angesichts der unberechenbaren US-Politik ohnehin kaum etwas wert. So bleibt nur der Blick auf die verschiedenen Preischarts, um eine Idee vom weiteren Gang der Preise zu bekommen. Die ist für Heizölkäufer positiv, denn die Trendkanäle weisen in allen Zeitbereichen abwärts. Leider basiert die gesamte Information dahinter aber nur auf Vergangenheitsdaten. Die Zukunft muss sich keinesfalls daran halten.  

Die Heizölnachfrage im Binnenmarkt ist leidlich belebt. Die Hoffnung auf tiefere Preise bleibt hoch. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen gerade noch auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem starken Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Wer Sicherheit möchte, kann zu diesen Preisen beherzt kaufen. Um von eventuell deutlich tieferen Preisen trotzdem profitieren zu können, sollte gegebenenfalls nicht vollgetankt werden.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Heizölpreise-Chart vom 19. Januar 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 19. Januar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 19. Januar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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