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Trump zockt mit dem Öl seiner Feinde

von Klaus Bergmann

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Die Rohölpreise sind in der letzten Woche kräftig gestiegen. Damit haben sie dem jüngsten Abwärtstrend eine empfindliche Störung verpasst. Einen Anstieg musste auch Gasöl, das Vorprodukt für Heizöl, hinnehmen. Der schlug allerdings weniger stark zu Buche. Ursächlich für die bullische Einstellung der Trader ist die aggressive geopolitische Rhetorik des US-Präsidenten, der erwiesenermaßen nicht nur Geschichten erzählt, sondern auch zum Handeln bereit ist.

Während es beim Umgang mit Venezuela mittlerweile eher um Geschäfte als um einen militärisch erzwungenen Regimewechsel geht, wird eben dieser im Umgang mit dem Iran adressiert. So hat Donald Trump mehrfach mit einem Eingreifen gegen das Regime gedroht, wenn es die gegenwärtigen Proteste gewaltsam niederschlagen sollte. Darauf hat die iranische Führung nun ihre Bereitschaft zu Verhandlungen mit den USA signalisiert. Trump zufolge wird ein Treffen vorbereitet. Er schließt jedoch nicht aus, dass die USA wegen der Lage im Iran schon vorher handeln würden. Washington prüfe militärische Optionen gegen das Land, das seinerseits vor Angriffen auf US-Ziele in der Region und in Israel warnt.

Derartige Sätze schießen in die Preise. Wie sich diese bei einem Gewaltausbruch entwickeln können, zeigte sich Mitte letzten Jahres anlässlich der israelisch-amerikanischen Bombenangriffe auf iranische Ziele. Marktteilnehmer sehen in solchen Momenten nicht nur iranisches Öl schwinden, sondern auch das Öl anderer Länder der Region vor der Meerenge von Hormus festsitzen. In Summe geht es um 20 Prozent des globalen Ölangebots. Dem Iran wird die Seeblockade zugetraut, obwohl sie über Jahrzehnte nur als Drohung und nie als Handlung praktiziert wurde.   

Auf einem von Trump einberufenen Treffen mit Vertretern der Ölbranche warb er um Investitionen für das venezolanische Ölgeschäft. Die Handelshäuser Vitol und Trafigura sagten Unterstützung zu und kündigten erste Lieferungen in die USA unter Einhaltung der laufenden Sanktionen an. Chevron stellte eine deutliche Ausweitung seiner Ölproduktion in Venezuela in Aussicht. Der Chef von ExxonMobil hatte indes den Mut, jedwede Investition aufgrund rechtlicher und wirtschaftlicher Risiken sowie früherer Enteignungen abzulehnen. Er ernte damit prompt das schwer zu bändigende Missfallen seines narzisstischen Präsidenten. Preislich lässt sich diese Angelegenheit eher der Kategorie Wirkschwach zuordnen.

Derweil hat die Ukraine wieder russische Energieanlagen im Kaspischen Meer mit Drohnen angegriffen und dabei mehrere von Lukoil betriebene Ölplattformen getroffen. Über den Zustand nach den Attacken ist noch nichts bekannt, so dass die preisliche Bedeutung der Maßnahmen nicht bewertbar ist. Auch wenn derartige Angriffe im Einzelnen hohe Wirkung zeigen, bleibt die Summe der Aktivitäten unkritisch für den Ölmarkt. Durch Reparaturarbeiten werden die Schäden üblicherweise recht zeitnah beseitigt.

Den mehr oder weniger bullischen Nachrichten stehen erhebliche Ölmengen gegenüber, die die Angebotsseite zum Jahresbeginn im Öl ertrinken lassen. Daher müsste eine Störung extreme Ausmaße annehmen, um nachhaltig preistreibend wirken zu können. So bleibt die gesamte Marktbetrachtung einmal mehr hochspekulativ. Es bleibt abzuwarten, was uns der oberste Beweger der Preise, Donald Trump, noch zu bieten hat.

Die Ölbörsen zeigen sich zum Wochenauftakt zahm. Rohöl- und Gasölnotierungen geben ein wenig nach, ohne damit die Grenzen des letzten Handelstags zu verletzen.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 58,94 Dollar Preise steigen und das Barrel Brent zu 63,17 Dollar Preise steigen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 622,00 Dollar Preise fallen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8556 Euro Preise fallen. Damit kostet der Euro 1,1685 Dollar Preise steigen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich heute Morgen sehr sparsam, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Sie folgen damit den Vorgaben des internationalen Markts. Der lässt derzeit kaum eine erkenntnisgetriebene Prognose zu. So bleibt nur der Blick auf die verschiedenen Preischarts, um eine Idee vom weiteren Gang der Preise zu bekommen. Die ist für Heizölkäufer positiv, denn die Trendkanäle weisen in allen Zeitbereichen abwärts. Leider basiert die gesamte Information dahinter aber nur auf Vergangenheitsdaten. Die Zukunft muss sich keinesfalls daran halten.  

Die Heizölnachfrage im Binnenmarkt ist belebt. Die Hoffnung auf tiefere Preise wird situativ von der Preisentwicklung geprägt. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem ordentlichen Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Wer Sicherheit möchte, kann zu diesen Preisen beherzt kaufen. Um von eventuell deutlich tieferen Preisen trotzdem profitieren zu können, sollte gegebenenfalls nicht vollgetankt werden.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Heizölpreise-Chart vom 12. Januar 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 12. Januar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 12. Januar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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