Ölpreise kaum verändert. Irankrise rückt in den Hintergrund
von Steffen Bukold

Internationaler Markt
An den Ölbörsen rückt die Krise im Iran weiter in den Hintergrund. Die Proteste im Land gehen weiter, aber ein militärisches Eingreifen der USA ist im Moment unwahrscheinlich. Washington kündigte stattdessen neue Sanktionen an. Auch wird ein Flugzeugträger in die Region verlegt. Das ist medienwirksam, aber verändert die Lage erst einmal nicht. Unmittelbare Folgen für die Ölexporte und damit den Ölpreis sind nicht greifbar.
Der Preis für Rohöl hat sich daher seit gestern nur wenig bewegt. Kurz nach Handelsstart kostet die Leitsorte Brent 64,3 Dollar je Barrel. Vor einem Jahr lag der Preis knapp über 80 Dollar je Barrel. Trotz der Krisen in Russland/Ukraine, Venezuela und Iran wird das wachsende Überangebot im Rohölmarkt immer stärker sichtbar und drückt auf die Preise. Auch der eher schwache Dollar macht Öl in vielen Teilen der Welt immer billiger.
Venezuela sorgt auch heute für Schlagzeilen. Die USA haben offenbar einen weiteren Tanker mit Exportöl beschlagnahmt. Das ist bereits der sechste Öltanker, der seinen Weg nicht fortsetzen kann. Gleichzeitig haben die USA bzw. beauftragte Rohstoffhändler den ersten Verkauf von venezolanischem Öl für 500 Mio. Dollar abgewickelt. Washington geht es vor allem um die Kontrolle der Exporte, nicht um einen Stopp der venezolanischen Ölexporte insgesamt. Die Tanker sollen von nun an vor allem die USA versorgen.
Die EU teilte gestern mit, dass der neue Preisdeckel für russisches Rohöl in Kraft getreten ist. Die Preisobergrenze fällt dadurch auf nur noch 44,10 Dollar je Barrel. Brüssel will gegen alle Tankergeschäfte vorgehen, die höhere Preise für russisches Öl bieten. Damit sollen die Einnahmen Moskaus minimiert werden, ohne die Versorgung des Ölmarktes zu gefährden.
Die russischen Ölkonzerne finden zwar immer wieder Wege, diese Vorgaben zu umgehen, aber sie sind mit Aufwand und Kosten verbunden. Dadurch gelang es offenbar auch, die Ölexporte Richtung Indien zu stabilisieren. Sie waren im Dezember durch neue Sanktionen der USA unter Druck geraten.
Keiner der drei Krisenherde Iran, Venezuela und Russland sorgt im Moment für größere Ausfälle bei der globalen Ölversorgung. Zahlreiche Exporteure haben Probleme, ihre Angebote im Markt unterzubringen, ohne beim Preis nachgeben zu müssen.
Auch die europäischen Ölbörsen starten entspannt in den Handelstag. Die Preise bewegen sich nur wenig. Im Moment kostet Brent-Rohöl 64,27 US-Dollar je Barrel
. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 59,71 US-Dollar je Barrel
. Rotterdamer Gasoil wird zu 647,50 Dollar je Tonne gehandelt
. Der US-Dollar ist 0,8609 Euro wert
. Der Euro steht bei 1,1612 Dollar
. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsstart.
Nationaler Markt
Auch die deutschen Heizölpreise präsentieren sich am Morgen fast unverändert. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt einen gegenüber gestern nahezu unveränderten landesweiten Durchschnittswert von 90,3 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter).
Das Kaufinteresse bröckelt weiter ab. Die Zahl der Bestellungen ist mittlerweile unter dem Durchschnitt – ein deutlicher Kontrast zur Bestellflut in den beiden Wochen davor. Das kann sich jedoch bald wieder ändern, denn der Optimismus der Verbraucher steigt. Die täglich ermittelte Lesereinschätzung zeigt, dass mittlerweile vier von fünf Stimmen fallende Heizölpreise erwarten. Das ist ein deutlich höherer Anteil als gestern.
Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Die zahlreichen geopolitischen Krisen können die Ölversorgung kaum stören. Der Kampf um Marktanteile wird für die Ölproduzenten immer mühsamer. Wer allerdings nicht spekulieren will, kann sich schon heute zu sehr moderaten Preisen mit Heizöl versorgen.
Trotzdem gilt nach wie vor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.
Heizölpreise-Chart vom 16. Januar 2026
