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Ölmarkt ignoriert Venezuelakrise. Heizölpreise auf Dreimonatstief

von Steffen Bukold

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Die meisten geopolitischen Krisen sorgen für steigende Ölpreise. Doch das gilt nicht für Venezuela. Nach einem zaghaften Anstieg kurz nach dem Kidnapping des Staatspräsidenten sinken die Preise schon wieder. Die Tiefstwerte vom letzten Monat sind bereits in Sicht. Aktuell hält sich Brent-Rohöl mit 60,1 Dollar je Barrel nur noch mühsam über der 60-Dollar-Marke.

Präsident Trump kann die Militäraktion bisher als PR-Erfolg verbuchen. Vor allem lenken die spektakulären Bilder von der Epstein-Affäre ab, die in seiner Gefolgschaft für immer mehr Unruhe gesorgt hatte. Die vage Aussicht auf zusätzliche Ölmilliarden aus dem lateinamerikanischen Land sorgt in den Medien für Phantasie. 

Die Stimmung erinnert an die Spekulationen vor 22 Jahren, als die USA den ölreichen Irak besetzt und Saddam Hussein entmachtet hatten. Die Aktion endete in einem Desaster, das die gesamte Region destabilisiert und zum Aufstieg des IS geführt hat. 

Kein Wunder also, dass die amerikanischen Ölkonzerne und der Ölmarkt insgesamt nur verhalten reagieren. Zwar verfügt Venezuela über große Ölreserven, aber die Infrastruktur ist völlig marode, überall herrschen mafiöse Strukturen und Gewalt, und noch immer sind zahlreiche chinesische, russische, kubanische und iranische Firmen vor Ort. 

Das alte Regime, nur unter neuer Führung, scheint alle Zügel wieder in der Hand zu halten. Die Verhandlungen mit den übergriffigen „Gringos“ aus dem Norden werden sich wohl in die Länge ziehen. Eine Verbesserung für die Lage der 28 Millionen Menschen im Land ist vorerst nicht in Sicht.

Das gilt auch für höhere Ölexporte. Bevor die Ölförderung von aktuell knapp 1 Mio. Barrel pro Tag nennenswert erhöht werden kann, sind erst einmal erhebliche Investitionen notwendig. Das hat schon unter dem alten Regime nicht geklappt. Die amerikanischen Ölkonzerne werden die Lage daher erst einmal aus der Distanz betrachten und dem US-Präsidenten pflichtschuldig applaudieren. Das eigentliche Risiko ist aus ihrer Sicht ein überschäumender Optimismus, der die Ölpreise noch weiter nach unten drücken könnte.

Dafür sorgen im Moment auch die Nachrichten aus dem amerikanischen Ölmarkt selbst. Der Wochenbericht zeigte gestern eine schwache Nachfrage und steigende Lagerbestände. Zwar schrumpften die Rohölbestände um 3,8 Mio. Barrel, doch dafür gab es starke Aufbauten bei Benzin und Heizöl/Diesel um insgesamt 13,3 Mio. Barrel.

Hier die Zahlen des amerikanischen Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: -3,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,8 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: +5,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,9 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: +7,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,4 Mio. Barrel (API) 

Die Ölpreise bewegen sich zum Börsenstart in Europa nur wenig. Brent-Rohöl kostet aktuell 60,05 US-Dollar je Barrel Preise fallen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 56,06 US-Dollar je Barrel Preise fallen. Rotterdamer Gasoil wird zu 600,00 Dollar je Tonne gehandelt Preise stagnieren. Der US-Dollar ist 0,8565 Euro wert Preise steigen. Der Euro steht bei 1,1673 Dollar Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsstart.

Nationaler Markt

Trotz der eisigen Temperaturen im ganzen Land geben die Heizölpreise weiter nach. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittswert von nur noch 87,6 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das ist der niedrigste Wert seit Oktober. 

Ganz anders ist die Lage an den Tankstellen. Dort stiegen die Preise in den letzten Tagen aus unklaren Gründen steil an. Im Vergleich dazu funktioniert der Heizölmarkt offenbar besser. Die sinkenden Einkaufspreise der Händler werden hier direkt weitergegeben. 

Entsprechend hoch ist daher die Zahl der Bestellungen. Niedrige Preise und die noch niedrigeren Temperaturen sorgen in dieser Woche für eine Bestellflut. Die Verbraucherinnen und Verbraucher bleiben optimistisch: Fünf von sechs Stimmen setzen in der täglichen Lesereinschätzung auf fallende Heizölpreise.

Trotz der Krisen in Lateinamerika, Russland und Nahost stehen die Chancen dafür nicht schlecht. Angesichts der Wetterprognosen ist das derzeitige Preisumfeld jedoch verlockend. Wer vor einem fast leeren Heizöltank steht, sollte die Gelegenheit nicht verstreichen lassen.

Nach wie vor gilt jedoch: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit. 

Heizölpreise-Chart vom 08. Januar 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 08. Januar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 08. Januar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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