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Ölpreise zwischen Risiko und Überschuss

von Claudia Lohse

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Venezuela, der globale Angebotsüberschuss und eine ganze Handvoll geopolitischer Risiken sind derzeit die prägenden Themen am Ölmarkt.

Nach der Verhaftung des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro sprach US-Präsident Donald Trump gestern Interventionsdrohungen gegenüber weiteren Ländern wie Kuba, Mexiko und Iran aus und bekräftigte erneut den Machtanspruch auf Grönland. Die Mischung aus politischer Eskalation und strategischer Unberechenbarkeit sorgt für Verunsicherung. Entsprechend preist der Ölmarkt eine Risikoprämie ein. Brent-Rohöl notiert damit zur Wochenmitte bei rund 62 Dollar je Barrel. 

Zugleich blickt der Markt auf Trumps Pläne, US-Unternehmen stärker in die Ölförderung Venezuelas einzubinden und die Produktion deutlich zu steigern. Noch in dieser Woche will der US-Präsident mit Ölkonzernen über Möglichkeiten der Umsetzung beraten. Auf lange Sicht ist das ein klar preisdämpfender Faktor. Doch wie und wann sich das Vorhaben realisieren lässt, ist zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation. Venezuelas Ölinfrastruktur gilt als stark heruntergewirtschaftet. Experten rechnen selbst bei politischer Stabilität mit einem Zeitraum von fünf bis sieben Jahren, bis die Ölförderung deutlich zulegen könnte. Hinzu kommt, dass auch China und Russland Ansprüche auf die Ölvorkommen Venezuelas anmelden – Konfliktpotenzial, das die geopolitische Gemengelage weiter verschärft. 

Derweil bleibt die US-Blockade venezolanischer Ölexporte bestehen. Venezuela soll in den vergangenen Tagen trotz der US-Handelsblockade Öltanker auf die Reise geschickt haben – Ortungs- und Identifikationssysteme der Schiffe sollen abgeschaltet worden sein. Zugleich gibt es Meldungen über Stilllegungen von Förderanlagen wegen fehlender Lagerkapazitäten. Für das südamerikanische Land sind Ölexporte von großer Bedeutung, weil sie etwa 90 Prozent der Exporteinnahmen ausmachen und ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts bestreiten. Für den Weltmarkt spielt die venezolanische Ölproduktion derzeit allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Mit rund 1,1 Millionen Barrel pro Tag (B/T) im Jahr 2025 liegt ihr Anteil an der globalen Ölversorgung unter einem Prozent. Kurzfristige Ausfälle lassen sich einfach ausgleichen, zumal der weltweite Angebotsüberschuss aktuell auf bis zu 4 Millionen B/T geschätzt wird.

Ein weiteres Signal für den Angebotsdruck kommt von Saudi Aramco, die ihre Preise für die Februar-Rohölausfuhren in die USA, nach Westeuropa und Asien gesenkt hat – eine eindeutige Reaktion des staatlichen Ölgiganten aus Saudi-Arabien auf die schwächere Nachfrage bei einem zugleich steigenden weltweiten Angebot. Unter dem Strich bleibt der Ölmarkt überversorgt. Doch geopolitische Risiken wirken aktuell einem Preisrückgang entgegen.

Nach dem moderaten Anstieg vom Vortag suchen die Notierungen zur Stunde ihre Richtung. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 58,53 Dollar Preise steigen. Brent kostet 62,03 US-Dollar das Barrel Preise steigen. Eine Tonne Gasöl wird zu 624,75 Dollar gehandelt Preise steigen. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8535 Euro Preise fallen. Damit ist der Euro für 1,1714 Dollar zu haben Preise steigen. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise zeigen sich heute Vormittag wenig verändert. Der bundesweite Durchschnittspreis liegt in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 89,30 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter). 

Trotz des höheren CO2-Aufschlags ist Heizöl deutlich günstiger ins neue Jahr gestartet – im Vergleich zu 2025. Die Kaufbereitschaft unter den Heizölkunden ist erhöht, während die Hoffnung auf einen Preisrückgang verhaltener ausgeprägt ist als sonst. In der tagesaktuellen Lesereinschätzung erwarten 78 Prozent der Befragten künftig sinkende Preise. 

Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Wer zeitnah Heizöl braucht, kann auf dem aktuellen Preisniveau bedenkenlos zugreifen. Wer dabei noch etwas Platz im Tank lässt, kann auf mögliche Rückgänge im weiteren Jahresverlauf spekulieren. 

Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.

Heizölpreise-Chart vom 06. Januar 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 06. Januar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 06. Januar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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