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Trumps kommunikative Keule interessiert den Ölmarkt nicht

von Klaus Bergmann

Trumps kommunikative Keule interessiert den Ölmarkt nicht

Internationaler Markt

Nachdem Donald Trump von seinen militärischen Beratern zu dem Einsehen gebracht werden konnte, vom Waffengang gegen den Iran abzulassen, baut er nun wieder auf den Wirtschaftskrieg gegen das Land. Es soll der härteste je gegen ein Land geführte werden, ein „Economic D-Day“ wie er selbst sagt.

Damit das gelingt, müssten die USA neben direkten Maßnahmen gegen den Iran den Hebel vor allendigen Dingen an China setzen. Das Land ist seit Jahren der mit Abstand wichtigste Abnehmer iranischen Öls. Mit zeitweise rund 1,4 Mio. Barrel pro Tag konnte sich der Ölhandel zwischen Iran und China zu einem der größten bilateralen Rohölströme der Welt entwickelt. Bemerkenswert ist, dass ein solcher Strom trotz US-Sanktionen entstanden ist und überwiegend außerhalb des transparenten, offiziellen Handels läuft. Bisherige Sanktionen konnten diese Handelsströme nur begrenzt unterbinden, da iranisches Öl über unabhängige chinesische Raffinerien, Zwischenhändler und alternative Zahlungswege weiter seinen Weg in den Markt findet.

Die neuen Maßnahmen stellen Washington deshalb vor ein Dilemma. Ohne deutlich härteren Druck auf chinesische Käufer und gegebenenfalls Banken dürfte es schwierig bleiben, Irans Öleinnahmen entscheidend zu treffen. Eine solche Eskalation gegenüber Peking könnte die Beziehungen zu China jedoch empfindlich belasten und zwar ausgerechnet wenige Wochen vor dem geplanten Treffen von Donald Trump und Xi Jinping. Auffällig ist daher, dass die jüngste Sanktionsrunde chinesische Finanzinstitute bislang nicht direkt ins Visier genommen hat. Für den Ölmarkt ist es somit fraglich, wie viel zusätzliche Wirkung die neuen Maßnahmen tatsächlich entfalten. Iran hat sich über Jahre an immer neue Sanktionsrunden angepasst und mit Schattenflotten, Zwischenhändlern, verschachtelten Zahlungswegen und alternativen Absatzkanälen beträchtliche Exportmengen aufrechterhalten.

Sollte Washington diesmal jedoch tatsächlich einen erheblichen Teil dieser Umgehungswege schließen können, droht ein Bumerangeffekt. Ein spürbarer Ausfall iranischen Öls würde das globale Angebot verknappen, den Ölpreis nach oben treiben und damit nicht nur die verbliebenen iranischen Exporte wertvoller machen, sondern zugleich Verbraucher und Konjunktur in den USA belasten. Für den Markt liegt das Risiko daher weniger in der Ankündigung weiterer Sanktionen als in der Frage, ob Washington bereit ist, sie auch gegenüber China konsequent durchzusetzen. Nüchtern betrachtet wirkt die Angelegenheit eher wie die verzweifelte Anweisung eines Kaisers ohne Kleider.

So scheinen es auch die Akteure am Ölmarkt zu sehen. Sie wirken ziemlich unbeeindruckt von der neuen Zielsetzung des Weißen Hauses. Händler werten die Maßnahmen allenfalls als Signal für eine künftig härtere Gangart aber nicht als unmittelbare Gefahr für das physische Ölangebot. Übergangsfristen, fehlende konkrete Adressaten und vor allem das Ausbleiben schärferer Sekundärsanktionen zeugen nicht von wütender Entschlossenheit. Das größere Preisrisiko liegt heute nicht bei irgendwelchen Sanktionen, sondern bei einer möglichen militärischen Eskalation, insbesondere iranischen Angriffen auf US-Einrichtungen oder Energieinfrastruktur am Persischen Golf. Einzelne Angriffe auf die Schifffahrt, die es in diesen Tagen weiterhin gibt, werden indes recht ruhig betrachtet.

Ohne akute Preisrelevanz bleibt die folgende Meldung, die aber den Umbruch am Persischen Golf unterstreicht. TotalEnergies will sich an zwei strategisch wichtigen Pipelineprojekten in der Region beteiligen, die die Abhängigkeit der Ölexporte von der Straße von Hormus verringern sollen. Geplant sind Investitionen in den Wiederaufbau der Kirkuk-Baniyas-Verbindung vom Irak nach Syrien sowie in den Ausbau der Habshan-Fujairah-Pipeline in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Deren gegenwärtige Kapazität von rund 1,8 Mio. Barrel pro Tag soll verdoppelt werden.

An den Börsen gaben die Ölnotierungen gestern nach. Rohöl Brent verlor zwei Prozent an Wert, Gasöl verlor vier Prozent. Heute Morgen geht es beim Rohöl weiter abwärts, während Gasöl die Verluste teilweise annulliert.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 85,66 Dollar Preise fallen und das Barrel Brent zu 93,38 Dollar Preise fallen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 1.287,25 Dollar Preise fallen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8572 Euro Preise steigen. Damit kostet der Euro 1,1664 Dollar Preise fallen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise kommen nicht von der Stelle, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Das passt zu den Vorgaben des internationalen Markts. Die Konstellation der Preistrends bleibt unangetastet. In den verschiedenen Zeitbereichen dominieren Aufwärtskanäle eindeutig die kaufrelevanten Perioden. Angesichts der geopolitischen Umstände ist kaum etwas anderes zu erwarten.

Nach den starken Regenfällen am Wochenende sind die Pegelstände am Rhein auf einem höheren Niveau zur Ruhe gekommen. Die Lage sieht besser, aber noch nicht gut aus. Die Frachten an Mittel- und Oberrhein sind deutlich gesunken. Sie liegen aber immer noch mehr als 100 Prozent über dem, was man als Normalität bezeichnen kann.

Im Binnenmarkt steigt das Kundeninteresse an Heizöl spürbar. Die Hoffnung auf bessere Preise bleibt zurückhaltend. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem ordentlichen Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Vom Ende des erhöhten Preisniveaus kann man derzeit nur träumen. Wer Heizöl kaufen muss oder möchte, sollte sich für den Kauf einer Teilmenge entscheiden, um im kommenden Jahr hoffentlich deutlich günstiger ordern zu können.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom 25. August 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 25. August 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 25. August 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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