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Heizölpreise: Nicht Rohöl, sondern Gasöl setzt den Maßstab.

von Klaus Bergmann

Heizölpreise: Nicht Rohöl, sondern Gasöl setzt den Maßstab.

Internationaler Markt

Die Preise für Rohöl der europäischen Sorte Brent haben das Vorkriegsniveau wieder erreicht. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) befindet sich noch auf dem Weg dorthin. Gasöl, das Vorprodukt für Heizöl und Diesel, hat indes kaum mehr als die Hälfte des Kriegsaufschlags annulliert und zeigt heute zu allem Überfluss mehr Stillstand als Fortschritt. Interessanter als der Vergleich mit den Ölpreisen am Vorabend des Iran-Kriegs ist die Entwicklung im Jahresverlauf. Die versprach aufgrund der Überversorgung einen Preisrückgang. Herausgekommen ist aber ein Anstieg von 20 Prozent bei Rohöl Brent, 23 Prozent bei Rohöl WTI und 53 Prozent bei Gasöl. Das heißt, dass dem Kriegsanstieg der Preise eine Teuerungsphase vorausgegangen ist, in der der Krieg teilweise eingepreist wurde.

Bekanntermaßen soll die Teuerung nach dem Willen der USA und dem Wunsch vieler anderer Länder wieder abgeschafft werden. Dazu ist ein umfassendes Abkommen mit dem Iran geplant, das in den kommenden acht Wochen unterschriftsreif ausverhandelt werden soll. Es handelt sich angesichts der knappen Zeit um eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Das bisher beste Abkommen seiner Art wurde unter der Obama-Regierung in 20 Monaten ausgehandelt. Es wurde von Donald Trump als unzureichend abgelehnt und in seiner ersten Amtszeit als Präsident aufgekündigt. Trotz des Zeitdrucks, unter dem vor allen Dingen die USA stehen, leistet sich ihre Regierung immer noch militärische Eskapaden gegen den Iran, die die Verhandlungen eher bremsen als sie zu beschleunigen.

Gerade haben sich die USA nach gegenseitigen Angriffen am Wochenende mit dem Iran auf eine erneute Feuerpause verständigt. Auslöser der Eskalation war ein Angriff auf einen Öltanker in der Straße von Hormus, für den die USA den Iran verantwortlich machen. Geplante technische Gespräche in Doha könnten den Dialog nun wiederbeleben. Es ist allerdings unklar, ob der Iran daran teilnehmen wird. Zudem bestehen weiterhin Spannungen über die Kontrolle der Straße von Hormus und die Umsetzung eines vereinbarten Notfall-Kommunikationskanals zwischen beiden Staaten. Derweil rieselt die Zeit davon.

Der Rückgang der Ölpreise wird momentan eher von der Phantasie einer wieder eintretenden Überversorgung als von Verhandlungsfortschritten geprägt. Dabei ist jede Meldung über eine schwindende Ölnachfrage hilfreich. So dürften Chinas Rohölimporte im Juni erneut deutlich gesunken sein und den niedrigsten Stand seit 2016 erreichen. Damit setzt sich der starke Nachfragerückgang fort, der zuvor schon dazu beigetragen hat, den durch den Iran-Krieg ausgelösten Ölpreisanstieg zu begrenzen. Für die weitere Entwicklung gehen die Einschätzungen auseinander. Während einige Analysten von einem dauerhaften Rückgang der chinesischen Ölnachfrage ausgehen, erwarten andere, dass China bei wieder sinkenden Preisen seine Importe erhöht und seine strategischen Ölreserven erneut aufstockt.   

Dass Gasöl bei der Rückkehr der Preise deutlich schlechter gestellt ist als Rohöl, liegt allerdings weniger an den Scharmützeln und Feindseligkeiten am Persischen Golf. Hierfür sind mangelhafte Raffineriekapazitäten verantwortlich, die nicht zuletzt in Russland im Zuge des Kriegs mit der Ukraine herbeigebombt werden. Eine weitere Ursache sind ungenügende Investitionen. Raffinerien werden über 20 bis 40 Jahre abgeschrieben. Die Klimapolitik westlicher Länder lässt solche Betriebszeiträume aber kaum noch zu. Das verschreckt Investoren.

Heute Morgen starten die Ölnotierungen an den Börsen unterschiedlich in die neue Handelswoche. Während Rohöl unterhalb der Schlusskurse vom Freitag bleibt, wird Gasöl darüber gehandelt. Trendig betrachtet deutet das auf eine Fortsetzung des Abgangs beim Rohöl und die Einhaltung der Seitwärtsbewegung beim Gasöl hin.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 69,53 Dollar Preise fallen und das Barrel Brent zu 71,98 Dollar Preise fallen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 896,25 Dollar Preise fallen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8769 Euro Preise fallen. Damit kostet der Euro 1,1403 Dollar Preise steigen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise steigen weiter an, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Die Bewegung verläuft moderat innerhalb der gültigen Trendkanäle und im Rahmen der internationalen Vorgaben. Ein Teil des jüngsten Preisrückgangs ist bereits wieder einkassiert. Es ist durchaus möglich, dass er so schnell nicht wiederkommt. Die geopolitischen Voraussetzungen dazu sehen das nicht zwingend vor.

Im Binnenmarkt steigt das Kundeninteresse an Heizöl. Die Hoffnung auf bessere Preise ist hingegen nicht mehr berauschend. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem soliden Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Das vollständige Ende des erhöhten Preisniveaus ist noch nicht in Sicht. Wer Heizöl kaufen muss oder möchte, kann sich auf alle Fälle gegen das Volltanken entscheiden und dann entspannt deutlich tieferen Preisen entgegensehen.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Heizölpreise-Chart vom 29. Juni 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 29. Juni 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 29. Juni 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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