Vor der Heizsaison: Diese 5 Dinge sollten Sie jetzt erledigen

Wer im Oktober friert, weil die Heizung streikt oder der Tank leer ist, hat zu lange gewartet. Fünf überschaubare Aufgaben schützen Sie vor kalten Überraschungen und senken gleichzeitig Ihre Heizkosten für die gesamte Saison.
1. Heizung warten lassen: rechtzeitig, nicht im Notfall
Die Jahresinspektion der Ölheizung sollte vor dem Start der Heizsaison stattfinden, nicht danach. Im Sommer und frühen Herbst haben Heizungsbetriebe noch freie Kapazitäten und können Termine kurzfristig vergeben. Wer im November anruft, wartet oft wochenlang und friert in der Zwischenzeit.
Gesetzlich schreibt Paragraf 60 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) vor, dass Komponenten mit wesentlichem Einfluss auf den Wirkungsgrad der Heizungsanlage regelmäßig gewartet und instand gehalten werden müssen. Hersteller knüpfen daran oft auch ihre Garantiebedingungen: Wer die Wartung über Jahre vernachlässigt, riskiert, dass Garantieansprüche erlöschen.
Bei der Wartung reinigt der Fachbetrieb Kessel und Brenner, tauscht Verschleißteile wie Düsen und Filter aus und überprüft alle Sicherheits- und Regelungseinstellungen. Besonders wichtig: Schon eine Rußschicht von einem Millimeter Dicke auf dem Wärmetauscher erhöht den Heizölverbrauch um rund 5 Prozent. Regelmäßige Reinigung zahlt sich also buchstäblich aus.
Ein Wartungstermin dauert im Einfamilienhaus etwa ein bis zwei Stunden. Die Kosten liegen im Durchschnitt bei rund 160 Euro, können je nach Aufwand und Region aber auch höher ausfallen. Wer einen Wartungsvertrag mit einem Fachbetrieb abschließt, spart sich die jährliche Terminsuche und sichert sich in der Regel günstigere Konditionen.
2. Heizöltank prüfen und rechtzeitig befüllen
Wer im Herbst mit niedrigem Füllstand in die Heizsaison startet, kauft unter Druck. Steigende saisonale Nachfrage und ein leerer Tank zwingen zu einer Bestellung, unabhängig davon, ob der Preis gerade günstig ist oder nicht.
Prüfen Sie den Füllstand Ihres Tanks frühzeitig, am besten bereits im Sommer. Liegt der Vorrat unter einem Drittel des Tankvolumens, ist eine Bestellung vor der Heizsaison sinnvoll. So nutzen Sie den preislichen Vorteil der schwächeren Sommernachfrage und haben genügend Spielraum, um auf günstige Preisphasen zu warten.
Kontrollieren Sie beim Blick auf den Tank auch den Zustand der Anlage selbst. Sichtbare Roststellen, feuchte Stellen rund um Anschlüsse oder ein ungewöhnlicher Geruch nach Heizöl im Heizraum sind Hinweise auf mögliche Undichtigkeiten. Wenden Sie sich dann sofort an einen Fachbetrieb. Arbeiten an Tanks mit mehr als 1.000 Litern Volumen dürfen seit einer gesetzlichen Änderung ausschließlich von zertifizierten Fachbetrieben vorgenommen werden.
Bei Kunststoff-Batterietanks empfiehlt sich alle zehn bis fünfzehn Jahre eine Tankreinigung, bei der alte Ablagerungen und Schlamm entfernt werden. Diese lässt sich am besten durchführen, wenn der Tank nahezu leer ist. Planen Sie sie daher vor einer Neubefüllung.
3. Heizkörper entlüften
Luft in den Heizkörpern ist eine der häufigsten und am einfachsten zu behebenden Ursachen für ineffizientes Heizen. Wenn Luft im Heizkreislauf steckt, zirkuliert das Heizungswasser schlechter. Heizkörper werden ungleichmäßig warm, bleiben oben kalt oder erzeugen ein hörbares Gluckern. Die Folge: Die Heizung muss länger laufen, um dieselbe Raumtemperatur zu erreichen, und verbraucht dabei mehr Heizöl.
Das Entlüften erledigen Sie mit einem Heizkörperschlüssel oder einem flachen Schraubendreher und einem Tuch. Drehen Sie das Entlüftungsventil am oberen Ende des Heizkörpers langsam auf, bis Luft entweicht. Sobald Wasser austritt, schließen Sie das Ventil wieder. Kontrollieren Sie anschließend den Druck im Heizkreislauf am Manometer am Heizkessel. Er sollte in der Regel zwischen 1,5 und 2,0 Bar liegen. Ist er zu niedrig, muss Wasser nachgefüllt werden.
Entlüften Sie alle Heizkörper im Haus, bevor Sie die Heizung das erste Mal in der Saison hochfahren. Das kostet pro Heizkörper nur wenige Minuten und sorgt dafür, dass die Anlage von Anfang an effizient arbeitet.
4. Heizungsregelung überprüfen und anpassen
Eine gut eingestellte Heizungsregelung ist einer der wirksamsten Hebel für niedrige Heizkosten. Zwei Einstellungen verdienen besondere Aufmerksamkeit:
Die Heizkurve bestimmt, wie stark die Heizung die Vorlauftemperatur in Abhängigkeit von der Außentemperatur anhebt. Ist sie zu steil eingestellt, heizt die Anlage auf Temperaturen, die das Haus gar nicht benötigt. Dann öffnen Bewohner Fenster, um Wärme abzuführen, und verschenken Heizöl. Eine zu flache Kurve führt dazu, dass es in kalten Perioden nicht mehr richtig warm wird. Ihr Heizungsbauer kann die optimale Einstellung für Ihr Gebäude ermitteln.
Die Nachtabsenkung und die Heizzeitensteuerung sollten dem tatsächlichen Tagesablauf entsprechen. Viele Heizungen laufen auf veralteten Programmen aus dem Jahr der Erstinstallation. Wenn sich Arbeitszeiten, Homeoffice-Tage oder die Belegung des Hauses geändert haben, lohnt es sich, die Zeiten neu einzuprogrammieren.
Wer noch mit einer älteren Regelung arbeitet, sollte mit dem Wartungstechniker über eine Nachrüstung sprechen. Moderne witterungsgeführte Regler und smarte Thermostate passen die Heizleistung automatisch an und lassen sich bequem per Smartphone steuern. Die Investition amortisiert sich bei älteren Anlagen oft innerhalb weniger Heizperioden.
5. Rohrleitungen und Dämmung kontrollieren
Ungedämmte Heizungsleitungen geben Wärme an Räume ab, die gar nicht beheizt werden sollen. Im Keller, wo viele Rohre verlaufen, geht so kontinuierlich Energie verloren. Eine 30 Millimeter dicke Rohrdämmung senkt den Wärmeverlust je Meter Rohrleitung von etwa 235 Kilowattstunden auf rund 35 Kilowattstunden pro Jahr. Das ist eine Reduzierung um rund 85 Prozent.
Gehen Sie vor der Heizsaison einmal durch den Keller und prüfen Sie, ob alle sichtbaren Heizungsleitungen gedämmt sind. Rohrabschnitte, die nach einer Reparatur neu verlegt wurden, werden dabei manchmal vergessen. Dämmschläuche aus Mineralwolle oder Polyethylen lassen sich einfach nachrüsten und im Fachhandel günstig kaufen.
Prüfen Sie auch die Warmwasserleitungen. Lange ungedämmte Warmwasserleitungen kühlen das Wasser auf dem Weg zur Zapfstelle ab. Das kostet nicht nur Energie, sondern verleitet dazu, das Wasser länger laufen zu lassen, bis es warm genug ist. Beides ist vermeidbar.
Wenn die Heizungspumpe rund um die Uhr läuft, lohnt ein Gespräch mit dem Wartungstechniker über eine Nachtabschaltung. Pausiert die Zirkulationspumpe für acht Stunden über Nacht, lassen sich in einem Einfamilienhaus bis zu 100 Liter Heizöl pro Jahr einsparen.