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Angebliche Verhandlungen über ein Ende des Iran-Kriegs rütteln an den Ölpreisen

von Klaus Bergmann

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Der Aufwärtstrend der Ölpreise ist vorerst gebrochen. Das heißt aber nicht, dass die Preise nun signifikant zurückkommen werden. Das gibt die Kriegslage am Persischen Golf nicht her. Die Straße von Hormus ist nur bedingt passierbar. Öl- und Gastanker liegen massenhaft vor der Meerenge fest. Ölproduzierende Länder in der Region sind gezwungen, die Förderung zu drosseln, da ihre Tanklager überzulaufen drohen. Und die USA sind wieder einmal außer Stande, den Krieg zu beenden, weil Teheran diesen einfach asymmetrisch fortsetzt. Das heißt, dass nun einer schlagkräftigen Armee eine Terrororganisation gegenübersteht, die nichts gewinnen aber jeder willkürlich als Gegner benannten Partei Verluste zufügen kann. Wie oft zuvor werden sich die USA auch dieses Mal eines fernen Tages zurückziehen und der Terrortruppe das Feld überlassen müssen.

Das Weiße Haus fabuliert derweil über Verhandlungen mit Mullah-Vertretern. Die Behauptungen werden vom Regime entschieden dementiert. Derartige Gespräche werden vielmehr kategorisch abgelehnt. Außenminister Araghtschi stellt klar, dass Verhandlungen als Schwäche gelten würden und man den Konflikt nur zu eigenen Bedingungen beenden wolle. Präsident Trump unterstellt dagegen, Teheran sei grundsätzlich an einem Deal interessiert, habe aber innenpolitische Angst, dies offen zuzugeben. Ob es indirekte Kontakte gibt, bleibt unklar. Es ist an jedem Rezipienten der Nachrichten selbst, über den Wahrheitsgehalt der Aussagen zu befinden.

Passend zum Stil einer Terrortruppe plant man in Teheran ein Gesetz, das Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus vorsieht. Damit will man die Kontrolle über die wichtige Handelsroute offiziell festschreiben. Bereits jetzt sollen Schiffe gegen Bezahlung passieren dürfen. Das bringt Reedereien in ein Dilemma zwischen Rettung von Ladung und Besatzung sowie Risiken durch Sanktionen und Unsicherheit. Experten warnen, dass dies die globale Schifffahrt weiter stören und dem Prinzip der freien Seewege widersprechen würde.

Die Kollateralschäden durch die Blockade der Meerenge machen sich derzeit am stärksten im Irak bemerkbar. Das Land hatte seine Förderung von rund 4,5 Mio. Barrel pro Tag bereits auf 1,4 Mio. Barrel pro Tag gedrosselt. Aber selbst nach dieser gewaltigen Reduktion sprudelt noch zu viel Öl aus den Quellen. Man hofft die Überfüllung der Tanklager nun mit einer Restförderung von 0,8 Mio. Barrel pro Tag zu verhindern. Da die Exportprobleme anhalten und die Lager auch andernorts volllaufen, werden weitere Kürzungen folgen, wenn sich die Lage nicht bald entspannt.

Vor diesem Hintergrund sehen sich Verbraucher ebenfalls zum schnellen Handeln aufgerufen. So plant Indien Investitionen von bis zu 20 Mrd. Dollar in eine groß angelegte Offshore-Bohrkampagne, um die eigene Öl- und Gasförderung deutlich auszubauen. Die starke Abhängigkeit von Importen insbesondere aus dem Nahen Osten treibt die Regierung zu diesem Schritt, der hierzulande trotz der vorausgegangenen Erfahrungen mit russischen Energielieferungen immer noch undenkbar ist. Durch mehr heimische Produktion und Kooperationen mit internationalen Energiekonzernen will Indien seine Energieversorgung sichern und langfristig unabhängiger werden.

Die Mitte der Woche erscheinenden Daten zu den US-Lagerbeständen führen auch diesmal ein Schattendasein im Kontext der Ölpreisbildung. Dabei legten American Petroleum Institute (API) und US-Energieministerium (DOE) durchaus bärische Zahlen vor. Die Veränderungen der Hauptprodukte zu Vorwoche lauten wie folgt:

Rohöl: +6,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,3 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +3,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,4 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)

In Summe ermittelte das DOE einen Aufbau von 7,3 Mio. Barrel und das API einen Aufbau von 4,2 Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung ist auf 93 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Mitte Januar.

Die Ölnotierungen an den Börsen profitieren davon keineswegs. Vor dem Hintergrund extremer globaler Versorgungsstörungen und unlösbar wirkender geopolitischer Probleme steigen die Preise wieder. Rohöl- und Gasölpapiere haben gegenüber den gestrigen Tiefstständen zehn bis zwölf Prozent an Wert gewonnen.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 93,89 Dollar Preise steigen und das Barrel Brent zu 106,39 Dollar Preise steigen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 1275,00 Dollar Preise steigen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8653 Euro Preise steigen. Damit kostet der Euro 1,1554 Dollar Preise fallen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise steigen wieder, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Man ist geneigt, diesen Anstieg als moderat zu bezeichnen. Vor Beginn des Iran-Kriegs war der Preissprung von rund zweieinhalb Cent pro Liter ein signifikanter Vorgang. Damit geben die Preise die heutigen Börsenvorgaben aber tatsächlich moderat wieder. In den kaufrelevanten Zeitbereichen liegen durchgängig Aufwärtstrends vor, die sich so schnell nicht bändigen lassen. Deshalb lädt jeder Rücksetzer zu Spontankäufen ein.

Die Heizölnachfrage im Binnenmarkt ist naheliegenderweise dürftig. Die Hoffnung auf tiefere Preise folgt der realen Preisentwicklung mit etwas Zeitversatz. Sie ist aufgrund des jüngsten Rücksetzers üppig. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf niedrigem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem soliden Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser mathematisches Tiefpreissystem weist in einigen Regionen der Republik Handelssignale aus. Es reagiert damit auf die extreme Volatilität im Markt. Eine Kaufempfehlung im klassischen Sinn darin zu erkennen, fällt schwer.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Freiwillig kauft man in diesen Tagen natürlich kein Heizöl. Es sei aber darauf hingewiesen, dass der Preis weiter steigen dürfte und dass man auf keinen Fall volltanken muss.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Heizölpreise-Chart vom 26. März 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 26. März 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 26. März 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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