Ölpreisrallye pausiert – Risiken bleiben
von Claudia Lohse

Internationaler Markt
Die Ölpreise gönnen sich eine Atempause, doch die steht auf dünnem Eis. Entspannend wirkt aktuell, dass Irak und Kurdistan sich geeinigt haben, Öltransporte über die wichtige Kirkuk-Ceyhan-Pipeline wieder aufzunehmen. Das stärkt die Exportkapazitäten aus dem Nahen Osten in Richtung Mittelmeer. Zudem konnten erneut einzelne Schiffe die Straße von Hormus passieren; der Schiffsverkehr liegt dort inzwischen bei etwa 10 Prozent des Üblichen.
Vor diesem Hintergrund startet Brent-Rohöl bei 103,30 Dollar je Barrel in die Wochenmitte. Die Preisrallye ist vorläufig beendet, doch die Risiken des Iran-Kriegs halten die Notierungen über der Marke von 100 Dollar.
Die Wiederaufnahme der Transporte durch die Kirkuk-Ceyhan-Pipeline verschafft dem Irak eine wichtige Ausweichmöglichkeit für Exporte in Richtung Mittelmeer. Dass nun eine Einigung gelungen ist, dürfte der zugespitzten Lage rund die Straße von Hormus geschuldet sein, die den Druck auf alle Beteiligten erhöht hat. Die Pipeline ist eine alternative Route für Ölexporte, die derzeit nicht durch die Meerenge laufen können. Bis zu 410.000 Barrel Öl könnten so täglich transportiert werden.
Gleichzeitig bleibt die Situation in der Straße von Hormus fragil. Handelsexperten gehen davon aus, dass einige asiatische Staaten ihre Durchfahrten mit dem Iran abstimmen. Die Routen verlaufen auffällig nahe an der iranischen Küste, dort, wo Teheran den Verkehr überwachen kann. Die Meerenge ist damit weit entfernt von einem freien und sicheren Handelsweg. Sie ist ein politisch kontrollierter Korridor inmitten eines Krieges.
Der Markt reagiert zwar erleichtert, doch die geopolitische Realität bleibt angespannt. Der Iran nutzt die Straße von Hormus weiterhin als Druckmittel. Er entscheidet, wer passieren darf und damit auch, wie stabil die aktuelle Preisberuhigung tatsächlich ist. Die bestätigte Tötung von Irans Sicherheitschef Ali Larijani könnte ebenso neuen Zündstoff liefern wie eine mögliche Verminung in Teilen der Meerenge. Jede Eskalation, die die Ölinfrastruktur und den Handel weiter beeinträchtigt, kann eine neue Rallye entfachen.
Die Notierungen an den Ölbörsen suchen heute Morgen ihre Richtung. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 94,80 Dollar
. Brent kostet 103,37 US-Dollar das Barrel
. Eine Tonne Gasöl wird zu 1196,50 Dollar gehandelt
. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8665 Euro
. Damit ist der Euro 1,1536 Dollar wert
. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages an.
Nationaler Markt
Die Heizölpreise geben heute Morgen leicht nach und spiegeln damit die vorläufige Preisberuhigung am internationalen Ölmarkt wider. Am Morgen liegt der bundesweite Durchschnittspreis in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 133,70 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter).
Der zuvor steile Preisanstieg an den internationalen Märkten ist zunächst gestoppt. Das macht sich auch im Binnenmarkt bemerkbar. Heizöl wird weiterhin meist nur dann bestellt, wenn der Tank es verlangt. Doch inzwischen halten sich die Hoffnung auf künftig sinkende Preise und die Sorge vor einem erneuten Anstieg in der tagesaktuellen Lesereinschätzung die Waage.
Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Wer zeitnah Heizöl bestellen muss, sollte den Tank nicht vollständig füllen, sondern bewusst etwas Spielraum lassen, um von möglichen Preisrückgängen im weiteren Jahresverlauf zu profitieren. Wie sich die Preise entwickeln, hängt dabei maßgeblich vom weiteren Verlauf des Iran-Konflikts ab.
Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.
Heizölpreise-Chart vom 18. März 2026
