Ölpreise wenig verändert. Iran lässt einzelne Tanker passieren, verstärkt aber die Kontrolle
von Steffen Bukold

Internationaler Markt
Die Ölpreise sind gestern zunächst gefallen, blieben aber über der 100-Dollar-Marke. Zum Börsenstart kostet Brent-Rohöl heute Morgen schon wieder 104 Dollar je Barrel, ähnlich wie gestern.
Die leichte Entspannung war eine Reaktion auf Meldungen, nach denen es einzelnen Schiffen gelungen ist, unbehelligt durch die Straße von Hormus zu fahren. Auch hat die Internationale Energieagentur (IEA) angekündigt, dass die Industrieländer zusätzliche Ölreserven aus den nationalen Beständen freigeben wollen, falls das notwendig werden sollte.
Die Lage am Persischen Golf bleibt jedoch unverändert gefährlich. Noch immer greifen iranische Drohnen und Raketen die Energieinfrastruktur in der gesamten Region an. Einige Anlagen im wichtigen Ölhafen Fujairah standen vorübergehend in Flammen, auch ein wichtiges Ölfeld im Irak wurde angegriffen.
Die Meldung des Tages war jedoch die Passage einzelner Tanker durch die Straße von Hormus. Anscheinend will Teheran die Hauptroute durch die Meeresenge weiterhin bedrohen, aber eine zweite Route teilweise öffnen, die direkt vor der Küste Irans entlangläuft. Dadurch hätten die iranischen Streitkräfte eine direktere Kontrolle über den Schiffsverkehr.
Das soll vor allem iranische Ölexporte ermöglichen, aber auch einige indische Tanker und Frachter aus Pakistan und der Türkei konnten die Meeresenge passieren. Indien war vor den Sanktionsjahren der größte Kunde für iranisches Öl. Der Importbedarf ist dort in den letzten Jahren steil gestiegen und das Land liegt geografisch günstig.
In den Verbraucherländern wächst unterdessen der Unmut aufgrund der gestiegenen Tankstellenpreise. In Berlin mussten gestern die Lobbyisten der Ölkonzerne zum Rapport antreten. Eine Taskforce der Koalitionsparteien stellte kritische Fragen und wirkte recht unzufrieden mit den argumentativen Nebelkerzen der Ölindustrie. Die französische Politik wirkt im Vergleich dazu zielstrebiger. Der Marktführer TotalEnergies musste sich schon vor einigen Tagen dazu verpflichten, die Preise für Benzin und Diesel zumindest bis Ende März nicht über vorgegebene Grenzen anzuheben.
Eine Entspannung im Ölmarkt ist noch nicht in Sicht. Nach wie vor fehlen dem Weltmarkt täglich 15-20 Mio. Barrel pro Tag. Viele Reeder und Airlines reagieren bereits mit kräftigen Preisaufschlägen, denn die Kosten für ihre Treib- und Kraftstoffe sind besonders schnell gestiegen. Die Ölpreise sind aber anscheinend noch nicht so hoch, dass der Verbrauch messbar sinken würde. Solange das nicht geschieht und die Straße von Hormus weiter geschlossen bleibt, werden die Preise daher weiter steigen.
Brent-Rohöl kostet im Moment 104,09 US-Dollar je Barrel
. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 97,60 US-Dollar je Barrel
. Rotterdamer Gasoil wird zu 1194,75 Dollar je Tonne gehandelt
. Der US-Dollar ist 0,8698 Euro wert
. Der Euro steht bei 1,1492 Dollar
. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum Handelsstart am Freitag.
Nationaler Markt
Die Heizölpreise bewegen sich seit einigen Tagen in engen Bahnen. Auch am heutigen Vormittag zeigt die Heizölpreis-Tendenz einen fast unveränderten landesweiten Durchschnittspreis von etwas über 133 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter).
Besonders wichtig ist das Preisniveau ohnehin nicht, denn es wird seit Anfang März kaum bestellt. Fast alle Heizölverbraucher, die noch Reserven im Tank haben, warten das Ende der Hochpreisphase ab. Die Raffineriebetreiber sind jedoch genauso stur. Ihre Margen für Diesel und Heizöl bleiben auf Rekordniveau. Der Dieselverbrauch bleibt hoch, daher kann der schwindende Heizölabsatz verkraftet werden.
Die täglich veröffentlichte Lesereinschätzung zeigt die schlechte Stimmung. Eine Mehrheit der Voten erwartet nach wie vor eher steigende als fallende Heizölpreise. Je länger die Preiskrise andauert, desto schwieriger wird es allerdings, den Nachkauf noch weiter hinauszuschieben.
In diesen Wochen gilt daher mehr denn je: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbraucht wird. Reduzieren Sie Ihren Heizölbedarf und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit.
Heizölpreise-Chart vom 17. März 2026
