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IEA erwartet Ölschwemme. Trump rudert in Grönlandkrise zurück. 

von Steffen Bukold

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Präsident Trump will sich Grönland nun doch nicht mit Waffengewalt einverleiben. Das teilte er gestern auf dem alljährlichen Weltwirtschaftsforum in Davos mit. Grundsätzlich wiederholte er jedoch seine Ansprüche auf irgendeine Insel im Nordatlantik. Welche genau, bleibt unklar, da er ständig Island und Grönland verwechselte. Die für den 1. Februar angekündigten Strafzölle für Dänemarks Verbündete wurden am Abend abgesagt.

Die Europäer jubelten, aber verpassten die Chance, Einigkeit zu demonstrieren. In letzter Sekunde stoppte gestern das Europäische Parlament mit einer hauchdünnen Mehrheit das Freihandelsabkommen Mercosur. Es war über viele Jahre hinweg mit lateinamerikanischen Ländern ausgehandelt worden, muss nun aber erst einmal gerichtlich überprüft werden.

Immerhin ist die transatlantische Konfrontation vorerst vom Tisch. Die Aktienmärkte reagierten sofort und zogen an. Auch der Ölpreis kletterte nach oben, wenn auch nur vorsichtig. Brent-Rohöl kostet heute am Morgen knapp 65 Dollar je Barrel. Das liegt für das noch junge Jahr am oberen Ende der Preisspanne, befindet sich aber auf lange Sicht am unteren Ende.

Der Ölpreis fällt bereits das vierte Jahr in Folge. Kurz vor dem Ukrainekrieg mussten über 100 Dollar für einen Barrel gezahlt werden. Den Grund für den Preissturz machte die Internationale Energieagentur (IEA) gestern in ihrem Monatsbericht klar. Die Exportausfälle in Venezuela und Iran sind viel zu klein, um das Überangebot an Rohöl auf dem Weltmarkt entschärfen zu können. 

Der Ölverbrauch soll zwar in diesem Jahr um 0,9 Mio. Barrel pro Tag steigen, aber das Angebot wird voraussichtlich um 2,5 Mio. Barrel pro Tag zulegen. Im letzten Jahr war das Ungleichgewicht sogar noch größer. Die Tanklager werden also immer voller. Und noch mehr Öl ist im Anmarsch. Im Moment strömen die Investoren auch wieder nach Nordafrika. Libyen verfügt über die größten Ölreserven Afrikas und startet in diesen Wochen die Versteigerung neuer Bohrrechte.

Eine Momentaufnahme des amerikanischen Ölmarkts bestätigt diese Marktsicht. Der Branchenverband API meldete gestern Abend einen starken Anstieg der Vorräte an Rohöl und vor allem an Benzin. Heute Nachmittag werden die offiziellen Zahlen des Energieministeriums erwartet.

An eine Preisrallye ist in dieser Lage nicht zu denken. Die Spekulanten bleiben vorsichtig. Weder die Kaperung eines weiteren venezolanischen Öltankers noch der erneute Angriff ukrainischer Drohnen auf russische Raffinerien kann die Preise an den Ölbörsen in Bewegung bringen.

Brent-Rohöl kostet kurz nach Handelsstart 64,77 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 60,21 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Rotterdamer Gasoil wird zu 675,50 Dollar je Tonne gehandelt Preise stagnieren. Der US-Dollar ist 0,8552 Euro wert Preise steigen. Der Euro steht bei 1,1690 Dollar Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsstart.

Nationaler Markt

Heizöl wird auch heute teurer. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittswert von 91,8 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das ist ein Euro mehr als gestern.

Am Rohölpreis oder am Dollarkurs liegt es nicht. Vielmehr gelingt es den Raffinerien und dem Handel im Moment, höhere Diesel- und Heizölpreise im Markt durchzusetzen. Die Verbraucher halten sich daher zurück. Die Zahl der Bestellungen bleibt in dieser Woche auf einem bestenfalls durchschnittlichen Niveau.

Der Blick in die nahe Zukunft fällt eher pessimistisch aus. Die täglich ermittelte Lesereinschätzung zeigt, dass ein Drittel der Stimmen steigende Heizölpreise erwartet. Das sind deutlich mehr als üblich.

Die Ölpreise könnten jedoch schon bald wieder nachgeben. Das Überangebot im Rohölmarkt ist unübersehbar. In Venezuela läuft die Ölförderung wieder an. In Russland bleiben die Ölexporte auf einem hohen Niveau. Wenn keine neuen unangenehmen Überraschungen aus Washington kommen, könnten auch die Heizölpreise schon bald wieder nachgeben. 

Trotzdem gilt nach wie vor: Nichts ist billiger und klimaschonender als Heizöl, das nicht verbrannt wird. Reduzieren Sie Ihren Verbrauch und überdenken Sie Ihre aktuelle Heizlösung. Die Verbraucherzentralen halten Tipps und Empfehlungen bereit. 

Heizölpreise-Chart vom 22. Januar 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 22. Januar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 22. Januar 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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