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Ölpreise steigen. Verlässt Venezuela die OPEC?

von Steffen Bukold

Ölpreise steigen. Verlässt Venezuela die OPEC?

Internationaler Markt

Brent-Rohöl kostet am Morgen 89 Dollar je Barrel. Das sind zwei Euro mehr als gestern. Trotzdem hat sich der Ölpreis in den letzten Wochen eher beruhigt. Aus dem wilden Auf und Ab der ersten Kriegsmonate wurde eine Seitwärtsbewegung. Seit einigen Wochen bleibt Brent-Rohöl zwischen 85 und 95 Dollar. Vor dem Krieg kostete Brent zwischen 65 und 70 Dollar je Barrel.

Ein Grund für die Preisentspannung sind relativ hohe Schätzungen für die Ölexporte vom Persischen Golf. Die Investmentbank Goldman Sachs sieht die Rohöl- und Produktexporte der Region inzwischen wieder bei 15 bis 16 Mio. Barrel täglich. Acht bis zehn Mio. Barrel davon gehen demnach durch die Straße von Hormus. Sicher sind diese Zahlen allerdings nicht. Direkte Zählungen an der recht überschaubaren Meerenge deuten auf niedrigere Werte.

Ein weiterer Grund liegt darin, dass die Region im Moment relativ ruhig ist. Politisch geht es langsam voran. Iran und Oman arbeiten nach wie vor an ihrer Vereinbarung über die Verwaltung der Meerenge. Washington sieht zähneknirschend zu, bleibt aber auf Distanz und lehnt neue Verhandlungen mit Teheran oder eine offizielle Verlängerung der Waffenruhe ab. 

Im Ukrainekrieg und bei den russischen Ölexporten bleibt die Lage ebenfalls angespannt. Moskau droht inzwischen damit, britische Militärziele auch außerhalb der Ukraine anzugreifen. Für den Ölmarkt bleiben jedoch vor allem die ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien der entscheidende Faktor. Der Ausfall russischer Dieselexporte verschärft die Lage im Kraftstoffmarkt und indirekt auch im Heizölmarkt.

Ganz andere Sorgen hat derzeit das OPEC-Kartell. Nach dem überraschenden Austritt der Emirate (VAE) im Frühjahr will nun offenbar auch das Gründungsmitglied Venezuela das Bündnis verlassen. Es ist wohl kein Zufall, dass Washington gleichzeitig eine direkte Beteiligung an venezolanischen Ölfeldern plant. Pachtverträge über 100 Jahre sind nach Medienberichten im Gespräch. Mit einer Förderung von aktuell nur 1,2 Mio. Barrel täglich ist das Land für den Weltmarkt zwar zweitrangig, aber nach Angola und den Emiraten wäre es das dritte Mitglied, das die OPEC innerhalb von drei Jahren verlässt.

Der Blick der Trader richtet sich heute nicht nur auf den Ölmarkt, sondern auch auf Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. Der neue Chef der amerikanischen Zentralbank wird dort am Nachmittag eine Grundsatzrede über die Zinspolitik der USA halten. Das Zinsniveau hat erhebliche Auswirkungen auf den Wechselkurs des Dollars und kann damit auch den Ölpreis für alle Käufer außerhalb des Dollarraums beeinflussen.

Die Ölbörsen starten am Morgen erst einmal fester in den letzten Handelstag der Woche. Brent-Rohöl kostet aktuell 89,09 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 82,91 US-Dollar je Barrel Preise steigen. ICE-Gasoil wird zu 1241,25 Dollar je Tonne gehandelt Preise steigen. Der US-Dollar ist 0,8582 Euro wert Preise steigen. Der Euro notiert bei 1,1648 Dollar Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Die Preisaufschläge der letzten Tage gehen heute weiter. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt am Morgen einen landesweiten Durchschnittspreis von 133,99 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das sind über zwei Euro mehr als gestern um diese Uhrzeit. Verantwortlich ist erneut der kräftig steigende Preis für Gasoil, das Vorprodukt der Raffinerien für Diesel und Heizöl.

Die höheren Preise verdüstern offenbar die Stimmung. Die Kaufbereitschaft liegt nur noch im unteren Mittelfeld. Die Zahl der Bestellungen bleibt immer noch hoch, hat sich aber von den Rekordwerten der Wochenmitte entfernt. Das Tiefpreissystem, das Preistrends auswertet, verharrt im neutralen Bereich.

Auch in der täglichen Lesereinschätzung ist der Optimismus der Vortage etwas verflogen: 62 Prozent der Stimmen rechnen mit fallenden Preisen, 38 Prozent erwarten weitere Aufschläge.

Fazit: Der Rohölmarkt wirkt entspannter als in den Wochen zuvor, aber die Preise für Heizöl und Diesel sind unverändert hoch. Hier ist im Moment keine Entspannung in Sicht. Wer demnächst ordern muss, sollte jetzt am Ball bleiben und Tage mit schwachen Preisen nutzen. Wenn die Mehrkosten nicht zu hoch ausfallen, kann auch die Bestellung einer Teilmenge interessant sein. Allzu große Hoffnung auf einen rasanten Preisrutsch in den kommenden Monaten sollte man sich jedoch nicht machen.

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Heizölpreise-Chart vom 28. August 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 28. August 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 28. August 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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