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Ölpreise: Verlängerte Waffenruhe mit wenig Wirkung

von Claudia Lohse

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

Die USA haben die Waffenruhe mit dem Iran in den frühen Morgenstunden überraschend verlängert – einseitig und auf unbestimmte Zeit. Nicht Teheran, sondern die Vermittler aus Pakistan hatten um diesen Schritt gebeten. Offiziell soll die iranische Regierung Raum erhalten, um einen einheitlichen Vorschlag für ein Friedensabkommen vorzulegen. Tatsächlich bleibt die Situation jedoch extrem angespannt.

Die Ölpreise blieben gestern trotz der Unsicherheit kurz vor Ablauf der zweiwöchigen Feuerpause bis in den Nachmittag hinein stabil. Viele Marktteilnehmer setzten darauf, dass der Iran seine Teilnahme an der geplanten zweiten Verhandlungsrunde in Islamabad in letzter Minute bestätigen würde. Mit jeder Stunde ohne Signal wuchsen jedoch die Zweifel. US-Vize JD Vance verschob schließlich seinen Abflug nach Islamabad. Die Stimmung kippte. An den Ölbörsen nahm die Sorge vor der von Washington angedrohten militärischen Eskalation zu. Die Notierungen zogen bis in die Nacht kräftig an. 

Brent-Rohöl notiert am Morgen bei 97,30 Dollar je Barrel und damit nur knapp unterhalb der nächtlichen Höchststände. Das spricht weniger für Entspannung als für ein vorsichtiges Abwarten. Denn de facto hat sich nichts verbessert: Die US-Blockade iranischer Häfen besteht fort. Die Straße von Hormus als zentrale Öltransportroute ist sowohl von US-amerikanischer als auch iranischer Seite gesperrt. Die Angebotsausfälle bleiben gravierend. 

Gleichzeitig ist das Eskalationspotenzial erheblich. Der Iran knüpft eine Öffnung der Meerenge an ein Ende der US-Seeblockade und wertet diese selbst als einen Verstoß gegen die Waffenruhe. Parallel droht die Huthi-Miliz erneut mit Angriffen auf den Schiffsverkehr im Roten Meer – auf die Route, die derzeit als Ausweichmöglichkeit für Ölexporte aus dem Persischen Golf genutzt wird. 

Der globale Ölmarkt steht damit weiter unter Druck. Wann die Verhandlungen weitergehen und ob es eine Annäherung in den weit auseinanderliegenden Positionen geben wird, ist offen. Wahrscheinlich ist eine längere Hängepartie. Scheitern die Verhandlungsbemühungen und wird der Krieg fortgesetzt, könnten die Ölpreise wieder deutlich über 100 Dollar je Barrel steigen – mit spürbaren Folgen für die Weltwirtschaft.

Zur Stunde testen die Notierungen an den Ölbörsen ihr Aufwärtspotenzial. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) steht aktuell bei 90,38 Dollar Preise steigen. Brent kostet 99,28 US-Dollar das Barrel Preise steigen. Eine Tonne Gasöl wird zu 1182,00 Dollar gehandelt Preise steigen. Der US-Dollar kostet heute Morgen 0,8506 Euro Preise steigen. Damit ist der Euro für 1,1753 Dollar zu haben Preise fallen. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise ziehen an. Die nächtliche Preisrallye am internationalen Ölmarkt kommt heute Morgen im Binnenland an. Der bundesweite Durchschnittspreis liegt in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz bei 129,70 Euro je 100 Liter (Standardlieferung 3.000 Liter). 

Alle Blicke richten sich weiterhin auf die Entwicklung am Persischen Golf. Nachdem Heizölkunden die Aussicht auf einen Preisrückgang zuletzt optimistischer bewertet hatten, könnte der neue Preisanstieg ihre Hoffnung wieder etwas schmälern. In der tagesaktuellen Lesereinschätzung erwarten derzeit 67 Prozent der Befragten künftig sinkende Preise. 

Orientierungshilfe für alle Unentschlossenen: Wie sich die Heizölpreise entwickeln, hängt weiterhin stark von der Nachrichtenlage rund um den Konflikt zwischen den USA und dem Iran ab. Wer kurzfristig bestellen muss, kann derzeit nur auf die kleineren Preisrückgänge setzen oder sich gegen weitere Aufschläge absichern. Solange es keine belastbaren Fortschritte in Richtung Frieden gibt und die Straße von Hormus blockiert ist, bleiben die Preise auf hohem Niveau.

Darüber hinaus gilt mehr denn je: Zukunftsfähig werden wir nur, wenn wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln.

Heizölpreise-Chart vom 22. April 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 22. April 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 22. April 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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