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Am Ölmarkt dreht sich alles um die derzeit berühmteste Straße der Welt

von Klaus Bergmann

Tortendiagramm zu Primärenergie-Verbrauch in Deutschland

Internationaler Markt

In den letzten zwei Wochen stiegen die Ölpreise infolge des gegenwärtig nicht lösbaren USA-Iran-Konflikts stetig an. Dabei markierten die Rohölnotierungen der Sorte Brent ein neues Vierjahreshoch bei annähernd 115 Dollar pro Barrel. Gasöl, das Vorprodukt für Heizöl und Diesel, vollzog einen ähnlichen Anstieg bis fast 1.400 Dollar pro Tonne. Der Brenn- und Kraftstoff war im April allerdings schon einmal teurer. Vergangenen Donnerstag endete die Bergfahrt schließlich und brachte ein wenig preisliche Entspannung ins Spiel.

Auf politischer Ebene kann davon keine Rede kein. Die Kontrahenten ketten sich immer noch an ihren roten Linien fest. So hat der Iran einen 14-Punkte-Plan vorgeschlagen, um den Konflikt innerhalb von 30 Tagen zu beenden. Darin fordert er unter anderem die Aufhebung von Sanktionen, den Abzug der US-Truppen aus der Region und Sicherheitsgarantien sowie finanzielle Entschädigungen. Die Atomfrage wird von Teheran aber ausgeklammert, wohlwissend, dass ihre Lösung eine wesentliche Bedingung für die USA ist.

Derweil planen die USA, Tanker in der Straße von Hormus militärisch zu eskortieren, um blockierte Schiffe zu schützen und die freie Schifffahrt im Persischen Golf zu sichern. Details zur Umsetzung sind bislang unklar. Laut Donald Trump soll der Plan aber schon heute in die Tat umgesetzt werden. Das Vorhaben gilt als logistisch anspruchsvoll und politisch riskant. Eine direkte Konfrontation mit dem Iran kann nicht ausgeschlossen werden. So wurde bereits am Sonntag gemeldet, dass ein Tanker am Ausgang der Straße von Hormus beschossen worden sei. Die Spannung in der Region wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weiter wachsen und im Risikoaufschlag der Ölnotierungen sichtbar werden.

Um eine Gegenposition für den Ölmarkt bemüht sich die OPEC-Plus mit dem turnusgemäßen Beschluss vom Wochenende, die Erhöhung der Fördermengen auch im Juni fortzusetzen. Angesichts der Transport- und Produktionsblockade vieler Mitgliedsländer wird diese im Markt allerdings nicht ankommen. Daher kann man sie allenfalls als Ausdruck guten Willens interpretieren. Mehr als das soll sie wohl als Zeichen für die Unversehrtheit der Allianz nach dem Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate verstanden werden.

Real nimmt das Ölangebot weiterhin ab. Die großen Nachfrageländer bemühen sich, mit Entnahmen aus ihren Lagerbeständen für Ausgleich zu sorgen. Dadurch wird die Schärfe des Problems nicht in Gänze wahrnehmbar. Die eine oder andere preisliche Wohltat von Regierungen leistet ein Übriges. Aber wenn die Transportstörung nicht zeitnah aufgehoben wird, muss es in absehbarer Zeit unabwendbar zu weiterer Preiserhöhung oder zu drastischer Nachfragereduzierung kommen. Wahrscheinlich wird die Reduzierung der Erhöhung folgen.

Nach einem flotten Rückgang am Freitag sehen wir die Ölnotierungen an den Börsen heute Morgen bereits wieder steigen. Das geschieht für Rohöl und Gasöl im Gleichschritt. Realistisch ist derzeit kaum etwas anderes zu erwarten.     

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 103,31 Dollar Preise fallen und das Barrel Brent zu 109,68 Dollar Preise fallen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 1.277,75 Dollar Preise fallen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8531 Euro Preise steigen. Damit kostet der Euro 1,1719 Dollar Preise fallen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich kaum, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Der am Donnerstag begonnene Rückgang der Ölpreise am internationalen Markt ist aber zu erkennen. Der Verlauf der Heizölpreise nach oben wie unten ist deutlich gedämpft. Der Handel bietet aufgrund der ausbleibenden Nachfrage Preise an, die die Kosten oft nicht mehr decken. Die internationalen Vorgaben sind dabei eher eine Randerscheinung als eine solide Kalkulationsgrundlage. Die Trendkanäle für die verschiedenen Zeitbereiche weisen in den preisrelevanten Ansichten in Gänze aufwärts. Damit ist nicht die Wahrheit aber eine Wahrscheinlichkeit festgestellt.

Die Heizölnachfrage im Binnenmarkt befindet sich im Notlaufmodus. Die Hoffnung auf tiefere Preise ist hingegen noch vorhanden. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf niedrigem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf dem kleinstmöglichen Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Die Heizölpreise laden definitiv nicht zum Kauf ein. Man wird sich allerdings für längere Zeit an das erhöhte Niveau gewöhnen müssen. Deshalb sei daran erinnert, dass die Bestellung einer Teilmenge immer eine Alternative zum Volltanken ist.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Heizölpreise-Chart vom 04. Mai 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 04. Mai 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 04. Mai 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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