Zum Seiteninhalt

Ein neuer Hoffnungsfunke drückt auf die Ölpreise

von Klaus Bergmann

Ein neuer Hoffnungsfunke drückt auf die Ölpreise

Internationaler Markt

Am Ölmarkt nichts Neues. Das bedeutet im Wesentlichen hohe Preisvolatilität mit immer neuen Spitzenwerten. In der letzten Woche traf es wieder einmal Gasöl, das Vorprodukt für Heizöl und Diesel, deutlich härter als Rohöl. Das Raffinerieprodukt wurde auf ein 16-Wochen-Hoch mit Notierungen oberhalb von 1.300 Dollar pro Tonne getrieben. Die Rohölnotierungen legten indes kaum zu. Sie bewegten sich lediglich in einer außerordentlich weiten Handelsspanne. Die neue Woche beginnt wie die alte mit einem Preissturz. Diesmal fallen Gasöl und Rohöl gleichermaßen um sieben Prozent.

Ursächlich sind neue Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Sie wecken zum x-ten Mal Hoffnungen auf ein Ende des Kriegs am Persischen Golf. US-Präsident Trump kündigte Verhandlungen an und behauptete, einen geplanten Militärschlag gegen den Iran abgesagt zu haben. Auch aus dem Iran kamen vorsichtig positive Signale, insbesondere zu Verhandlungen über die Straße von Hormus. Ob die Gespräche tatsächlich stattfinden und zu einer dauerhaften Lösung führen, ist jedoch ungewiss, da frühere Verhandlungen in den vergangenen Monaten ebenfalls ohne nachhaltiges Ergebnis geblieben sind.

Eine Impulsverstärkung mag die OPEC-Plus mit einem Beschluss vom Wochenende geleistet zu haben. Die führenden Mitglieder beenden demnach ihre freiwilligen Förderkürzungen, die seit rund anderthalb Jahren bestanden, nun offiziell. Es ist jedoch zu befürchten, dass die neue Förderfreiheit aufgrund der kriegsbedingten Produktions- und Exportausfälle derzeit kaum ausgeschöpft werden kann. Erst bei einer Befriedung der Lage am Persischen Golf dürften vor allem Saudi-Arabien und der Irak ihre Förderung deutlich ausweiten und damit die Auffüllung der weltweit gesunkenen Ölvorräte signifikant unterstützen.  

Einstweilen wird der Ölmarkt in Schwierigkeiten bleiben. Lieferanten und Verbraucher leiden unter den gegebenen Umständen. Es trifft allerdings nicht alle Parteien gleichermaßen hart. So sind die kumulierten Gewinne der Ölkonzerne BP, Chevron, Eni, ExxonMobil, Shell und TotalEnergies in den letzten drei Jahren zwar gesunken. In diesem Jahr werden sie aber absehbar aufgrund der stark gestiegenen Preise auf alte Hochstände zurückkehren.

Von höheren Öleinnahmen kann sogar Saudi-Arabien berichten, obwohl das Land am Zentrum der Störung liegt. Die Erlöse sind im zweiten Quartal trotz deutlich geringerer Exporte um 28 Prozent gestiegen, weil die verbliebenen Liefermengen zu höheren Preisen verkauft wurden. Dadurch verringerte sich das Haushaltsdefizit deutlich. Zwar belasteten die kriegsbedingt niedrigere Ölproduktion und Exporte die Wirtschaft erheblich, doch die Umleitung von Lieferungen über das Rote Meer half, einen Teil der Ausfuhren aufrechtzuerhalten. Für einen ausgeglichenen Staatshaushalt reicht das jedoch nicht aus. Dafür wäre inzwischen ein Ölpreis von rund 115 Dollar je Barrel erforderlich.

Angesichts der folgenden Meldung ahnt man, dass die Lage der Verbraucher in Europa eine schlechtere ist als die der großen Konzerne. Das gilt übrigens auch für den nationalen Handel. Russland hat ein Exportverbot für Benzin, Diesel, Schiffstreibstoff und Gasöle bis Ende Januar 2027 beschlossen. Für Kraftstoffhersteller gelten beim Export von Diesel, Schiffstreibstoff und Gasölen jedoch ab dem 1. September Ausnahmen. Zwar verbietet die EU den direkten Bezug von Ölprodukten aus Russland. Die Marktstörung, die sich aus dem russischen Exportverbot ergibt, erreicht die nationalen Märkte aber dennoch.

An den Börsen hofft man heute Morgen weiterhin auf eine Annäherung der Hauptkombattanten am Persischen Golf. Die Ölnotierungen geben deshalb weiter in homöopathischen Schritten nach. Das gilt für Rohöl und Gasöl gleichermaßen.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 79,73 Dollar Preise fallen und das Barrel Brent zu 83,83 Dollar Preise fallen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 1.234,25 Dollar Preise steigen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8675 Euro Preise fallen. Damit kostet der Euro 1,1525 Dollar Preise steigen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise geben nach, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Sie folgen damit den internationalen Vorgaben. Angesichts der geopolitischen Umstände sollte die Angelegenheit im Rahmen der gültigen Trends und nicht als beginnender Trendwechsel verstanden werden. Unter den Trends für die verschiedenen Zeitbereiche dominieren Aufwärtskanäle eindeutig die kaufrelevanten Zeitansichten.

Ein weiterer Grund für die hohen Heizölpreise ist die Lage auf den deutschen Wasserstraßen. Viele von ihnen leiden an Niedrigwasser. Das führt zu hohen Frachtkosten. Auf dem Rhein sind sie innerhalb eines Monats zwischen 117 und 121 Prozent für Passagen in westdeutsche Häfen und zwischen 240 und 250 Prozent für Passagen in südwestdeutsche Häfen gestiegen.

Im Binnenmarkt ist das Kundeninteresse an Heizöl außerordentlich gering. Die Hoffnung auf bessere Preise wirkt indes übertrieben. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf niedrigem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem soliden Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Vom Ende des erhöhten Preisniveaus kann man derzeit nur träumen. Wer Heizöl kaufen muss oder möchte, sollte sich für den Kauf einer Teilmenge entscheiden und dann entspannt auf deutlich tiefere Preise warten.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Bleiben Sie informiert: Holen Sie sich unsere Heizöl-News in Ihre Google-Suche

So funktioniert's:

  1. Auf den Button „Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen" klickentippen.
  2. Im Google-Fenster „Bevorzugte Quellen" bei esyoil den Haken setzen.
  3. Fertig – esyoil erscheint nun bei passenden Suchen weiter oben.

Sie benötigen ein Google-Konto und müssen angemeldet sein. Die Auswahl können Sie jederzeit in den Google-Sucheinstellungen ändern.

Heizölpreise-Chart vom 03. August 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 03. August 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 03. August 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

Lesen Sie auch: