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Angriffe auf Öltanker im Roten Meer. Ölmärkte werden nervös

von Steffen Bukold

Angriffe auf Öltanker im Roten Meer. Ölmärkte werden nervös

Internationaler Markt

Die Zahl der Krisenherde im globalen Ölmarkt wächst. Die Huthi-Milizen haben ihre Drohung wahr gemacht und saudische Tanker im Roten Meer angegriffen. Auf einem Öltanker brach Feuer aus, aber es gab keine Verletzten. Unklar ist, ob auch ein zweiter Tanker attackiert wurde. Trotz der Risiken setzen mehrere Öltanker, die unter chinesischer Flagge fahren, ihren Weg durch das Rote Meer und die Meerenge von Bab al-Mandab fort. Andere Schiffe machen offenbar kehrt und wollen nun Richtung Norden durch den Suez-Kanal fahren. Die Angriffe der Huthis gefährden die momentan wichtigste Exportroute für saudisches Öl. Vor allem Abnehmer in Asien sind davon betroffen. 

Gleichzeitig geht die militärische Auseinandersetzung zwischen den USA und Iran unvermindert weiter. In der letzten Nacht haben amerikanische Bomber auch Ziele in der Nähe von Teheran attackiert. Da wegen des offenen Konflikts nur wenige Schiffe die Passage der Straße von Hormus riskieren, gelingt derzeit nur noch wenig Öl aus dem Persischen Golf auf die Weltmärkte. 

Doch damit nicht genug. Auch im Schwarzen Meer herrscht ein Tankerkrieg. Immer mehr Öltanker und andere Schiffe geraten in das Visier ukrainischer und russischer Angriffe. Kasachstan musste seine umfangreichen Ölexporte über die russischen Schwarzmeerhäfen erst einmal stoppen.

Der amerikanische Ölmarkt kämpft mit Problemen anderer Art. Im Norden behindern die Waldbrände in Kanada den Import von Rohöl. Im Süden hat der Tropensturm Bertha die Ölanlagen in und vor Louisiana erreicht. Die Ölfirmen legten zahlreiche Förderplattformen vorsorglich still. Im Inland steigen die Benzinpreise steil an und liegen jetzt wieder über der Marke von vier Dollar je Gallone. Wenige Monate vor den Kongresswahlen wächst der Druck auf Washington, Ölexporte zu bremsen, um die Versorgung des Binnenmarktes zu verbessern. 

Eine leichte Entspannung meldet dagegen der Wochenbericht zum amerikanischen Ölmarkt. Die gewerblichen Rohölbestände stiegen in der letzten Woche um 2 Mio. Barrel. Auch bei Benzin und Diesel gab es laut DOE leichte Aufbauten. Doch das hatte seinen Preis. Die staatliche Ölreserve gab weitere 5,1 Mio. Barrel in den Markt ab. Die Rohölexporte sanken erneut. 

Hier die Zahlen des US-Energieministeriums (DOE) und die Umfragewerte des Branchenverbandes der Ölindustrie (API). Sie zeigen die Veränderungen der Lagerbestände im Vergleich zur Vorwoche:

∙ Rohöl: +2,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,6 Mio. Barrel (API)
∙ Heizöl und Diesel: +1,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,8 Mio. Barrel (API)
∙ Benzin: +0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,4 Mio. Barrel (API) 
∙ SPR-Rohöl (Staatliche Ölreserven der USA): -5,1 Mio. Barrel (DOE)

Doch der Wochenbericht kann die insgesamt nervöse Stimmung an den Ölmärkten nicht drehen. Die Ölpreise ziehen steil an. Brent-Rohöl kostet aktuell 97,96 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Die US-Rohölsorte WTI steht bei 89,69 US-Dollar je Barrel Preise steigen. Rotterdamer Gasoil wird zu 1254,00 Dollar je Tonne gehandelt Preise steigen. Der US-Dollar ist 0,8752 Euro wert Preise fallen. Der Euro steht bei 1,1422 Dollar Preise steigen. Die Pfeile zeigen die Preisveränderungen im Vergleich zum gestrigen Handelsauftakt.

Nationaler Markt

Auch die Heizölpreise legen am heutigen Vormittag zu, aber der Anstieg hält sich bisher in Grenzen. Die Heizölpreis-Tendenz zeigt aktuell einen landesweiten Durchschnittspreis von 133 Euro je 100 Liter für eine Standardlieferung (3.000 Liter). Das ist nur ein Euro mehr als gestern.

Die Zahl der Bestellungen ist immer noch relativ gering, aber die Kaufbereitschaft wächst allmählich. Immer mehr Stimmen rechnen in der täglich aktualisierten Lesereinschätzung mit weiter steigenden Heizölpreisen. Auch ist der Herbst und damit der Beginn der Heizsaison nicht mehr allzu weit entfernt.

Angesichts der steigenden Zahl von Krisen im Ölmarkt ist in der Tat Vorsorge das Gebot der Stunde. Ein Ende der Konflikte im Persischen Golf und im Schwarzen Meer ist nicht in Sicht. Wer nur noch begrenzte Vorräte im Tank hat, sollte jetzt nicht auf einen breiten Preisrutsch spekulieren.

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Heizölpreise-Chart vom 23. Juli 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 23. Juli 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 23. Juli 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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