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Freie Passage bei Hormus nicht in Sicht

von Klaus Bergmann

Freie Passage bei Hormus nicht in Sicht

Internationaler Markt

Anfang letzter Woche gaben die Ölpreise rasant nach. Sie waren vom Glauben an eine bevorstehende Verhandlungslösung zur vollständigen Öffnung der Straße von Hormus getragen. Dieser Glaube erwies sich einmal mehr als Illusion. Eine schnelle Wiederherstellung der Vorkriegslage wird es nicht geben. Folglich wurden die Preisrückgänge in der zweiten Wochenhälfte weitgehend annulliert.

Der Iran knüpft die Freigabe der Meerenge an sechs weitreichende Bedingungen. Die USA müssen ihre Drohungen und ihre Militäraktionen einstellen, der Krieg muss beendet werde, Marine und Luftstreitkräfte der USA müssen aus iranischem Hoheitsgebiet abziehen, die Kriegsschäden im Iran müssen entschädigt werden, die Sanktionen gegen den Iran müssen aufgehoben und ihre eingefrorenen Vermögenswerte freigegeben werden.

Die Forderungsliste macht klar, dass das zuvor angekündigte Abkommen mit dem Oman als Zeichen für eine kurzfristige Öffnung der neuralgischen Wasserstraße offenkundig missinterpretiert wurde. Angesichts des weitreichenden Gehalts der Liste muss man konstatieren, dass die Verhandlungen erneut auf Los stehen. Die Sicherheit rund um die Straße von Hormus und für den Ölmarkt ist in der letzten Woche keinen Deut gewachsen. Das Weiße Haus äußert sich überraschend kleinlaut zur Lage. Es lässt wissen, dass man künftig eher auf wirtschaftlichen als auf militärischen Druck setzen wolle. Die Seeblockade soll allerdings fortgesetzt wird.

Für zusätzliche geopolitische Risiken sorgt die Huthi-Miliz. Am Wochenende soll sie erneut die saudische Jazan-Raffinerie angegriffen haben. Saudi Aramcos Vorstandschef Amin Nasser hatte erst vergangene Woche erklärt, dass die bisherigen Attacken der Huthi die Ölproduktion des Konzerns bislang nicht wesentlich beeinträchtigt hätten. Fraglich ist allerdings, wie lange dies so bleibt. Sollten die Angriffe auf die saudische Energieinfrastruktur anhalten oder an Intensität gewinnen, könnte Riad sich gezwungen sehen, scharf zu reagieren. Umfangreichere militärische Maßnahmen gegen die Huthi würden allerdings das Risiko einer weiteren Eskalation in der Region erhöhen und zusätzliche Unsicherheit am Ölmarkt erzeugen.

In der Intension freundlicher klingt indes die folgende Meldung: ADNOC, der staatliche Ölkonzern der VAE, baut seine Transportkapazitäten massiv aus und investiert rund 1,3 Mrd. Dollar in weitere Tanker, die kurzfristig auf dem Gebrauchtmarkt erworben werden. Die Zahl der großen Öltanker steigt dadurch von acht auf 14. Trotz der Einschränkungen in der Meerenge von Hormus exportiert ADNOC weiterhin große Mengen Öl. Dabei helfen alternative Exportwege über Häfen am Golf von Oman, die per Pipeline versorgt werden. Da diese Pipeline jedoch nur etwa die Hälfte der täglichen Produktion aufnehmen kann, bleiben Tanker unverzichtbar. Die Investition deutet darauf hin, dass die VAE ihre Ölproduktion und -exporte weiter steigern wollen und offenbar nicht mit einer dauerhaften vollständigen Blockade bei Hormus rechnen. Mögliche zusätzliche Kosten oder Abgaben für die Passage scheinen dabei bereits einkalkuliert zu sein.

Hinsichtlich der Folgen des Ukraine-Kriegs auf den Ölmarkt gibt es ebenfalls ein vorsichtig positives Signal. Kiew soll sich bereit erklärt haben, Ölinfrastruktur und Tanker im Schwarzen Meer von Angriffen auszunehmen, sofern diese keinen Bezug zu Russland haben. Davon dürfte insbesondere Kasachstan profitieren. Dessen Rohölexporte waren zuletzt durch Angriffe auf Anlagen des Caspian Pipeline Consortium (CPC) beeinträchtigt worden. Über das CPC-System und den Exportterminal bei Noworossijsk gelangt ein großer Teil des kasachischen Rohöls auf den Weltmarkt. Sollten entsprechende Anlagen künftig tatsächlich von Angriffen verschont bleiben, würde dies das Risiko weiterer Lieferausfälle von kasachischem Öl reduzieren.

An den Börsen reagiert man heute Morgen ebenfalls einigermaßen gelassen auf die aktuelle Lage des Ölmarkts. Die Notierungen für Rohöl Brent und Gasöl schwingen auf dem Niveau der Höchststände von Freitag.

Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 78,22 Dollar Preise steigen und das Barrel Brent zu 83,74 Dollar Preise steigen gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 1.207,25 Dollar Preise steigen. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8651 Euro Preise fallen. Damit kostet der Euro 1,1557 Dollar Preise fallen. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise legen etwas zu, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Sie folgen damit den internationalen Vorgaben. Der Preisrückgang in der letzten Woche hat an der Konstellation der Trends nichts geändert. In den verschiedenen Zeitbereichen dominieren Aufwärtskanäle eindeutig die kaufrelevanten Perioden. Angesichts der geopolitischen Umstände war kaum etwas anderes zu erwarten.

Die Frachtraten auf dem Rhein bewegen sich zum Wochenstart auf dem hohen Niveau der letzten Woche. Auch in den kommenden Tagen werden kaum Veränderungen erwartet, da die eingeschränkte Befahrbarkeit auf eine zeitgleich gedämpfte Nachfrage aufgrund hoher Ölpreise und der Ferienzeit trifft. Die Rheinpegel dürften zunächst noch etwas sinken und anschließend seitwärts tendieren. Bei Maxau wird mit knapp 2,90 Meter sogar der niedrigste Stand seit 63 Jahren vorhergesagt.

Im Binnenmarkt ist das Kundeninteresse an Heizöl etwas gestiegen. Die Hoffnung auf bessere Preise ist indes gedämpft. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen auf mittlerem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem eher schwachen Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.

Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Vom Ende des erhöhten Preisniveaus kann man derzeit nur träumen. Wer Heizöl kaufen muss oder möchte, sollte sich für den Kauf einer Teilmenge entscheiden und dann entspannt auf deutlich tiefere Preise warten.

Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom 10. August 2026

Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 10. August 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.
Deutschlandweite Durchschnittspreise vom 10. August 2026, pro 100 Liter. Preise inkl. MwSt.

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